Pläne für die Zerstörung von Mohammed-Grab

Das Grab des Propheten Mohammed in Medina, könnte nach einer Meldung von der britischen Zeitung „The Independent“ zerstört werden.

Es sollen Pläne existieren, wonach die Überreste des im Jahr 632 gestorbenen Propheten aus ihrer derzeitigen Ruhestätte unterhalb der Prophetenmoschee (Al-Masdschid an-Nabawi) in Medina entfernt und in ein anonymes Grab gebracht sollen.

Diese umstrittenen Vorschläge entstammten einem Dokument, das unter den für die Moschee zuständigen Personen zirkuliere, so die Zeitung. Das Sitzungsdokument komme von einem „führenden saudi-arabischen Wissenschaftler“. Die Pläne seien von einem anderen Akademiker aus Saudi-Arabien ans Licht gebracht worden, der zuvor bereits die Zerstörung heiliger Plätze in Mekka, dem für Muslime heiligsten Ort, enthüllt und kritisiert hatte, heißt es in dem Artikel.

Weil Schiiten den verstorbenen Propheten verehren und an seinem Grab beten, soll Mohammeds Leichnam auf den nahe gelegenen Al-Baki-Friedhof überführt werden. Dort würden die sterblichen Überreste des Propheten anonym beerdigt werden. Mehrere Mitglieder der Familie Mohammeds sind dort bereits begraben. Bereits 1924 wurden die Grabbezeichnungen entfernt, damit man nicht mehr zu den Begrabenen beten könne. Später wurden viele Familienmitglieder und der Vater von Mohammed auf diesem Friedhof anonym begraben.

Unter der grünen Kuppel der Prophetenmoschee befindet sich heute das Grab Mohammeds. Sie gehört zu den größten Sakralbauten der Welt. Die ursprüngliche Moschee wurde bereits zu Lebzeiten des Propheten vergrößert und im Lauf ihrer Geschichte immer wieder erweitert, zuletzt unter König Fahd (1923-2005).

Ob es bereits Entscheidungen hinsichtlich dieser Pläne gebe, sei unklar, so der „Independent“. diese Pläne bergen ein großes Konfliktpotenzial zwischen den sunnitischen und schiitischen Muslimen.

Hardliner unter Saudi-Arabiens Geistlichen predigen seit langem, dass die Verehrung von Gegenständen und „Heiligen“ als „Götzendienst“ (arabisch: Schirk) verbietet. Als solche wird auch die Verehrung des Prophetengrabs betrachtet.

Tausende gläubige Muslime pilgern jedes Jahr zur Grabstelle und den umliegenden Räumen, in denen Mohammeds Familie gelebt haben soll, um dort zu beten. Das wolle man nun durch die Verlegung des Propheten in ein anonymes Grab verhindern.

„Independent“-Artikel

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