Pfingsten – Gottes Realität begegnen

2018: Sonntag 20. Mai – Pfingsten ist die Geburtsstunde der Gemeinde

An Pfingsten kam Gottes Geist sichtbar auf die Menschen. Die Schüler von Jesus verstanden auf einmal Gottes Wirken und erzählten von den großen Taten Gottes (Apostelgeschichte 2). Jedem, der sich auf Gottes Angebot in Jesus einlässt, öffnet  Gottes Geist eine neue Dimension des Lebens.

Am ersten Pfingsten, am  jüdischen Schawuot, kam der Heilige Geist auf die auf Jesus-Vertrauenden und sie erfuhren eine neue Realität Gottes. So wie Gott dem Volk Israel damals bei der Gesetzgebung in der Wüste im Feuer erschien (2. Mose 19,18), so wurde Gottes neues Gesetz (Jeremia 31,31-33 / Hesekiel 36,26-27/ Römer 8,2) durch Feuerzungen an Schawuot in Jerusalem sichtbar.

Als der Heilige Geist an Pfingsten mit starkem Brausen, vergleichbar mit dem Heulen eines Orkans, auf die Jünger herabkam, waren Juden aus allen Ländern der Welt in Jerusalem zusammengekommen, um an Schawuot ihre Erstlingsgabe darzubringen. Die Menschen hörten ein Donnern, ähnlich wie in 5. Mose 5,22 und 2. Mose 19,16, wo die Stimme Gottes beschrieben ist. Woran muss ein Jude deshalb gedacht haben? Wahrscheinlich an den Bundesschluss am Sinai, bei dem Gott die Zehn Gebote gab, da Schawuot mit diesem Ereignis in Verbindung gebracht wird.

In Jerusalem kam die Herrlichkeit Gottes zu den Menschen, jedoch nicht Angst einflößend wie am Sinai, sondern Neugier weckend. Als der Heilige Geist an Pfingsten kam und in der Gestalt von Feuerzungen auf den Köpfen der Jünger Jesu erschien, erfüllte sich die Prophetie aus Joel 3,1-5. Das Gesetz Gottes wurde in die Herzen der Menschen geschrieben (Jeremia 31,33; Hesekiel 36,26).

Bei der ersten Gesetzgebung, starben aufgrund des Ungehorsams 3000 Menschen (2. Mose 32). Als das Gesetz durch den Heiligen Geist ins Herz geschrieben wurde, fanden 3000 Personen zu einem neuen Leben (Apostelgeschichte 2,41).

An Pfingsten hob Gott die Sprachbarriere auf, die als Gericht seit dem Turmbau zu Babel auf den Menschen lastete. Nach jüdischer Tradition stammt die Menschheit von den 16 Nachkommen Noahs ab. In Bericht über Pfingsten werden in der Apostelgeschichte 16 Sprachgruppen genannt, um deutlich zu machen, dass von nun an die gesamte Menschheit, Juden und Nichtjuden, die Botschaft Gottes ohne Sprachbarriere hören soll.

Die erste Gemeinde war eine jüdische Gemeinde, die den Messias erlebte und bekannte. Unter der Führung des Heiligen Geistes konnte sich die gute Nachricht vom Messias über die ganze Welt ausbreiten. Die Jünger trugen die Botschaft in die verschiedensten Erdteile. Durch den Heiligen Geist wurde Gott für alle Menschen erfahrbar.

Als die Menschen Petrus an Pfingsten fragten, was sie tun sollten, forderte er sie auf, zu Gott umzukehren und sich als Ausdruck ihrer neuen Gesinnung und des neuen Lebens mit Gott taufen zu lassen. In der Taufe anerkennt man mit dem Untertauchen an, dass Jesus anstelle des Getauften gestorben ist. Mit dem Auftauchen aus dem Wasser nimmt man in Anspruch, dass man ein neues Leben in Jesus empfangen hat und man nun unter der Leitung von Gottes Geist ein neues Leben gestaltet.

Text: Hanspeter Obrist

Der Pfingstmontag ist in Deutschland und der Schweiz  ein liturgisches Überbleibsel aus der Zeit vor der Liturgiereform, als noch eine Pfingstoktav gefeiert wurde. Daher feiert man in Deutschland am Montag auch heute noch eine Pfingstmesse, obwohl mit dem Pfingstsonntag die „Osterzeit“ abgeschlossen wurde und am Pfingstmontag bereits die „Zeit im Jahreskreis“ begonnen hat. Papst Franziskus hat 2018 in den Römischen  Generalkalender einen neuen Gebotenen Gedenktag eingefügt, der jedes Jahr weltweit am Pfingstmontag gefeiert werden soll: „Maria, Mutter der Kirche“. Der Marientitel „Mater Ecclesiae“ ist bereits beim Kirchenvater Ambrosius (339–397) nachgewiesen. Die offizielle Ausrufung des Marientitels erfolgte 1964 durch Papst Paul VI. Als Trösterin und Lehrerin der werdenden Kirche übernahm Maria ihre mütterliche Sendung angeblich im Abendmahlssaal, indem sie mit den Aposteln betete, die das Kommen des Heiligen Geistes erwarteten (vgl. Apostelgeschichte 1,14). mehr Informationen

Der Heilige Geist – Atem Gottes

Der Heilige Geist bewegt, er feuert an, er erfüllt die ganze Schöpfung. Seine Wirkung bleibt atemberaubend.

Der Tanach, die jüdische Bibel oder Altes Testament, kennt den Geist zunächst als „Ruach“ – als Wind, als Atem. Weit über 300 Mal ist von ihm die Rede, vor allem   weiterlesen

 

4 Gedanken zu „Pfingsten – Gottes Realität begegnen“

  1. Danke für den Artikel. Schöner Zusammenhang betr. „Feuer“. Las auch den verlinkten Artikel über Schawuot und machte mir noch Gedanken über die 50 Tage. Stiess dann auf diesen Wiki-Artikel über Schawuot http://de.wikipedia.org/wiki/Schawuot – Dieser schafft eine Verbindung zum zweiten Empfang der Gesetzestafeln.
    Mose war ja da wieder 40 Tage auf dem Sinai. Somit könnte der Empfang der zweiten Tafeln 50 Tage nach der Zerstörung der ersten gelegen haben. 50 Tage könnten vom Ablauf der Ergeignisse zwar etwas kurz sein, aber möglich. Das wäre noch eine zweite Option, die Bedeutung der 50 Tage zu sehen, nebst jener der Rabbinischen Tradition. Was meinst du dazu?

  2. Wie nicht anders von Dir zu erwarten, ein wundervoll kompakter, erhellender Beitrag über Pfingsten. Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast. Es ist wunderschön, der Treue des ewigen Gottes in Seinen Werken und Seinem Timing auch in diesem Artikel begegnen zu können:-)

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