Neom – eine futuristische Wüstenstadt

Saudi-Arabien plant eine moderne, neue Stadt namens Neom. Das Wort setzt sich aus dem griechischen Wort «Neo» («Neu») und dem ersten Buchstaben des arabischen Wortes «Mustaqbal» («Zukunft»). Sie soll die Welt in die Zukunft weisen.

Dieses 500-Milliarden-Projekt soll Saudi-Arabien ab 2025 in Bereichen wie Biotechnologie, Energie und Wasser in neuen Schwung bringen. Es soll zu diesem Zeitpunkt die sicherste und zukunftsweisendste Stadt der Welt werden.

Der saudische Thronfolger Mohammed bin Salman sprach von einem zivilisatorischen Sprung und einem Ort für die Visionäre der Welt. Die Stadt soll mehr Roboter als Menschen beheimaten und sich ausschließlich mit erneuerbarer Energie versorgen.

Laut mehreren Quellen sollen israelische Technologieentwickler beim Aufbau der modernen Wüstenstadt mit von der Partie sein. mehr Informationen

Initiiert wurde dieses Projekt, das am 24. Oktober 2017 in Riad erstmals vorgestellt wurde, durch die saudi-arabische Königsfamilie.

Neom soll seine eigenen Gesetze und Steuersätze bekommen. Abweichend von den einschränkenden Vorschriften für Frauen im übrigen Land dürfen sie sich hier ohne männliche Begleitung bewegen und können auf das Tragen der Abaya verzichten.

Ein „neues Silicon Valley“ solle entstehen. Das Ausmaß des Projekts sei gigantisch.

Frühere Großprojekte dieser Art sind gefloppt. Und diesmal?

Nach der Selbstbeschreibung soll in der Wüstenlandschaft im Nordwesten des erzkonservativen Königreichs aus dem Nichts die sicherste, effektivste, zukunftsweisendste Mega-Stadt der Welt entstehen. Sie soll eine internationale Drehscheibe und Sonderwirtschaftszone sein, zugleich Attraktion für Touristen und Heimat für Medienunternehmen. „Es wird die erste kapitalistische Stadt der Welt sein“, sagte der Kronprinz.

Jenseits der vollmundigen Ankündigungen ist allerdings kaum Konkretes über das Neom-Projekt zu erfahren. Von einer langen Reise ist die Rede, Muhammad Bin Salman selbst sieht 2025 als angestrebtes Jahr der Eröffnung. Schon in vier Jahren sollen an der Küste in dem Touristenort Neom Bay die Hotels ihre Pforten öffnen.

Womöglich schafft der saudische Kronprinz mit dem Neom-Projekt gerade deswegen eine ambitionierte Parallelwelt, weil er nicht auf das Reformtempo Rücksicht nehmen will, in dem sich der Rest des Landes bewegt. „Es ist ein cleverer Zug“, sagt ein westlicher Geschäftsmann, der schon viele Jahre in den arabischen Golfstaaten lebt und arbeitet. „Anstatt kleine, mühsame Modernisierungsschritte zu gehen, verkündet Muhammad Bin Salman den großen Wurf, den er dann schrittweise in die Tat umsetzt“, sagt der Manager.

Ein Berater eines der Ministerien, die mit der Verwirklichung der Agenda 2030 befasst sind, weist auf die besondere geographische Lage hin, die das Neom-Projekt von anderen saudischen Megacity-Projekten unterscheide. Mit Ägypten und Jordanien lägen zwei weitere große arabische Länder und wichtige Märkte und Arbeitsmärkte in der Nachbarschaft. 10 Prozent der Güter des Welthandels durchquerten das Rote Meer, an dem die Neom City liegt. Da liege noch allerhand ungenutztes Potential. mehr Informationen

Die Lage von Neom bietet ein Terrain mit Bergen, Wüsten, 285 Meilen Küste und Korallenriffen sowie ein mildes Klima mit Temperaturen, die im Durchschnitt 10 Grad Celsius niedriger sind als im Rest von Saudi-Arabien.

Könnte sich hier ein jahrtausendaltes Rätsel auflösen?

Und er führte mich im Geist hinweg in eine Wüste (Offenbarung 17,3). Die Kaufleute der Erde sind durch die Kraft ihrer Üppigkeit reich geworden (Offenbarung 18,3). 10 Die starke Stadt! Denn in einer Stunde ist dein Gericht gekommen. …. 1Denn in einer Stunde ist der so große Reichtum verwüstet worden. Und jeder Steuermann und jeder Küstenfahrer und Schiffsleute und alle, die auf dem Meere beschäftigt sind, standen weitab 1und riefen, als sie den Rauch ihres Brandes sahen, und sprachen: Wer war der großen Stadt gleich? 1Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und riefen weinend und trauernd und sprachen: Wehe, wehe! Die große Stadt, in der alle, die Schiffe auf dem Meere hatten, reich wurden von ihrer Kostbarkeit! Denn in einer Stunde ist sie verwüstet worden.

Der Ort Neom soll auch den Gottesberg (Jebel al Lawz) beinhalten oder bis an seinen Rand reichen.

https://youtu.be/FE63syd6OSI

https://youtu.be/N53DzL3_BHA

Update Juli 2019:

Laut Arabian Business umfasste die erste Phase des Giga-Projekts das wirtschaftliche Konzept, die Finanzierung und den Fahrplan für die Entwicklung, während in Phase zwei detaillierte Pläne für die 16 Wirtschaftssektoren und Regionen von Neom veröffentlicht werden.

„Wir haben mit der Strategie der Phase 2 begonnen und werden diese bis Ende 2019 abschließen. Das heißt, wir werden bis Ende des Jahres der Welt mitteilen, was Neom sein wird“, wird Al-Nasr von Arab News zitiert.   mehr Informationen

Laut dem Bericht des „Wall Street Journal“ wissen ehemalige Mitarbeiter, die am Neom-Projekt mitwirkten und Insider, die in das Projekt eingeweiht sind, „nicht, wie viel von dem Plan aufgrund potenzieller Finanzierungsprobleme und technologischer Einschränkungen umgesetzt werden kann“.  mehr Informationen

Update Dezember 2019

Saudis erschaffen eine neue Zivilisation

„Hier schaffen wir gemeinsam die nächste Stufe menschlichen Fortschritts.“ Aus dem Werbevideo

Der Kommunikationsminister für kulturelles Erbe in Neom Abdulasis Alsanusi kündigt an: „Neom ist der Ort, an dem die Menschheit wieder zusammenfinden wird.“ (Also eine Art Turmbau zu Babel).

Im Juli 2019 erfolgte der erste Spatenstich. Der Flughafen von Neom ist mittlerweile fertig und wird als internationaler Flughafen gelistet. Flughafencode: NUM

Im September 2019 vergab Neom Investitionsmöglichkeiten zum Bau eines Wohngebietes für 30.000 Arbeitskräfte. Es ist auf Erweiterung für mehr als 100.000 Bewohner ausgelegt. Die erste Konstruktionsphase der Stadt soll von 2020 bis 2025 dauern.

Auch auf Neoms YouTube-Kanal tut sich etwas: Das neue Land hat seine PR-Offensive begonnen, indem es sich auch als Anziehungspunkt für Extrem- und Strandsport etablieren will. NEOM Youtube-Kanal und die Homepage ist online.

Der Chef des Energiesektors, Peter Terium, sagt: „Es gibt hier keine Vorbelastung: Wir können unsere eigenen Regularien und Gesetze entwickeln. Wir können ein Markt-Design schaffen, das völlig neu und auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist“. Es scheint, als sei bei den Wissenschaftlern der Funke übergesprungen. Neom hat den Charme eines Traumlands, das sie selbst nach ihren Vorstellungen erschaffen können.

Die Brücke zwischen der Arabischen Halbinsel und dem afrikanischen Festland bringt unweigerlich auch Israel auf den Plan. Denn der Friedensvertrag mit Ägypten sichert Israel freien Zugang zum Roten Meer zu. Nach einer Konvention der Vereinten Nationen würde ein Infrastrukturprojekt, das den Golf von Akaba betrifft, den Vertrag verletzen. Beobachter vermuten, dass hinter den Kulissen längst Verhandlungen laufen. Am Ende wäre eine formale Anerkennung des Staates Israel durch Saudi­Arabien kaum zu vermeiden. Ägypten hat bereits die Inseln Tiran und Sanafir an Saudi-Arabien zurückgegeben. Die Brücke soll über Tiran führen. Die Ägypter hielten die Inseln einst besetzt, um Israel den Zugang zum Roten Meer zu versperren.

Israel soll bereits angeboten haben, Technologie für Neom zu liefern. Hinzu kommt, dass Neom ähnlich wie Singapur und Dubai an einer strategisch wichtigen maritimen Handelsroute liegt. Fast zehn Prozent des weltweiten Warenverkehrs durchqueren den Suezkanal und damit das Rote Meer. Auch dafür könnte Israel eine wichtige Rolle spielen: Die geplanten Schnellzüge zwischen dem Mittelmeer und Eilat, Israels südlichster Stadt, wären wie ein Suezkanal auf dem Landweg und damit die perfekte Ergänzung zum Seeweg.  mehr Informationen  

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