Senklöcher am Toten Meer – versinkt das Tote Meer?

1505_Israel (150) Tausende Senklöcher haben sich am Ufer des Toten Meers aufgetan. Jedes Jahr geht das Meer um mehr als einen Meter zurück. Die Folgen sind verheerend. Der stetig wachsende Uferstreifen gleicht streckenweise einer apokalyptischen Landschaft. Seit dem Anfang der neunziger Jahre brachen am israelischen Westufer des Toten Meers mehr als 5000 solcher Krater auf. Jedes Jahr kommen rund 300 weitere dieser gefährlichen Erdlöcher dazu. Bis zu 25 Meter tief können sie sein und einen Durchmesser von 30 Metern haben.

DSC01527Bei EnGedi in dem „Hochrisiko-Streifen“ unterhalb des Kibbuz verläuft ein Teil der Hauptstraße. Am Jahresbeginn gab dann der Asphalt der Landstraße 90 nach: Über Nacht wurde das fast zwei Kilometer lange Teilstück der wichtigsten Verbindung von Eilat nach Jerusalem und ins Jordantal geschlossen. Unter der Fahrbahn entdeckten Ingenieure Hohlräume.

Bis die schmale Ausweichstrecke fertig war, staute sich monatelang der Verkehr. Früher gab es am Ufer einen Campingplatz, eine Raststätte mit einer Tankstelle und den einzigen öffentlichen Strand am Nordbecken vom Toten Meer. Heute verbieten große Warnschilder den Zugang, und die Straße ist mit Betonblöcken versperrt. Nördlich von Ein Gedi musste zwei Monate zuvor auch der „Mineral Beach“-Strand schließen. Ein Senkloch hatte sich unter dem Parkplatz und der Massageabteilung des Bades am Toten Meer geöffnet, das im Jahr 250 000 Besucher hatte. Der kleine Kibbuz Mitzpe Schalem verlor eine seiner wichtigsten Einnahmequellen.

Ehemaliger Strand Mineral Beach

Auch der Kibbuz Ein Gedi mit seinem Gästehaus und dem botanischen Garten hat einen Rückgang zu verbuchen. Der Kibbuz musste auch den Großteil seiner Plantagen aufgeben. Als dort die Erde nachgab, war es sogar zu gefährlich, die Bäume auszugraben und zu verpflanzen. Man hatte Angst davor, Menschen und Maschinen könnten in neuen Kratern versinken. Weiter im Süden, in Richtung der Masada-Festung, will der Kibbuz auf einem weniger gefährdeten Grundstück eine neue Plantage anlegen.

„Wir leiden unter einer ökologischen Katastrophe“, sagt der Vorsitzende des Regionalrats von Tamar, Dov Litvinoff, zu dem auch Ein Gedi gehört. Am wesentlich größeren Nordbecken können die Besucher jetzt nur noch an drei kleinen Stränden bei Qumran und im „Ein Gedi Spa“ baden. Ein Ein Gedi Spa müssen sie von den Umkleiden und den heißen Quellen mittlerweile einen kleinen Zug besteigen, um die 1,5 Kilometer bis zu der Salzlauge zurückzulegen. Die Bademeister müssen alle paar Monate ihren Hochsitz verschieben, so schnell zieht sich das Wasser zurück.

Diesen Rückgang müsste man schleunigst stoppen, um zu verhindern, dass die Erde an noch mehr Orten aufbricht. Denn durch das Sinken des Wasserspiegels geriet der Grundwasserhaushalt durcheinander. Unter dem See befinden sich große unterirdische Salzablagerungen. Das Salzwasser darüber konnte ihnen nichts anhaben. Seit das Tote Meer jedoch immer weiter schrumpft, dringt aus den Bergen Süßwasser bis zu diesen Salzschichten vor und wäscht sie aus. So entstehen die Hohlräume, die dann plötzlich einbrechen.

DSC00323Das Tote Meer verschwindet, und die Löcher öffnen sich, weil man dem Salzsee das Wasser abgegraben hat. Früher glich der Jordan aus, was die Sonne verdampfte. Seit den fünfziger Jahren wird aber das Wasser vom Sees Genezareth entnommen und durch einen Damm reguliert. Der Jordan ist nur noch ein dreckiges Rinnsal. Gleichzeitig setzt die Industrie dem Toten Meer heftig zu. Südlich des Hauptbeckens tragen die israelischen „Dead Sea Works“ und die jordanische „Arab Potash Company“ mit 40 Prozent zum Rückgang bei, indem sie das Wassers des Toten Meers einfach verdampfen lassen, um ziemlich bequem an kostbare Mineralstoffe wie Pottasche, Magnesium und Brom zu kommen. Vierzig Prozent bedeuten jedes Jahr vierzig Zentimeter, die der Pegel fällt.

Es fehlt nicht an Vorschlägen, wie der endgültige Tod des Toten Meers zu verhindern ist. Die ursprüngliche Idee klang bestechend einfach: Salzhaltiges Wasser aus dem Roten Meer soll helfen, das Tote Meer wieder aufzufüllen. Wegen des Höhenunterschieds von mehr 400 Metern sollte es auf seinem Weg in Richtung Norden mehrere Wasserkraftwerke antreiben. Der dort hergestellte Strom trägt dann dazu bei, das Meerwasser zu entsalzen und in die jordanischen Großstädte und die Palästinensergebiete hinaufzupumpen. Die entstehenden 400 Millionen Kubikmeter Salzlauge sollten dann den Pegel des Toten Meers wieder steigen lassen. Jahrelang wurde über das mehr als zehn Milliarden Dollar teure grenzüberschreitende Friedensprojekt gestritten.

Umweltschützer warnen aber davor. Der Ausgang sei ungewiss, wenn Menschen in das empfindliche ökologische Gleichgewicht eingreifen und das Wasser des Roten und des Toten Meeres miteinander vermischen. Dadurch könnten milchig-weißer Gips und rote Algen im Toten Meer entstehen und es umkippen lassen.

Israel, Jordanien und die Palästinenser wollen vorerst nur eine Entsalzungsanlage am Roten Meer und von dort Leitungen zur Wasserversorgung bis ans Tote Meer bauen.
Umweltschützer empfehlen stattdessen, den Jordan wiederzubeleben. Seit Israel rund ein halbes Dutzend Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut hat, hat der See Genezareth am Oberlauf des Jordans seine Bedeutung als Trinkwasserreservoir verloren.

Wie akut die Lage ist, bekamen auch die Jordanier zu spüren. Am östlichen Ufer haben Senklöcher schon die Strandanlage eines großen Hotels zerstört. mehr Informationen

Laut den Prophezeiunge von Hesekiel wird das Tote Meer sich verändern: Hes 47,10Und es werden an ihm die Fischer stehen. Von En-Gedi bis nach En-Eglajim wird man die Fischgarne aufspannen; denn es wird dort sehr viele Fische von aller Art geben wie im großen Meer.“

Deshalb noch schnell auf die Reise mitkommen, bevor es zu spät ist 🙂 siehe http://obrist-impulse.net/israel-reisen/

Gamorrah,Masada and Sdom from Amir Aloni on Vimeo.

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Ein Gedanke zu „Senklöcher am Toten Meer – versinkt das Tote Meer?“

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