Massenpanik und Tote an der Pilgerreise in Mekka

Update 17.10.2015: Insgesamt ergaben sich 1807 Tote. Damit ist die Massenpanik die bislang schlimmste bekannte Hadsch-Katastrophe. Im Juli 1990 waren bei einem tödlichen Gedränge während der jährlichen Wallfahrt mehr als 1400 Pilger erstickt oder zu Tode getrampelt worden. Die Opferzahlen stammen aus offiziellen Quellen oder Medien. Demnach werden auch noch Dutzende Menschen vermisst. Die meisten Opfer meldete der schiitische Iran mit 465 Toten. Besonders viele Tote gab es auch in Ägypten (181), Mali (173), Nigeria (165), Indonesien (127), Indien (114), Pakistan (99) und Bangladesh (79). Die Ursache des Unglücks ist immer noch unklar. Die Katastrophe verschärfte auch die ohne schon angespannte Beziehung zwischen dem sunnitischen Saudiarabien und dem schiitischen Iran.

Update 28.9.2015: mindestens 1090 Tote in Mekka    Die Zahl der getöteten Pilger ist offenbar deutlich höher als bislang von den saudiarabischen Behörden angegeben. Indische und pakistanische Politiker berichteten, Beamte des Königreiches hätten Diplomaten 1090 Fotos von Opfern gegeben, die bei dem Unglück in Mina am Donnerstag ums Leben gekommen waren. Bislang hatte Saudiarabien 769 Tote und 934 Verletzte gemeldet. Am Samstag endete die Pilgerfahrt. ———-

24.9.2015: Grösstes Unglück seit 25 Jahren in Mekka: Am Donnerstag 24.9.2015 sind bei einer Massenpanik an der muslimischen Wallfahrt Hajj mindestens 717 Personen ums Leben gekommen. Mindestens 860 Pilger seien in Mina verletzt worden. Das Unglück ereignete sich wenige Kilometer vor den Toren der Stadt Mekka auf einem der Haupt-Korridore durch das Pilger-Lager in Mina. Dort drängten sich die Gläubigen, um an einer symbolischen Steinigung des Teufels teilzunehmen.

Der Auslöser der Panik am Morgen gegen 09.00 Uhr Ortszeit in Mina, wo sich hunderttausende Pilger versammelt hatten, war zunächst unklar. Eine Pilgergruppe, die den Ort verlassen wollte, sei auf eine andere Gruppe getroffen, die entweder in die Gegenrichtung wollte oder in dem Bereich campierte. Dabei sei es zum Gedränge gekommen. Nach Angaben des iranischen Hadsch-Organisators Said Ohadi wurden aus «unbekannten Gründen» zwei Fusswege in der Nähe des Unglücksortes gesperrt. «Das löste diesen tragischen Vorfall aus», sagte er dem iranischen Staatsfernsehen. Die Behörden seien nicht nur unfähig, sie hätten mit der Sperrung einer Strasse für einen königlichen Fahrzeugkonvoi das Unglück sogar verursacht, sagte der iranische Generalstaatsanwalt. „Wenn die Pilger die Anweisungen befolgt hätten, dann hätte man diese Art Unglück vermeiden können“, sagte der Gesundheitsminister des Landes, Chaled al-Faleh, im staatlichen Fernsehen. Zahlreiche Pilger würden sich „in Bewegung setzen, ohne die Uhrzeiten zu respektieren„, die ihnen von den Verantwortlichen zur Organisation des Pilgerereignisses vorgegeben werden. Das sei der „Hauptgrund“ für das Unglück.

An dem Ort wird als Teil des Ritus während der Pilgerfahrt immer am ersten Tag des islamischen Opferfestes symbolisch der Teufel gesteinigt und damit vertrieben. Kieselsteine werden dabei auf drei Steinwände geworfen. In Mina sind ausserdem mehr als 160 000 Zelte aufgestellt, in denen die Pilger während der Wallfahrt übernachten.

Auf Amateurvideos in den sozialen Netzwerken sind grausame Szenen mit unzähligen Leichen zu sehen. Männer in weissen Gewändern liegen auf einer sonnenüberfluteten Strasse inmitten zerdrückter Rollstühle und Wasserflaschen. Auf von den Behörden veröffentlichten Fotos sind Helfer zu sehen, die die Verletzten auf Tragen betten und sie zu Krankenwagen bringen.

Vor zwei Wochen stürzte ein Kran auf die Grosse Moschee in Mekka; mehr als 100 Personen kamen dabei um. Wie sich nun herausstellte, war der Kran bei dem schweren Unwetter nicht ausreichend gesichert.

Papst Franziskus gedachte der Opfer in einem Gebet. «Ich möchte mein Mitgefühl für meine muslimischen Brüder und Schwestern ausdrücken», sagte er nach seiner Ankunft in der New Yorker St. Patricks Cathedral. «In solchen Momenten suche ich Halt im Gebet. Ich verbinde mich mit Euch allen. Ein Gebet zum allmächtigen Gott, dem gnadenvollen.» Auch zahlreiche Staatschefs sprachen ihr Beileid aus.

Frühere Unglücke in der Pilgerstadt Mekka

11. September 2015: Etwa 107 Gläubige kommen um und mehr als 230 werden verletzt, als ein Kran im Sturm auf die Grosse Moschee in Mekka stürzt.

12. Januar 2006: Ein fatales Gedränge entsteht, als Pilger über mitgebrachte Gepäckstücke auf der Dschamarat-Brücke in Mina stolpern. Nachfolgende Pilger trampeln die Gestürzten zu Tode. 362 Muslime kommen ums Leben.

5. Januar 2006: Ein Pilgerhotel in der Nähe der Grossen Moschee stürzt ein, 76 Personen kommen ums Leben.

1. Februar 2004: Während der Hadsch-Wallfahrt in Saudi-Arabien werden in Mina 251 Personen zu Tode getrampelt.

5. März 2001: Mindestens 35 Pilger werden im Getümmel in Mina getötet. Das Unglück ereignet sich bei der rituellen «Steinigung des Teufels».

9. April 1998: Ebenfalls bei der symbolischen Satanssteinigung kommen in der Ebene von Mina 118 Pilger ums Leben.

15. April 1997: Bei einem Grossbrand in einem Zeltlager kommen mehr als 300 Pilger ums Leben. Das Feuer wird offenbar von explodierenden Gasflaschen ausgelöst, wie sie zum Kochen benutzt werden.

23. Mai 1994: Auf der Dschamarat-Brücke in Mina werden 270 Personen zu Tode gedrückt.

2. Juli 1990: In einem Tunnel zwischen Mekka und Mina entsteht ein tödliches Gedränge. Vermutlich war die Belüftungsanlage ausgefallen. Mehr als 1400 Pilger ersticken oder werden zu Tode getrampelt.

Hätte Mohammed diese Pilgerfahrt zu den Grundsäulen des Islams  (muss für jeden Muslim) erhoben, hätte er gewusst was seine Worte auslösen? Er hat anscheinend nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen seine Worte umsetzen möchten. Auch haben die meisten gar nie die Möglichkeit nach Mekka zu gehen, da die Zahl der Ausserwählten vom Staat Saudia-Arabien festgelegt wird.

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