Palästinensische Offensive an drei Fronten

Präsident Abbas verliert im Alter die Furcht vor strittigen Schritten.

  • Am Dienstag soll in Kairo bei innerpalästinensischen Verhandlungen zunächst die islamistische Hamas zur Aufgabe ihrer alleinigen Kontrolle über den Gazastreifen bewegt werden.
  • Am gleichen Tag sollen die Verhandlungen mit Israel über einen dauerhaften Waffenstillstand weitergehen.
  • Und am Freitag will Abbas vor den Vereinten Nationen in New York, eine Beendigung der israelischen Besetzung der Palästinensergebiete binnen drei Jahren fordern.

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Nach dem Waffenstillstand feiert sich die Hamas. Vom Schicksal Tausender Familien, die alles verloren haben, wollen sie nichts wissen.

Mahmud Sahar, einer der Gründerväter der Hamas und ein gelernter Kinderarzt meint: „Wir haben keine Angst vor Israel“, sagt er, „wir können weiterkämpfen, und wir werden siegen.“ Unerbittlich in seinem Hass auf Israel. „Wir haben gewonnen, die Hamas ist nun zur unangefochtenen Vormacht geworden„, erklärt er. „Wir haben es zum ersten Mal geschafft, den Krieg nach Israel hineinzutragen, wir haben Raketen bis nach Haifa geschossen und kein Quadratmeter war mehr sicher.“ Zudem sei dies der „längste Krieg in der Geschichte Israels gewesen„, auch das erfüllt ihn mit Freude. Dass es damit auch der längste Krieg für die Palästinenser war, erwähnt er nicht, genauso wenig wie die mehr als 2100 Toten, die 10 000 Verletzten, die 100 000 Obdachlosen und all die anderen, die alles einschließlich der Hoffnung verloren haben. Nichts davon lastet aus seiner Sicht auf ihm und der Hamas.

In der Welt des Mahmud Sahar ist die Hamas für den Lorbeer verantwortlich und nicht für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Gazastreifens . „Das ist die Aufgabe der Regierung“, erklärt er. Doch mit dem Wiederaufbau hapert es. Viele zögern. Sie fürchten, dass der Krieg bald zurückkommt. Warum also sollten sie mit dem Wiederaufbau beginnen?

Abbas nennt er einen „großen Lügner“ und einen „Mann Israels“, der Einheitsregierung gibt er gönnerhaft „höchstens noch zwei oder drei Monate“. Und dann? „Der letzte Krieg war nur einer in einer langen Reihe“, sagt er. „Das wird weitergehen bis zur Auslöschung Israels.“

Es sind diese düsteren Drohungen, die letztlich alles lähmen in Gaza. Wer will sich schon an den Wiederaufbau seines Hauses und seines Lebens machen, wenn die nächste Katastrophe ohnehin bald kommt?

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