Somalia: Kirche innerhalb einer Woche geschlossen

Nach 30 Jahren ohne Gottesdienst war am 29. Juli 2017 die einzige katholische Kirche in Somaliland erneut eröffnet worden. Binnen einer Woche beugte sich die Regierung dem Druck der Öffentlichkeit und ordnete die erneute Schließung der Kirche an.

Der Minister für religiöse Angelegenheiten von Somaliland, Scheich Khalil Abdullahi, begründete die Entscheidung mit der Spaltung der Bevölkerung, die die Eröffnung der Kirche mit sich gebracht hätte: „Die Regierung hat sich entschieden, die Wünsche der Bevölkerung und ihrer religiösen Führer zu respektieren, und wird deswegen die Kirche geschlossen halten, so wie sie es die vergangenen 30 Jahre war.“

Die Kirche St. Antonius von Padua befindet sich in der Hauptstadt Hargeysa des faktisch unabhängigen, allerdings international nicht anerkannten, Somalilands, das offiziell zu Somalia gehört und das nördliche Drittel des Landes umfasst.

Die Neueröffnung der Kirche war kritisiert worden, da muslimische Geistliche befürchteten, Christen könnten Muslime zur Konversion bringen oder weitere Kirchen bauen wollen.

Abdullahi hatte daraufhin bei einer Pressekonferenz klargestellt, dass die Regierung den Bau weiterer Kirchen nicht erlauben würde: „Die Verfassung von Somaliland und die Scharia erlauben es Ausländern, in Somaliland zu arbeiten und ihre Religion im privaten Rahmen zu praktizieren. Unsere Regierung wird es nicht erlauben, dass neue Kirchen in Somaliland gebaut werden.“

In Somalia gibt es nur einige Hundert Christen. Sie sind entweder Ausländer, die im Land arbeiten, wie die Offiziere der Friedenstruppen der Afrikanischen Union, oder Christen muslimischer Herkunft. Letztere müssen ihren Glauben streng geheim halten, da eine Entdeckung ihres Glaubenswechsels lebensgefährlich ist. Bischof Giorgio Bertin aus dem Nachbarland Dschibuti, der auch für die Diözese in Somalias Hauptstadt Mogadischu zuständig ist, bestätigt, dass pastorale Arbeit in Somalia nur im Geheimen durchgeführt werden kann: „Wir können keine Präsenz in Mogadischu haben. Wenn Christen entdeckt werden, schweben sie in großer Gefahr.“

Somalia befindet sich auf Rang 2 des Weltverfolgungsindex von Open Doors.  mehr Informationen  

Siehe auch:   Alptraum Somalia Reportage aus einem gesetzlosen Land

Somalia: Christ wegen seines Glaubens enthauptet

Der frühere Muslim Zakaria Hussein Omar (26) wurde wahrscheinlich von Mitgliedern der radikal-islamischen Shabab-Miliz, die mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung steht, wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet, weil er vom Islam „abgefallen“ war. Nomaden fanden seine Leiche 15 km von Mogadischu entfernt. Omar hatte bereits im vorigen Jahr Hinweise erhalten, dass sein Leben bedroht … weiterlesen

 

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