Merkel: Sich zu beklagen, dass sich Muslime im Koran besser auskennen, finde ich irgendwie komisch

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde – auch angesichts möglicher Islamisierung durch Flüchtlinge aus dem Nahen Osten – am 3.9.2015 in der Uni Bern gefragt: «Wie wollen Sie Europa und unsere Kultur schützen?»

«Ich glaube, erst einmal, dass der Islamismus und der islamistische Terror leider Erscheinungen sind, die wir ganz stark in Syrien, in Libyen, im Norden des Irak haben, aber zu denen leider auch die EU eine Vielzahl von Kämpfern beigetragen hat. Wir können nicht sagen, «das ist ein Phänomen das uns nicht angeht», sondern es sind zum Teil Menschen, oft sehr junge Menschen, die in unseren Ländern aufgewachsen sind und wo wir auch unseren Beitrag leisten.

Zweitens: Angst war noch nie ein guter Ratgeber, weder im persönlichen noch im gesellschaftlichen Leben. Kulturen und Gesellschaften, die von Angst geprägt sind, werden mit Sicherheit  die Zukunft nicht meistern.

Und drittens: Wir haben diese Debatte natürlich auch, dass wir sehr viele Muslime in Deutschland haben. Wir haben die Debatte darüber, ob der Islam zu Deutschland gehört. Wenn man 4 Mio. Muslime hat, finde ich, braucht man nicht darüber streiten, ob die Muslime zu Deutschland gehören und der Islam nicht oder ob der Islam auch zu Deutschland gehört. Da gibt es auch diese Sorgen.

Aber ich muss ganz ehrlich sagen: Wir haben doch alle Chancen und Freiheiten, uns zu unserer Religion zu bekennen. Und wenn ich etwas vermisse, ist es nicht, dass ich jemandem vorwerfe, dass er sich zu seinem muslimischen Glauben bekennt, sondern dann haben wir doch auch den Mut zu sagen, dass wir Christen sind, haben wir doch den Mut zu sagen, dass wir da in einen Dialog eintreten. Haben wir doch dann aber auch bitteschön die Tradition, mal wieder in den Gottesdienst zu gehen, ein bisschen bibelfest zu sein, und vielleicht auch mal ein Bild in der Kirche erklären zu können. Wenn sie mal Aufsätze in  Deutschland schreiben lassen, was Pfingsten bedeutet, dann würde ich mal sagen, ist es mit der Kenntnis übers christliche Abendland nicht so weit her. Und sich anschliessend zu beklagen, dass sich Muslime im Koran besser auskennen, finde ich irgendwie komisch.

Vielleicht kann uns diese Debatte dazu führen, dass wir uns mit unseren eigenen Wurzeln befassen und ein bisschen mehr Kenntnis darüber haben. Insofern finde ich diese Debatte sehr defensiv – gegen terroristische Gefahren muss man sich wappnen. Ansonsten ist die europäische Geschichte so reich an so dramatischen und gruseligen Auseinandersetzungen, dass wir sehr vorsichtig sein sollten, uns sofort zu beklagen, wenn woanders etwas Schlimmes passiert, wir müssen dagegen angehen, wir müssen versuchen, das zu bekämpfen, aber wir haben auch überhaupt keinen Grund zu grösserem Hochmut, muss ich sagen – das sage ich als deutsche Bundeskanzlerin.»

Zum Videobeitrag:

Islamkritiker Abdel-Samad widerspricht Merkel und Käßmann

Der ägyptische Islamkritiker und Politologe Hamed Abdel-Samad hat Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann (Berlin), widersprochen.

„Den beiden netten, unbesorgten Frauen will ich sagen: Keiner ging häufiger in die Kirche als die Christen von Bagdad und Mossul, und es hat ihnen nicht geholfen.Den verfolgten Christen weltweit hatte es nie geholfen, dass sie sich zum Christentum bekennen. Im Gegenteil!“

Käßmann erklärte, sie müsse bei den „besorgten Mitbürgern immer ein wenig lächeln“ und sage denen gern: „Gehen Sie sonntags in die Kirchen, dann müssen Sie keine Angst vor vollen Moscheen haben!“ mehr Informationen

Der Kanadier Ezra Isaac Levant über Merkels Statement:

Vergleiche auch Artikel:
Berlinder Kirchen füllen sich dank Muslimen
Flüchtlinge kurbeln die Wirtschaft an
Deutschland ist nicht mehr deutsch
Andere besser verstehen lernen – Transkulturelle Kommunikation

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3 Gedanken zu „Merkel: Sich zu beklagen, dass sich Muslime im Koran besser auskennen, finde ich irgendwie komisch“

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