Dialog oder Scherbengericht?

In Zürich wird am Samstag am Hirschengraben über einen Text von einer Handvoll palästinensischer Christen beraten, der vom Ökumenischen Rat der Kirchen unter dem Titel „Kairos-Palästina-Dokument“ verbreitet wurde. Der ÖRK hat mit dieser Benennung auf ein berühmtes Dokument von 1985 angespielt, in dem südafrikanische Christen und Christinnen die Kirchen weltweit herausgefordert haben, zur Apartheid-Politik Stellung zu beziehen. Es ist also damit unterstellt, dass der Text palästinensischer Christen und Christinnen eine vergleichbare Stimme ist wie die aus Südafrika. Und zugleich ist auch die Beschuldigung Israels als Apartheid-Staat unterstellt. Die Veranstalter der Tagung in Zürich sind die Reformierte Kirche des Kantons Zürich und das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz. Das Programm fragt u.a.: Wie reagieren christliche und jüdische Stimmen auf die Kernaussage des Dokuments, „dass die israelische Besetzung palästinensischen Landes Sünde gegen Gott und die Menschen ist“?

Es verheisst also, dass „jüdische Stimmen“ zu Wort kommen. Womöglich sogar israelische. Und das wäre nur fair. Denn immerhin klagt das Dokument, auf das die Tagung sich bezieht, Israel und immer wieder Israel an. Man redet über Juden und Israel, aber nicht mit ihnen. Zudem ist der Veranstaltungstermin nicht gerade dazu geeignet, dass Juden sich als besonders erwünscht betrachten könnten. Man tagt am Samstag. Zum Artikel

Afghanistan: Taliban wollen Christentum auslöschen

In Afghanistan wollen die radikal islamischen Taliban massiv gegen ausländische christliche Hilfswerke sowie gegen einheimische Christen vorgehen. In einer Internet-Botschaft hätten die Taliban Mitte Oktober angekündigt, das Christentum in ihrem Land auslöschen zu wollen. Sie verfügten über eine Liste von rund 200 christlichen Nicht-Regierungsorganisationen, die missionarisch tätig seien. Diese Organisationen würden demnächst angegriffen und ausgeschaltet.   Zum Artikel

 

Christen helfen Erdbebenopfern in der Türkei

Nach dem schweren Erdbeben vom 23. Oktober 2011 im Osten der Türkei ist die internationale Hilfe angelaufen. Kirchliche Hilfswerke stellen 100‘000 Euro zur Verfügung und reisen mit einem Einsatzteam ins Katastrophengebiet. Einen Tag nach dem Unglück flog ein Einsatzteam des christlichen Hilfswerks «humedica» mit zwei Ärzten und zwei Koordinatoren in das Katastrophengebiet bei der Provinzhauptstadt Van. Es hat Medikamente für die Erstversorgung von bis zu 3‘000 Menschen dabei. Die kirchlichen Hilfswerke «Diakonie Katastrophenhilfe» (evangelisch) und «Caritas international» (katholisch) stellen 100‘000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung. Neben Nahrungsmitteln und Medikamenten werden vor allem Zelte, Decken und Gasheizgeräte benötigt, weil die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt sinken. Zum Artikel

Israel-Hilfe in der Türkei jetzt doch genehm

Noch heute Mittwoch wird ein israelisches Flugzeug mit mobilen Hausstrukturen an Bord in Richtung Türkei abfliegen. Dort werden die Strukturen als provisorische Unterkünfte im Erdbebengebiet dienen. Zuerst hatte Ankara negativ reagiert auf die Hilfsangebote von Israel. Auch andere Länder scheiterten am Nationalstolz der Türken. Die offensichtlichen logistischen und topografischen Schwierigkeiten haben die Verantwortlichen in Ankara jetzt veranlasst, positiv auf die internationalen Angebote, unter anderem aus Israel, zu reagieren.   Zum Artikel

Wie die Islamisten die Wahlen gewinnen

Gute Basisarbeit und eine Moral, die sich auf den Koran beruft: Die tunesische Ennahda-Partei triumphiert. Unklar ist, was die Partei wirklich will.

Am Erfolg der Islamisten gab es schon in den Wochen zuvor wenig Zweifel. Gegen die Vermischung des Heiligen mit dem Politischen kam in Tunesien keine andere Partei an. Diejenigen zu wählen, die Gott am nächsten stehen, das war eine einfache, durchschlagende Losung.    Zum Artikel

Die Scharia – Eine Einführung

Prof. Dr. Christine Schirrmacher

Die islamische Theologie betrachtet die Scharia als vollkommene Ordnung, die Frieden und Gerechtigkeit schafft. Sie gilt als Ordnung Gottes und darf daher prinzipiell nicht durch menschliche Gesetze ersetzt werden. Die Scharia ist die Gesamtheit des islamischen Gesetzes, wie es im Koran, in der islamischen Überlieferung und in den Auslegungen maßgeblicher Theologen und Juristen vor allem der frühislamischen Zeit niedergelegt wurde.   Zum Artikel

Geschlechtertrennung erregt die Gemüter bis hinauf zum Bürgermeister.

Das Transportdepartement von New York City droht der Private Transportation Corp., einer privaten Busgesellschaft, mit dem Entzug der Betriebslizenz, wenn sie fortfahre, ihre Passagiere aufzufordern, in den Fahrzeugen nach Männern und Frauen getrennt zu sitzen.

Die Buslinie B110 fordert in Plakaten im Innern des Fahrzeugs weibliche Passagiere auf, dem Chauffeur das Ticket zu bezahlen, dann aber, wenn der Bus stark besetzt ist, den hinteren Eingang zu benutzen und sich im hinteren Teil des Gefährts hinzusetzen. In beiden Quartieren dominiert eine strikt orthodox-jüdische Bevölkerung das Strassenbild.

Der (jüdische) New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sprach sich gegen die Geschlechtersegregation auf öffentlichen Bussen aus.  Zum Artikel

Kein Weltuntergang: Radioevangelist Camping schweigt

Nachdem auch seine dritte Vorhersage des Weltuntergangs nicht eintraf, schweigt der US-amerikanische Radioevangelist Harold Camping (Oakland/Kalifornien) in der Öffentlichkeit.

Nach der vorletzten nicht eingetroffenen Vorhersage Campings im Mai hatte sich in Deutschland unter anderem der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, Rolf Hille (Heilbronn), gegen solche Spekulationen gewandt. Dieser „apokalyptische Unsinn“ sei ein immer wiederkehrendes Ärgernis, sagte er gegenüber idea. Hille verwies auf das Jesus-Wort aus Markus 13,32: „Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“  Zum Artikel

Kasachstans neues Religionsgesetz

In Kasachstan tritt kommenden Mittwoch, 26. Oktober 2011, das neue Religionsgesetz in Kraft. Die Bestimmungen sprechen den Menschenrechtsverpflichtungen Hohn, die Kasachstan vertraglich eingegangen ist. Der autoritär regierte zentralasiatische Staat trotzt deninternationalen Protesten. Er will sämtliche Religionsgemeinschaften unter seine Fuchtel bringen. Alle müssen sich unter dem Gesetz neu registrieren.  Nicht registrierte Gemeinschaften werden liquidiert. Religiöse Aktivitäten, von denen die Behörden nicht wissen, sind verboten. Jedes Schriftstück wird vor der Veröffentlichung zensuriert. Der Bau und die Eröffnung von Gotteshäusern müssen am Ort und in der Hauptstadt genehmigt werden.  Zum Artikel

Es rauscht im Blätterwald

Die medialen Angebote im Internet wachsen. Traditionelle Printmedien geraten zunehmend unter Druck. Aber es gibt auch die Ausnahme. Die «NZZ» veröffentlichte im September die Leserzahlen verschiedener Tageszeitungen seit 2001. Praktisch alle verzeichneten einen Rückgang. Einzig die Gratisblätter lieferten einen Gegentrend.

Auf Anfrage von «idea Spektrum» wollten die verschiedenen Verlage und Verbände keine genauen Zahlen nennen. Der Trend ist aber deutlich rückläufig.«idea Spektrum» hingegen konnte die Auflage auf gut 4000 Exemplare steigern, nachdem sie vor sechs Jahren noch bei 2500 Exemplaren lag.  Zum Artikel

Die Türkei hat ihre säkulare Einstellung verloren

„Die Türkei hat ihre säkulare Einstellung verloren“, sagt Bekdil. Und das ist noch nicht alles. Ein weiteres Bild zeigt Erwachsene und Kinder bei einer Demonstration. „Wir kämpfen, bis Israel von der Landkarte getilgt wurde“, steht auf einem Plakat.

Verantwortlich für eine zunehmend anti-israelischer und islamischer werdende Türkei ist laut Bekdil vor allem die Regierung unter Premierminister Recep Tayyip Erdogan. Der habe noch nie einen Hehl aus seiner Ablehnung für Israel gemacht, ebenso wie aus seiner religiösen Überzeugung. Erdogan habe seinen Traum nicht verschwiegen: Dass eines Tages alle Türken in der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem beteten.

33 Prozent befürworteten, dass Frauen zur Züchtigung geschlagen würden. Nur ein Drittel der Türken sei der Meinung, ihre Gesellschaft gründe auf denselben Werten wie die EU.  Zum Artikel

Deutsche Schulbücher erklären Israelis zu Tätern

Obwohl er die einzige Demokratie im Nahen Osten ist und Herausragendes in Bereichen wie Medizin, Telekommunikation, Softwareentwicklung oder erneuerbare Energien leistet, hält eine Mehrheit hierzulande den jüdischen Staat für die größte Bedrohung für den Weltfrieden. Außerdem traut man ihm zu, an den Palästinensern Verbrechen zu begehen, die mit denen der Nazis an den Juden vergleichbar sind. Woher kommt dieses ausgesprochen schlechte Image? Die Grundlagen dafür werden vermutlich schon in der Schule gelegt.  Zum Artikel

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