Jesus stillt den Durst nach Leben

Die innersten Bedürfnisse der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen (Johannes 4,1-26) sind nicht gestillt, obwohl sie sich in Fragen der Religion auskennt und um den Messias weiß. Jesus zeigt ihr auf, dass es entscheidend ist, wie sie auf den verheißenen jüdischen Messias reagiert (Johannes 4,22).

Der Grund, weshalb Jesus durch Samaria reisen muss, bleibt offen. Zeigt es an, dass man diese Gegend meidet oder ist es, damit Jesus dieser Frau am Brunnen begegnen kann? Klar ist, dass er einem offenen Konflikt mit den Pharisäern in Judäa ausweichen will.

Zwischen der Frau und Jesus gibt es drei Hindernisse: Sie stammt aus einer anderen religiösen Richtung, als Mann spricht man in dieser Kultur eine fremde Frauen nicht an und sie wurde missbraucht.

Die Samaritaner werden von den Juden abgelehnt, weil sie sich mit anderen Völkern und ihren Glaubensformen vermischt haben (2. Könige 17,41). Die Samaritaner akzeptieren nur die fünf Bücher Mose. Sie lehnen den Tempeldienst in Jerusalem ab, schließlich stand die Stiftshütte zuvor in ihrem Gebiet (Silo, Josua 18,1). Beim Wiederaufbau des Tempels wurde ihre Mithilfe abgewiesen (Esra 4,2-3). In Samaria las Josua dem ganzen Volk das fünfte Buch Mose vor (Josua 8,33). Das Vorbild der Samaritaner ist Jakob und nicht wie bei den Juden Abraham. Jakob träumte in Bethel vom offenen Himmel (1.Mose 28,19 ). Die Samaritaner warten auf einen Propheten wie Mose (5.Mose 18,18). Juden reisen nicht gerne durch ihr Gebiet und vermeiden den Kontakt mit ihnen.

Die Frau begegnet einem Mann, der zur Mittagszeit müde, alleine und hilflos am Brunnen sitzt. Er hat nicht einmal ein Gefäß, um sich Wasser aus dem tiefen Brunnen zu holen.

Jesus bittet sie um Hilfe. Aber weshalb soll sie sich von einem Juden etwas sagen lassen? Deshalb antwortet Jesus: „Wenn du wüsstest, wer vor dir steht, würdest du mich um Hilfe bitten.“

Die Frau hat mit Männern keine guten Erfahrungen gemacht. Schon fünfmal wurde sie verworfen und weitergereicht. Das hat in ihrem Leben Spuren hinterlassen. Zurzeit lebt sie in ungeordneten Lebensverhältnissen.

Doch dass Jesus, obwohl er hier fremd ist, alles über sie weiß, zeigt ihr, dass er göttliches Wissen hat. Kann sie jetzt ihre Fragen an Gott loswerden?

Jesus zeigt ihr auf: Es geht nicht um die Frage, welche Tradition richtig ist. Es geht um dein Herz. Wer ist Jesus für dich? Ist er für dich die Quelle, die deinen Lebensdurst stillt?

Der Schlüssel liegt darin, ob ich mit aufrichtigem Herzen und ohne Berechnung (in Geist und Wahrheit) Gott als den anbete, wie er sich selbst offenbart: als Vater, der mich in seinem Sohn beschenkt (Johannes 4,10).

Spannend ist, dass eine anbetende Haltung zum himmlischen Vater mein Leben nicht von außen nach innen prägt, sondern vielmehr der Heilige Geist in mir eine Quelle des göttlichen Friedens schafft und ich so von innen nach außen verändert werde.

Die Frage ist, ob ich mich auf die Bitte von Jesus einlasse – gib mir, was du hast, gerade so wie du bist denn aus der Beziehung zu zum verheißenen jüdischen Messias Jesus entsteht ewiges Leben (Johannes 4,14).

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