Maria Magdalena

22. Juli Katholisches Fest Maria Madalena

Maria Magdalena wurde 2016 nach einem Beschluss des Vatikans liturgisch mit den Aposteln gleichgestellt. Damit soll die Rolle der Frauen in den Kirchen mehr wertgeschätzt werden.

Maria Magdalena ist als Erste genannt, die dem Auferstandenen begegnete, deshalb wurde sie schon in der Alten Kirche als Apostelgleiche verehrt. Im 3. Jahrhundert begründete Hippolyt von Rom die ehrenvolle Bezeichnung Apostola apostolorum – „Apostelin der Apostel“.

Sie ist eine Frau, die Jesus wirklich die Treue gehalten hat – da, wo andere weggerannt sind, wo andere ihn verleugnet haben. Das ist das Tiefste und der innerste Kern dessen, was wir von ihr lernen können.

Nach den Evangelien

trieb Jesus ihr sieben Dämonen aus (Lk 8,2; Mk 16,9). Sie stammt aus dem Dorf Magdala am Fuss vom Berg Arbel (See Genezareth). Maria Magdalena gehörte zu den Frauen, die Jesus nachfolgten und für den Unterhalt sorgten (Lk 8,3). Diese Frauen folgten ihrem Herrn nach Jerusalem und sahen bei der Kreuzigung von weitem zu (Mt 27,55f), halfen beim Begräbnis (Mt 27,61; Mk 15,47) und entdeckten am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1-5, Joh 20,1). Nachdem Maria Magdalena vom leeren Grab den Jüngern berichtet hatte, begegnete ihr als erster der Auferstandene und trug ihr die Auferstehungsbotschaft an die Jünger auf (Joh 20,11-18).

In der ganz frühen Kirche gab es eine sehr starke Verehrung der Glaubensbotin Maria Magdalena als Glaubenszeugin. In der Ostkirche ist das bis heute noch so. Da wurde sie kontinuierlich als Apostelgleiche verehrt.

Papst Gregor I. setzte im Jahr 591 (darin Hippolytus folgend) in einer Predigt Maria von Magdala mit der anonymen Sünderin gleich, die Jesus die Füße wusch (Lk 7,36-50). Diese Identifikation wurde Teil der katholischen Tradition um Maria Magdalena. Die bei Johannes (Joh 12,1-8) berichtete Fußwaschung wird  ausdrücklich mit Maria von Bethanien, der Schwester von Martha von Bethanien und Lazarus, verknüpft. Die Berichte in Matthäus 26 sowie Markus 14 sind Parallelen dazu.

Im liturgischen Kalender der katholischen Kirche von 1969 geht aus der Vita zum Fest der heiligen Maria Magdalena am 22. Juli hervor, dass es sich weder um die Schwester der hl. Martha handele, noch um die Sünderin, die Jesus die Füße wusch.

Das Dekret vom 3. Juni 2016 wurde von Kardinal Robert Sarah, dem Präfekten der Liturgiekongregation, unterzeichnet. Der Papst habe sich persönlich für diese Aufwertung eingesetzt. Damit wollte er im Rahmen des „Jubiläums der Barmherzigkeit“ auf die Bedeutung dieser Frau hinweisen.

In einem Begleitschreiben betonte Erzbischof Arthur Roche, Maria Magdalena sei das Beispiel einer wahren und authentischen Verkünderin der Frohen Botschaft, „einer Evangelistin, die die frohmachende, zentrale Botschaft von Ostern verkündet„. «Sie ist Zeugin des auferstandenen Christus und verkündet die Botschaft von der Auferstehung des Herrn, wie die übrigen Apostel. Darum ist es richtig, dass die liturgische Feier dieser Frau denselben Grad eines Festes erhält wie die Feiern der Apostel im Römischen Generalkalender.»

Matthias Grünewald: Zeugin der Kreuzigung Jesu, Isenheimer Altar (Detail), 1512–1516

Was geschah mit ihr nach der Himmelfahrt Jesu?

Man weiß nichts historisch Definitives über das Schicksal der Maria Magdalena nach Jesu Tod. Seit dem 6. Jahrhundert wird in Ephesus, einer in antiken Zeiten bedeutenden Stadt in Kleinasien, ungefähr 70 Kilometer südlich vom heutigen Izmir an der türkischen Westküste, ein Grab der Maria Magdalena verehrt. Die Legenda aurea, das am weitesten verbreitete religiöse Volksbuch des Spätmittelalters, berichtet eine andere Überlieferung: Demnach wurde sie auf einem segellosen Schiff ausgesetzt, landete in dem französischen Fischerdorf Saintes-Maries-de-la-Mer bei Marseille und missionierte in der Provence. Ihre sterblichen Überreste wurden im 9. Jahrhundert in das Kloster in Vézelay überführt. Dieses Kloster wurde ab dem 11. Jahrhundert zu einem Wallfahrtsort.  mehr Informationen

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