Von Anfang an hat Al-Qaida an der Spitze der Rebellion in Syrien gestanden

Die französische Tageszeitung Libération veröffentlichte Anfang Februar ein Interview mit Scheich Louay al-Zouabi, einem selbsterklärten salafistischen Imam aus Daraa in Syrien; er behauptet, eine Fatwa ausgesprochen zu haben, die den Aufstand gegen die Herrschaft Baschar al-Assads auslöste.

Der Salafismus, eine radikale fundamentalistische Strömung im Islam. Es ist die gleiche Form des Islam, die auch von al-Qaida vertreten wird. Al-Zouabi sagte, dass er deren Vorstellungen teile.

Er sagte, die „Intifada“ begann mit der Festnahme und Folter von einem Dutzend Kinder, das älteste war zwölf Jahre alt. „Das Volk will die Regierung stürzen“, hatten sie an Hauswände geschrieben. Ihre Väter wollten dann mit den Sicherheitskräften über ihre Freilassung verhandeln. Dabei wurde ihnen gesagt: „Wenn ihr noch einmal hierher kommt, werden wir euch verhaften, und eure Frauen werden wir dazu bringen, uns die Füsse zu küssen.“ Eine Anwältin, die die Kinder verteidigen wollte, wurde ins Gefängnis gesteckt, und sie rasierten ihr den Kopf – das ist noch unehrenhafter, als sie zu töten. Dies war es, was die Menschen am 20. März auf die Strasse gehen liess.

Bei der Demonstration eröffneten laut al-Zouabi die Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten und töteten sechs von ihnen. Als Reaktion auf diese Ereignisse, sagt er, habe er seine Fatwa ausgesprochen, die den Sturz Baschar al-Assad fordert.

In einem anderen Interview vom vergangenen November mit der französischen Wochenzeitung Le Nouvel Observateur erklärte al-Zouabi, in Afghanistan und Bosnien gekämpft zu haben.

Im Gespräch mit dem The Daily Star bekennt al-Zouabi: „Ich bin Al-Qaida, nur dass ich bereit bin, [mit Christen] zu sprechen und die Ermordung Unschuldiger ablehne.“

Sara Daniel von Le Nouvel Observateur erklärt Al-Zouabi, er predige heute einen „neuen Salafismus“, der anderen Religionen gegenüber tolerant sei. „Ich habe gewisse Verse des Korans umgedeutet. Heute betrachte ich Sie nicht mehr als Ungläubige. Ausserdem“, fügte er hinzu, „beachten Sie, dass ich Sie nicht auffordere, einen Schleier zu tragen. Ich unterlasse lediglich, Sie anzusehen, wie mein Gott es befohlen hat…“

Scheich Louay al-Zouabis saloppes „ich bin al-Qaida“ und sein Bericht über die Ursprünge der Rebellion gegen Assad deuten darauf hin, dass al-Qaida von Anfang an der Spitze der Rebellion in Syrien stand.

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Turkmenistan: Ilmurad Nurliev ist frei

Unerwartet wurde Pastor Ilmurad Nurliev (46) am 18. Februar vorzeitig aus dem Arbeitslager entlassen. Eigentlich wäre seine Zeit erst im Oktober 2014 um. Er steht weiter unter Beobachtung und muss sich wöchentlich auf der Polizeiwache melden. Seine Anerkennungspapiere als ordinierter Pastor haben die Behörden beschlagnahmt.

Unklar ist, ob Ilmurad Nurliev weiter auf einer “Schwarzen Liste” vermeintlicher Dissidenten, die weder ein- noch ausreisen dürfen, verbleibt. Seine Frau und die Familie sind überglücklich über die Entlassung. Sie sagte: “Es ist so eine Freude! Unser Dank und unsere Segenswünsche gelten allen, die sich für seine Entlassung eingesetzt haben.”

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Israelische Post verteilt Neue Testamente

In Ramat Gan haben die Briefträger im Auftrag christlicher Mission das Neue Testament verteilt. Zu jeder Haustür, zu jedem Briefkasten mussten sie, wie sich schnell herausstellte, das Neue Testament in hebräischer Sprache bringen. Offensichtlich handelte es sich um einen Massenversand mit automatisch gedruckten Serienadressen. Die Briefträger wehrten sich dagegen und erhoben Einspruch, gegen ihren Willen christliche Mission zu betreiben. Sie kontaktierten religiöse Knessetabgeordnete, die darauf bestanden, die Affäre rechtlich zu überprüfen. Aber als staatliche Institution ist die israelische Post zur Verteilung verpflichtet, und so wurden 24 Stunden später alle Neuen Testamente trotz Kritik ausgeteilt.

Interessant waren die über 600 Talkbacks unter dem Onlineartikel von Ynet. Dabei waren Pro und Kontra hinsichtlich der Aktion relativ ausgewogen: „Wer bestimmt, was wir lesen dürfen, die Briefträger?“; „Missionare, raus aus Israel“; „Ich möchte auch ein Neues Testament“; „Das Buch landet bei mir im Papierkorb mit dem übrigen Werbematerial“; „Die Briefträger rebellierten, nur weil sie keine schweren Bücher schleppen wollten“; „Christen, lasst uns endlich in Ruhe!“; „Das Neue Testament (Bund) ist keine christliche Erfindung, sondern eine jüdische aus dem Alten Testament, Jeremia 31“; „Hallo, ich habe kein Buch bekommen, möchte auch eins.“

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Schimon Peres als Musikstar

Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hat am Dienstag seine englischsprachige Facebook-Seite gestartet. Zudem veröffentlichte er ein Musikvideo, in welchem er die Zuschauer auffordert, seine Freunde zu sein. Darin zu sehen ist Peres mit Berühmtheiten aus Politik, Sport und der Unterhaltungsbranche.

Das Video „Be My Friend For Peace“ zeigt Peres bei Begegnungen mit Politikern wie Mahmud Abbas, Jasser Arafat, Angela Merkel, Nicolas Sakozy, Barack Obama oder Hillary Clinton. Zudem sind Bilder von Treffen zu sehen mit der Schauspielerin Sarah Jessica Parker sowie Sportlern wie Cristiano Ronaldo oder Iker Casillas.

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In dem Songtext heißt es übersetzt:.“Sei mein Freund für den Frieden. Ich möchte deine Stimme hören. Sei mein Freund und teile Frieden. Sag deine Meinung und verändere die Welt“

Das Hauptziel von Peres‘ Online-Initiative ist, den Frieden zu fördern und mit Bürgern aus Ländern in Kontakt zu treten, mit denen Israel nicht zwangsläufig diplomatische Beziehungen habe.

Somalia: Christ wegen seines Glaubens enthauptet

Der frühere Muslim Zakaria Hussein Omar (26) wurde wahrscheinlich von Mitgliedern der radikal-islamischen Shabab-Miliz, die mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung steht, wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet, weil er vom Islam „abgefallen“ war.

Nomaden fanden seine Leiche 15 km von Mogadischu entfernt. Omar hatte bereits im vorigen Jahr Hinweise erhalten, dass sein Leben bedroht sei. Damals hatte die Shabab-Miliz die Hilfsorganisation verboten, für die er arbeitete.

Omar war vor sieben Jahren in Äthiopien Christ geworden. 2008 kehrte er nach Somalia zurück und ließ sich zum Buchhalter ausbilden. 2010 heiratete er. Er hinterlässt seine Frau, Eltern, Bruder und vier Schwestern.

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Christen in Syrien – Was uns am meisten zermürbt, ist die ständige Furcht

«Die Lage verschärft sich zusehends. Menschen werden auf offener Strasse entführt oder erschossen.» Ein Kirchenleiter sagte dem Hilfswerk Open Doors, Autodiebstähle sowie die Entwendung von Benzin seien an der Tagesordnung. Bisher hätten nur wenige Christen das Land verlassen, «aber viele sind im Begriff, ihre Abreise zu organisieren. Um uns herum regnet es Bomben. Aber was uns am meisten zermürbt, ist die ständige Furcht.» In der Gefahr gewinnen Christen Kraft im Beten. «In unserer Kirche wird ununterbrochen gebetet», sagt ein Pastor in der Hauptstadt. Die syrischen Gläubigen appellieren an Christen im Ausland, für sie zu beten.

Syrien steckt in der Sackgasse, und die Gräben des Misstrauens zwischen den Religionsgemeinschaften vertiefen sich. Mit der am 26. Februar an der Urne genehmigten Verfassungsänderung kann kein Nicht-Muslim mehr Staatsoberhaupt werden.

Laut einem Beobachter in der Region schauen die Christen «gebannt wie eine hypnotisierte Maus auf zwei Schlangen: Die eine ist das noch bestehende System, dem gegenüber besonders die leitenden Christen, weniger die Jugendlichen, unter allen Umständen systemkonform erscheinen wollen.» Die andere seien die Islamisten.

Syrien gehört zu den Stammländern des Christentums. Die etablierten syrischen Kirchen haben unter dem Assad-Regime vergleichsweise grosse Freiräume genossen. Begreiflicherweise fürchten die Christen islamistische Herrschaft sowie Chaos und Terror wie im Irak.

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Deutlich mehr Terroranschläge im Februar

Die Zahl der Terroranschläge gegen Israel ist im Februar im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen: 100 terroristische Vorfälle wurden registriert – im Vergleich zu 56 im Januar. Dies geht aus einem Bericht des Allgemeinen Sicherheitsdienstes (SHABAK) hervor, der am Sonntag veröffentlicht wurde.

Aus dem Gazastreifen wurden 31 Anschläge vermeldet, im Januar waren es 15 gewesen. Vervierfacht hat sich die Zahl der auf israelisches Gebiet abgefeuerten Raketen, von neun im Januar stieg sie im Februar auf 36.

In Judäa und Samaria sowie Jerusalem wurden vor allem mehr Fälle von Molotov-Cocktails gemeldet – 67 im Vergleich zu 39 im Vormonat.

Zwei Menschen wurden im Februar bei Terroranschlägen verletzt, einer von ihnen ein israelischer Staatsbürger, der zweite ein ausländischer Journalist.

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Ernster Schlag gegen Israelis und Palästinenser die weiterhin von Koexistenz und Frieden zwischen beiden Seiten sprechen

Fatah-Aktivisten haben den Besuch israelischer Ärzte in Ramallah als eine Art der „Normalisierung“ mit Israel verurteilt und die Palästinensische Autonomiebehörde PA daran erinnert, dass ihrer Führer die Palästinenser wiederholt aufgefordert hatte, sich jeglicher Art der Normalisierung mit Israel zu widersetzen.

Dass Tausende palästinensische Patienten jedes Jahr in israelischen Krankenhäusern medizinisch behandelt werden, hat Palästinenser nicht davon abgehalten, ihren Widerspruch gegen den Besuch israelischer Ärzte in Ramallah zu äussern.

Die Palästinensische Autonomiebehörde organisierte die Reise. Einige Ärzte und Schwestern behaupteten, die Ärzte seien in Wirklichkeit israelische Armeeoffiziere.

Die palästinensische Wut über den Besuch israelischer Ärzte in Ramallah ist ein Zeichen zunehmender Radikalisierung unter Palästinensern. Zudem ist es ein ernster Schlag gegen Israelis und Palästinenser gleichermassen, die weiterhin von Koexistenz und Frieden zwischen beiden Seiten sprechen.

In den letzten zwei Jahrzehnten waren Zehntausende Palästinenser – darunter einige oberste palästinensische Führer wie Minister und der ehemalige Mufti von Jerusalem – zu lebensrettende Operationen in israelischen Krankenhäusern. Jedes Jahr erhalten viele palästinensische Ärzte ihre Ausbildung in israelischen Krankenhäusern und viele von ihnen suchen die Unterstützung ihrer israelischen Kollegen bei der Behandlung ihrer Patienten. Einige Palästinenser haben sogar ihr Haus und Land verkauft, um für die Kosten einer Behandlung in einem israelischen Krankenhaus aufzukommen.

Doch statt die palästinensisch-israelische Zusammenarbeit im medizinischen Bereich zu begrüssen, rufen einige Palästinenser zum Boykott derjenigen auf, die versuchen, das Leben ihrer eigenen Patienten zu retten. Der PA-Gesundheitsminister Fathi Abu Mughli sieht sich nun scharfer Kritik ausgesetzt, weil er den Israelis den Besuch des Medizinzentrums gestattet hat. Einige Palästinenser sind sogar so weit gegangen und haben die PA-Regierung aufgefordert, ihn wegen seines „Verbrechens“ vor Gericht zu stellen.

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Türkei: Überfall auf Baptistengemeinde

In der türkischen Hafenstadt Samsun am Schwarzen Meer ist eine Baptistengemeinde überfallen worden. Wie erst jetzt bekannt wurde, skandierten vier Männer am 26. Februar nach Mitternacht christenfeindliche Parolen, rissen ein Hinweisschild der Kirche um und warfen mit Steinen Scheiben ein.

Die Männer hätten auch einen Polizisten krankenhausreif geschlagen, der die Kirche bewachte, sagte Pastor Orhan Picaklar. Er vermutet die Täter in radikal-islamischen Kreisen. Der Überfall stehe offenbar in Zusammenhang mit der Koran-Verbrennung durch US-Soldaten in Afghanistan. Drei der vier Täter hätten die Flucht ergriffen, bevor andere Polizisten ihrem verletzten Kollegen zu Hilfe eilen konnten. Ein Mann sei verhaftet worden, so Piciklar, der Strafanzeige stellte. Nun ermittele die Polizei. Die kleine Gemeinde sei in den letzten Monaten wiederholt Ziel von Übergriffen geworden.

Eine Jugendgruppe aus Rumänien, die im Gemeindehaus übernachtete, sei durch den Überfall zu Tode erschreckt worden. Ein hoher Sachschaden sei nicht entstanden, dennoch sei er dankbar, dass die Behörden die christliche Minderheit schützen. Auch ein muslimischer Nachbar habe vergeblich versucht, die Täter von ihrem Tun abzuhalten.

Die Gemeinde wurde 2003 gegründet und hat etwa 50 Gottesdienstbesucher. In der Provinz Samsun mit 1,2 Millionen Einwohnern ist sie die einzige evangelische Kirche. Picaklar ist ein ehemaliger Muslim, der durch die Lektüre eines Johannes-Evangeliums Christ geworden war. Er betreut regelmäßig einen Infostand der Gemeinde auf dem Marktplatz, um dort Bibeln weiterzugeben. Fast täglich finde er Abnehmer. Vor kurzem habe eine Frau acht Exemplare der Heiligen Schrift mitgenommen. Wie die Muslima ihm später berichtete, habe sie damit ihre Nachbarn versorgt. Diese hätten sich über die Ausgaben der Heiligen Schrift sehr gefreut.

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Religion für Atheisten

Der Londoner Philosoph Alain de Botton ist Atheist. Das hindert ihn nicht daran, Religion nützlich zu finden. Sein neues Buch „Religion For Atheists“ ist eine Anleitung für Nichtgläubige, vom Erfahrungsschatz der Religionen fürs tägliche Leben zu profitieren.

Nach seiner Meinung gibt es viele Felder, in denen die  Atheisten von den Religionen was lernen können, das ist das zentrale Thema seines Buches. Nach Alain de Botton haben die säkularen Gesellschaften keine Rezepte, die menschliche Natur zu rühren. Sie erinnern uns nicht mehr daran, gut zu sein, sobald wir das Kindheitsalter verlassen haben. Oberster Wert der säkularen Gesellschaft ist die Freiheit, nicht die Ethik. Aber er glaubt nicht, dass der Mensch dafür gemacht ist, Freiheit ohne moralische Strukturen zu geniessen.

Der neue, aggressive Atheismus und dessen berühmtester Vertreter, der Zoologe Richard Dawkins, sind in England sehr populär und einflussreich. Dieser Atheismus fordert nicht nur die Religionsneutralität, sondern die Verdrängung von Religion aus der öffentlichen Sphäre. Der neue Atheismus erstarkte nach dem 11. September 2001. Grundsätzlich sind sie gegen alle Religionen, doch die Angriffe werden interessanterweise in der Regel als Angriffe auf das Christentum formuliert.

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Zwei Frauen als gemeinsame Mütter anerkannt

In einem Präzedenzurteil hat am Sonntag das Familiengericht Ramat Gan gestattet, zwei Frauen ab der Geburt als Mütter eines gemeinsamen Kindes registrieren zu lassen. Das lesbische Paar hatte 2007 einen Sohn bekommen – dabei war die mit Spendersamen befruchtete Eizelle der einen Frau ihrer Partnerin eingesetzt worden, die das Kind austrug und zur Welt brachte.

Nach der Geburt des Sohnes hatte das Innenministerium nur die Frau als Mutter registrieren wollen, die das Kind geboren hatte – der biologischen Mutter wurde erklärt, sie müsse das Kind adoptieren, um als seine zweite Mutter gelten zu können.

Das Gericht gab nun den Müttern Recht. In der Begründung hieß es: „Aus Sicht des Kindeswohls handelt es sich um eine pragmatische, gerechte und naheliegende Lösung. Diese Lösung schützt die Beziehung zu den Müttern und die Nähe, die es ohnehin schon zwischen Kind und zweiter Mutter gibt.“

Die Anwältin der beiden Frauen zeigte sich erfreut über das Urteil. (Ynet, 05.03.12)

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Iran soll Atombombe in Nordkorea getestet haben

Messdaten zeigen, dass in Nordkorea im Jahr 2010 zwei geheime Atombombentests stattgefunden haben. Mehrere Geheimdienste glauben: mindestens einer davon war ein iranischer.

Seit Jahren verdächtigt die internationale Staatengemeinschaft den Iran, neben seinem zivilen auch ein militärisches Nuklearprogramm zu betreiben. Zwar mehren sich die Anzeichen für ein solches militärisches Programm, doch Teheran bleibt hartnäckig bei seiner Aussage, lediglich die friedliche Nutzung der Kernenergie anzustreben.

Noch immer schenkt auch so mancher westliche Rüstungskontrollexperte diesen Beteuerungen Glauben. Trotz zahlreicher Indizien gelte schließlich auch für den Iran die Unschuldsvermutung. Erst wenn eine Nation einen Nukleartest durchgeführt habe, seien ihre militärischen Absichten eindeutig bewiesen. Und im Iran habe definitiv noch nie ein Test stattgefunden.

Was aber, wenn der Iran bereits eine Nuklearwaffe getestet hätte? Und dies nicht etwa auf iranischem Territorium, sondern dort, wo ohne Rücksicht auf die Weltmeinung noch immer Nukleartests durchgeführt werden und wo man bislang stets bereit war, nukleare Expertise und Technologie gegen harte Devisen zu exportieren – in Nordkorea?

Ausgelöst hat diese Debatte ein Bericht der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ im vergangenen Monat. Hierin werden Erkenntnisse des schwedischen Nuklearphysikers Lars-Erik de Geer vorgestellt, der für die Swedish Defence Research Agency in Stockholm Radioisotope in der Atmosphäre erforscht. De Geer zufolge hat Nordkorea im Jahr 2010 wahrscheinlich zwei geheime Nuklearwaffentests durchgeführt.

Warum aber sollte Nordkorea um die Tests eine solche Geheimniskrämerei betreiben, nachdem es die früheren Tests ja medienwirksam vermarktet hatte?

Das eigentlich Sensationelle an de Geers Feststellungen ist, dass das Ausgangsmaterial beider Tests Uran gewesen ist. Nordkoreas jahrelangen Beteuerungen zufolge besaß das Land aber gar kein waffenfähiges Uran.

Woher also stammt das waffenfähige Uran für die beiden 2010 getesteten Sprengsätze? Hierfür gibt es nur zwei mögliche Erklärungen, die auch die strenge Geheimhaltung der Tests sinnvoll und notwendig erscheinen lassen. Zum einen könnte es sich um waffenfähiges Uran aus Nordkoreas eigener geheimer Produktion handeln. In den Jahren bis zu den beiden Tests von 2010 hätte Nordkorea problemlos hochangereichertes Uran für zwei Sprengköpfe produzieren können.

Die zweite Erklärung wäre, dass Nordkorea einen nuklearen Fremdtest durchgeführt hat – in diesem Fall eines iranischen Sprengsatzes. Der naheliegende Einwand gegen dieses Szenario wäre, dass der Iran nach den Erkenntnissen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) bisher noch kein waffenfähiges Uran produziert hat. Doch dieser Einwand steht auf schwachen Füßen.

Wo ist die Produktion aus der Zeit von 1998 bis 2007? Die IAEO kontrolliert nur die Anreicherungsanlagen von Natans und Fordo. Das bedeutet, dass die Anreicherung von Uran im Iran mit der Inbetriebnahme von Natans im Jahr 2007 begonnen hat. Zugleich weiß die IAEO aber, wie ihr früherer stellvertretender Direktor vor einiger Zeit unmissverständlich feststellte, dass im Iran spätestens seit 1998 Uran angereichert wurde – wo auch immer. Wenn das aber stimmt – und darüber gibt es keine ernsten Zweifel –, wo ist dann die Produktion aus der Zeit von 1998 bis 2007?

Es gilt als ziemlich sicher, dass das iranische Militär bis 2003 an der Entwicklung von Nuklearwaffen gearbeitet hat. Selbst wenn man konzediert, dass der Iran seine gesamten nuklearen Aktivitäten 2003 ausgesetzt hat, bleibt die Frage nach der Produktion aus den Jahren 1998 bis 2003.

Für den Betrieb von Kernkraftwerken reicht ein Anteil von einigen Prozent Uran-235. Möchte man allerdings eine Uran-Atombombe bauen, so sind Anreicherungsgrade von mindestens 80 Prozent erforderlich.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der IAEO ein Dokument vorliegt, wonach es der religiöse Führer Ayatollah Khomeini selbst war, der bereits im Jahr 1984 entschied, das nach der Entmachtung des Schahs eingestellte Nuklearwaffenprogramm wieder aufzunehmen. Wie sein Nachfolger Ayatollah Chamenei erklärte, betrachtete man eine iranische Atombombe als den einzigen Weg, um die Islamische Revolution zu schützen und sie auf die Ankunft des Imam Mehdi vorzubereiten.

Somit wird deutlich, dass es sich bei Khomeinis oft zitierter Fatwa (islamisches Rechtsgutachten), derzufolge Nuklearwaffen nicht mit dem Islam vereinbar seien, um ein reines Täuschungsmanöver handelt. Der Iran ist seit Jahrzehnten fest entschlossen, Nuklearmacht zu werden. Natürlich werden die Beteiligten all dies dementieren.

Hätte Nordkorea einen nuklearen Sprengkopf des Iran getestet, wäre dies zwar eine Überraschung, der Vorgang als solcher ist in der Geschichte der Atomwaffen nicht ungewöhnlich. Nukleare Tests durch befreundete Nationen beziehungsweise auf fremdem Territorium hat es regelmäßig gegeben. Am bekanntesten ist der als „Vela Incident“ in die Geschichte eingegangene Test einer israelischen Neutronenwaffe in unmittelbarer Nähe der zu Südafrika gehörenden Prince-Edward-Inseln, 2500 Kilometer südlich von Kapstadt. Zwar bestreiten alle Beteiligten offiziell bis heute diesen Test.

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Schwefelsäure-Angriffe auf pakistanische Frauen

Ein Oscar ging erstmals nach Pakistan gegangen ist. Es war zwar nur in der bescheidenen Kategorie ‚Kurzer Dokumentarfilm‘. Aber dies störte die Pakistaner kaum.

Der vierzigminütige Film ‚Saving Face‘ handelt über die barbarische Praxis pakistanischer Männer, Frauen Schwefelsäure ins Gesicht zu spritzen. 150 Opfer wurden letztes Jahr allein von der ‚Acid Survivors Foundation‘ betreut, doch wie ihre Präsidentin Valerie Khan in der ‚Express Tribune‘ erklärte, ist die Dunkelziffer hoch.

Dies ist dem perversen Umstand zu verdanken, dass die Säure genau das tut, was viele Männer zu dieser Untat provoziert: Sie sorgt dafür, dass die Frauen ihr Gesicht endlich hinter dem Schleier verbergen, oder dass sie sich ganz in die abgeschotteten ‚Pardah‘-Räume ihrer Häuser einschliessen. Die Scham eines entstellten Gesichts und das soziale Stigma, das damit einhergeht, halten viele Opfer davon ab, ihre Angreifer zu benennen und anzuklagen. Es ist ein ‚intimes Verbrechen‘, sagt Sharmeen Obaid im Film.

Oft sind es Ehemänner, die die Tat ausführen und das Opfer damit zwingen, ihre Rolle als Sklavin des Hauses noch unsichtbarer als zuvor auszuführen. Die Täter sonnen sich manchmal im stolzen Gefühl, einem religiösen Gebot Nachachtung verschafft zu haben.

Vor einem Jahr wurden drei Schwestern zwischen Vierzehn und Zwanzig in der Nähe der Stadt Kalat in Balutschistan, auf dem Weg zu einer Hochzeit, von zwei Motorrädern überholt. Dabei schütteten die Beifahrer den jungen Frauen Säure in die unverschleierten Gesichter. Die vier Täter gehörten zur ‚Baluch Ghairatmand‘, der ‚Ehrenhaften Balutschen-Vereinigung‘, die Frauen zwingen will, den ‚Hijab‘ zu tragen. In diesem Fall flohen die drei Frauen allerdings nicht in die Scham des Schleiers. Sie klagten gegen die vier Täter. Sie waren es, die im Gefängnis verschwanden.

„Saving Face“ handelt von Pakistanerinnen, die den Mut hatten, ihr Gesicht zu zeigen. Die Filmerin folgt einem britisch-pakistanischen Arzt, Mohammed Jawad. Er hatte von diesen Schandtaten gehört und beschloss, seine Praxis für Schönheitschirurgie in einem Londoner Nobelviertel periodisch zu schließen und mit seiner Ausrüstung in die Heimat zu reisen. In städtischen Krankenhäusern, aber auch in kleinen Landpraxen macht er sich daran, das Gesicht von Opfern Hautschicht um Hautschicht wieder herzustellen. Im Film erklärt er, wie zerstörerisch die Säure wirkt. Sie verbrennt nicht nur wie bei einem Brandunfall das Gewebe, sondern richtet sich regelrecht darin ein und frisst sich weiter. Manchmal seien bis zu 25 Operationen nötig, um dem Gesicht wieder einen Anflug seiner früheren Lebendigkeit zurückzugeben. Für Augenlicht und Geruchsnerven sei es meistens zu spät. Die Säure ist leicht zu beschaffen, da sie in der Textilindustrie, einem wichtigen Erwerbszweig in Pakistan, leicht zugänglich ist.

Eine Gesetzesverschärfung – sie schreibt bei Säureangriffen 14 Jahre Haft vor – wurde vor zwei Jahren verabschiedet, ist aber in mehreren Provinzen immer noch nicht in Kraft. So konnte es geschehen, dass die Zahl der – bekannten – Säureangriffe im letzten Jahr um 25 Prozent zunahm.

Vertreterinnen von Frauenorganisationen sind allerdings überzeugt, dass die weltweite Aufmerksamkeit, die ‚Saving Face‘ dank dem Oscar geweckt hat, und die Euphorie darüber in Pakistan, die Politiker und Polizei zwingen werden, zu handeln.

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