Schwerer Sandsturm – auch in Israel

In Israel haben die Behörden vor Aktivitäten im Freien gewarnt.

Ein ungewöhnlich schwerer Sandsturm ist über mehrere Länder des Nahen Ostens gefegt. Wegen Atemnot begaben sich Hunderte Menschen in ärztliche Behandlung. Im Libanon kamen vier Menschen ums Leben. Auch in Syrien und Israel benötigten hunderte Menschen ärztliche Hilfe. Nach neusten Infomationen sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Sechs Todesfälle wurden aus Syrien gemeldet, vier aus dem Libanon.

Der Sturm bildete sich im Norden des Irak und führte in breiter Front Staubwolken über Syrien, den Libanon, die Palästinensergebiete und Israel bis nach Zypern und zur Südküste der Türkei.

In der von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ beherrschten ostsyrischen Stadt Dair as-Saur konnten die Krankenhäuser keine Patienten mehr aufnehmen, weil der Andrang zu groß war, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte.
Zugleich verschaffte der Sturm vielen Menschen in Syrien eine Linderung ihrer Not, weil das Regime in Damaskus wegen des Wetters keine Luftangriffe im Norden und im Zentrum des Landes fliegen konnte.

Im Libanon entschlossen sich die Behörden dazu, Schulen und andere öffentliche Institutionen zu schließen. Vier Menschen starben in dem Land bereits wegen des dichten gelben Schleiers, der über die Gegend fegt – 2000 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Auch Teile Israels wurden von dem Sandsturm in dichten Dunst gehüllt. Die Fluggesellschaften Arkia und Israir strichen am Dienstag sämtliche Flüge zwischen Tel Aviv und Eilat am Roten Meer, wie das Internet-Portal ynetnews berichtet. Das israelische Umweltministerium warnte vor Aktivitäten im Freien.

Nach Angaben von Experten war die Dichte der Staubteilchen in der Luft während des Sturms ungewöhnlich hoch. In Jerusalem wurde nachmittags eine Staubdichte von 1412 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Von Sport im Freien rät der dortige meteorologische Dienst ab einer Belastung von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter ab.

Auch der Zeitpunkt des Sturms sei außergewöhnlich gewesen. Der von heißen, sandigen Winden begleitete „Chamsin“ tretet in der Region zwar häufig um die Zeit der Tagundnachtgleiche auf. Aber eigentlich im Frühjahr und nicht im Herbst. Erst für Mittwochabend erwarten die Meteorologen eine Normalisierung der Luftwerte. mehr Informationen

Normalerweise kommen die jährlichen Sandstürme im Frühling vor der Pessachwoche aus Richtung Afrika, aber diesmal überraschte dieser außergewöhnliche Staubsturm Israel aus Syrien und Irak. Es ist kein normaler Sand- oder Staubsturm, sondern mehr eine Verschmutzung giftiger Partikel, die zwar das Leben nicht bedrohen, jedoch sehr unangenehm sind. In den israelischen Medien erklärte die Klimaexpertin Dr. Lewana Kordoba, dass dieser Sandsturm auf den üblichen Satellitenbilder wegen der dichten Bewölkung nicht vorher auf dem Radar zu sehen war. „Die Kämpfe in Syrien und im Irak stören das klimatische Gleichgewicht“, so Kordoba. Bekannt ist, dass Temperaturen bei intensiven Artilleriebeschuss und Luftangriffen in Kampfgebieten steigen. Die Land- und Ackerböden konnten wegen der Kriegssituation nicht bewässert werden und trockneten damit aus. Winde aus dem Norden hoben den Staub und Sand in die Luft und wehte diesen in Richtung Israel. Niemand in Israel erinnert sich an solch einen Sandsturm in den letzten 20 Jahren. Kopfschmerzen, Asthma und Augenentzündungen sind typische Symptome bei solchen Sandstürmen. Besonders betroffen sind Galiläa und Jerusalem. In Jerusalem wird eine Partikelbelastung von 8.000 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Normalerweise sind es unter hundert. mehr Informationen

Nach Angaben des Magen David Adom mussten bisher mehr als 600 Israelis aufgrund der Atemluftbelastung medizinisch behandelt werden, darunter viele, die ohnehin an Atemnot, Asthma oder Herzproblemen leiden. In Jerusalem ist die Luftverschmutzung 173-mal so hoch wie normalerweise. Israel leidet genau genommen nicht unter einem Sandsturm, sondern unter einer Staubwolke. In Israel verzieht sich der Sandstaub nicht, weil es windstill ist und kein Regen fällt. Für das Wochenende erwartet der Meteorologe jedoch eine Verbesserung der Lage. mehr Informationen

 

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