Neue Spannungen im Nahen Osten

Das ägyptische Parlament hat die Regierung in Kairo dazu aufgefordert, den israelischen Botschafter im Land auszuweisen. „Ägypten wird nie der Freund, Partner oder Verbündete des zionistischen Gebildes sein, das wir als ersten Feind Ägyptens und der arabischen Nation sehen“, heißt es in dem Dokument der ägyptischen Volksvertretung. Darin fordern die Abgeordneten die Regierung auf, „alle Beziehungen und Vereinbarungen mit diesem Feind zu revidieren“. Die Regierung solle zudem mit sofortiger Wirkung die Gasexporte nach Israel stoppen und ihren Botschafter aus Tel Aviv zurückziehen. In der Erklärung verlangen die Mitglieder des Unterhauses eine Unterstützung für den palästinensischen Widerstand in all seinen Formen.

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat Israel ein „Massaker“ an den Palästinensern im Gazastreifen vorgeworfen. Er meinte, Israel müsse „die brutalen Attacken gegen die Palästinenser beenden und das Massaker und das Blutvergießen stoppen“. Er betonte, sein Land werde weiter hinter den Palästinensern stehen, die seit Jahren an Ungerechtigkeit litten. Die türkische Bevölkerung müsse sich daran erinnern, dass die Menschen in Gaza ihre Brüder seien. Er forderte, die „Kinder des Holocaust“ sollten sich gegen die Einsätze der israelischen Armee im Gazastreifen wenden. Diese Operationen seien Teil eines „Genozides“ an den Palästinensern. Israel versuche seit Tagen, die Bewohner von Gaza zu zerstören, so der türkische Regierungschef. – Was waren dann die türkischen Handlungen an den Kurden?

Ein sieben Jahre alter Palästinenser aus dem Gazastreifen ist am Mittwochmorgen seinen Verletzungen erlegen, die er bei einer Explosion am Montag erlitten hatte. Palästinensische Kreise machen Israel für den Tod des Jungen verantwortlich. Die Israelis wiesen die Anschuldigungen jedoch zurück. Ein Sprecher der israelischen Zivilverwaltung (COGAT) teilte mit, die Kinder seien verletzt worden, als sie mit Sprengstoff spielten. Zu dem fraglichen Zeitpunkt habe es in jener Gegend keine militärischen Aktionen gegeben.

Syrien „verurteilt scharf die israelische Aggressivität gegen das palästinensische Volk“, heißt es in der Bekanntmachung laut der israelischen Tageszeitung „Ma´ariv“. „Es drängt die internationale Gemeinschaft, dringende Schritte zu unternehmen, um die Aktivitäten zu stoppen und auch gegen diejenigen vorzugehen, die dafür verantwortlich sind.“ – Und was soll die internationale Gemeinschaft mit der Aggressivität gegen Israel und gegen die eigene syrische Bevölkerung machen?

Knapp 48 Stunden nachdem die Waffenruhe am Gazastreifen in Kraft getreten war, machte es in der Nacht auf den Donnerstag den Anschein, als ob sie bereits wieder am Zusammenbrechen sei. Die israelische Luftwaffe trat gegen Mitternacht in Aktion als Reaktion auf das vorher erfolgte Abfeuern von zwei Grad-Raketen auf Beershewa. Ein Projektil landete im offenen Gelände, das zweite wurde vom Abwehrsystem «Iron Dome» zerstört. Die israelischen Flugzeuge trafen eine Raketenabschussrampe und einen Schmuggeltunnel im Norden des Gazastreifens. Als Folge dieser Zwischenfälle entschieden die Verwaltungen der Städte Beershewa, Ashkelon, Ashdod, Kiriat Gat und Kiriat Malachi, heute Donnerstag den Schulunterricht wieder ausfallen zu lassen, obwohl die Zivilschutzbehörde sich für einen normalen Unterrichtsbetrieb ausgesprochen hatte. Die Eskalation vom Mittwoch wird Splittergruppen zur Last gelegt und nicht dem Islamischen Jihad oder der Hamas, die sich beide für die Waffenruhe ausgesprochen hatten. Premierminister Binyamin Netanyahu allerdings schlug am Mittwochnachmittag einen recht kriegerischen Ton an, als er Gaza als die «Frontposition Irans» bezeichnete. Auch die Tatsache, dass Netanyahu einen für den 21. und 22. März geplant gewesenen Besuch in Frankreich und Spanien annulliert hatte, heizte die Spekulationen rund um ein Wideraufflammen der Kampfhandlungen am Gazastreifen an. Hochrangige IDF-Offiziere sprachen in der Nacht auf heute Donnerstag wieder von der Notwendigkeit einer großangelegten Bodeninitiative gegen den Gazastreifen.

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