Schabbat Schalom – Das wöchentliche Fest

In den Zehn Geboten heißt es: «Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Arbeit tun, aber der siebte Tag ist der Schabbat für den Herrn, deinen Gott. Du sollst an ihm keinerlei Arbeit tun … Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebenten Tag; darum segnete der Herr den Schabbattag und heiligte ihn» (2. Mose 20,9-11).

Der Schabbat ist der einzige Wochentag im Hebräischen, der keine Ziffer, sondern einen Namen trägt: Schabbat (Ruhe). Gemeint ist die Ruhe Gottes, zu der uns Gott einmal wöchentlich einlädt. Er will seine Ruhe mit uns teilen. Die Schabbatruhe ist eine Vorwegnahme des kommenden Heils in unseren Alltag hinein.

Damit am Schabbat das Alltagsgeschehen losgelassen wird, feiert man unter jüdischen Menschen den Schabbateingang und -ausgang. Am Schabbat soll die Arbeit keinen Raum haben. Das geht bei orthodox geprägten Juden so weit, dass sie am Schabbat nicht einmal ein Elektrogerät bedienen, sondern eine Zeitschaltuhr programmieren oder die Hilfe eines Nichtjuden in Anspruch nehmen.

Schabbatbeginn
Der religiöse Vater geht mit den Kindern, oder zumindest mit seinen Söhnen, in die Synagoge, um dort mit der Gemeinde den Schabbat zu empfangen (Maariw-Gottesdienst). Von nun an grüßt man sich mit Schabbat Schalom. In den Privathäusern beginnt der Schabbat am Freitagabend mit dem Lichtsegen, der von der Hausfrau gesprochen wird. Mit erhobenen Händen vor zwei Schabbatkerzen stehend spricht sie die folgenden Worte: «Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns geheiligt hat durch seine Gebote und uns geboten hat, das Schabbatlicht zu entzünden.» Nun beginnt der Schabbat. Der Vater eröffnet das Schabbatmahl, indem er über dem Schabbatwein und dem Schabbatbrot den Segen spricht und diese austeilt. Anschließend wird als Familie an der festlichen Tafel gegessen und gefeiert. An jedem Schabbat werden die Kinder gesegnet. Der Vater spricht auch das Lob der guten Hausfrau (Prediger 31,10-31) und viele jüdische Frauen bekommen einen Blumenstrauß. Auf dem Tisch brennen die Schabbatkerzen weiter, bis sie von selbst verlöschen.

Gottesdienste
Weitere Gottesdienste finden am Schabbatmorgen (Schacharit) und am Schabbatnachmittag (Mincha) in der Synagoge statt. Während des Tages machen viele Familien einen Spaziergang, und man unterhält sich angeregt mit Freunden. Nach dem Abendgebet in der Synagoge versammelt sich die Familie im Haus.

Schabbatende
Wieder stehen ein Leuchter und ein Becher mit Wein auf dem Tisch. Nun wird die – meistens geflochtene – Kerze angezündet. Der Vater spricht noch einmal den Weinsegen. Er stellt den Weinbecher zurück und nimmt eine Gewürzdose. Sie wird Hebräisch Besamim genannt. Über ihr wird der Gewürzsegen gesprochen. Sie soll an den guten Duft des Schabbats erinnern. Anschließend spricht der Vater den Segen über dem Licht. Dann trinkt er aus dem Becher und löscht im Wein das Licht der Hawdala-Kerze. Nun wünscht man sich Schawua tov (eine gute Woche).

Messianische Gemeinden
Einige messianische Gemeinden feiern gemeinsam die Eröffnung (Freitagabend) oder das Ende des Schabbats (Samstagabend). Je nach Region treffen sich die Gemeinden am Samstagmorgen oder am späteren Nachmittag zum Gottesdienst. In der Diaspora (außerhalb Israels) wird meistens der Freitagabend bevorzugt.

Jesus und der Schabbat
Jesus achtete den Schabbat, aber er stellte den Schabbat nicht über die Bedürfnisse des Menschen. Für ihn war der Schabbat für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für den Schabbat (Mark. 2,27). Daran stießen sich die Schriftgelehrten seiner Zeit. Für sie war das Einhalten der Schabbatgesetze zum Maßstab des Glaubens geworden. 

Schabbat und Sonntag
Die erste Gemeinde versammelte sich jeweils am ersten Tag der Woche (Apostelgeschichte 20,7; 1. Korinther 16,2). Dies könnte auch samstagabends gewesen sein. Der erste Tag der Woche war der Tag, an dem Jesus auferstanden war (Markus 16,2) und sich den Jüngern am Morgen offenbart hatte (Markus 16,9-14). Die erste Gemeinde traf sich spät abends oder früh morgens vor der Arbeit. So stand man nicht in Konflikt mit den Schabbatgeboten und der Arbeit. Am 7. März 321 erklärte Konstantin den Sonntag zum Feiertag, damit auch Sklaven und Soldaten den Gottesdienst besuchen konnten. Arbeiten war jedoch für sich selbst erlaubt, erst im 6. Jahrhundert wurde er zu einem allgemeinen Ruhetag. Später interpretierte Thomas von Aquin (1224-1274) den Sonntag als «Schabbat des Neuen Bundes».

In unserer Gesellschaft ist von Sonntagsruhe oft wenig zu spüren. Immer mehr entwickelt sich der Sonntag zu einem Tag mit einem vollen Programm. Die Wochenendaktivitäten bestimmen das Leben vieler Menschen. Viele leben nur noch für das Wochenende, anstatt sich am Wochenende durch Ruhe für das Leben zu stärken.

Text: Hanspeter Obrist

Schabbat ist Wiederherstellung

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Jesus hört den stummen Schrei

Jesus antwortet kreativ. Ihr solltet Kinder Abrahams sein und euch an der Heilung freuen. Doch nur diese Frau preist Gott. Sie zeigt den wahren Glauben. weiterlesen

Jüdische Feste:
Rosch HaSchana – Jüdisches Neujahr
Fasten des Gedalja
Jom Kippur – Der Versöhnungstag
Sukkot – Das Laubhüttenfest
Chanukka – Das jüdische Lichterfest
Tu BiSchwat – Das Neujahrsfest der Bäume
Purim – Ende des Antisemitismus – Überwindung vom Fremdartigen
Pessach / Passah – Die Befreiung
Tischa BeAw – Tröstet mein Volk
Unzählbare Feste doch nur drei gesetzliche Feiertage in Israel

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