Jesus – Isa – im Islam

Jesus wird im Islam Isa genannt. Er ist ein Gesandter Allahs (Sure 2,87; 3,49.53; 4,157.171; 5,75.111; 61,6), ein Prophet (Sure 19,30) und Knecht Gottes (2,136; 4,163; 33,7). Geboren wurde er von Maryam (Maria), der einzigen Frau im Koran, die einen Namen hat (2,87). Maria war Jungfrau (3,47; 19,19-20; 66,12) und Jesus war ein sündloser Mensch (19,19). Sein Erscheinen ist ein Zeichen Gottes (19,21; 21,91; 23,50). Er ist der Messias (Christus) (3,45; 4,157.171.172; 5,17.72.75; 9,30.31). Er ist ein Vorbild (Gleichnis) (3,59; 43,57.59) und wird als Wort Allahs bezeichnet (3,45; 4,171). Ebenso wird er Geist Allahs genannt (4,171). Er ist ein Zeuge (4,159; 5,117), Ausdruck Allahs Barmherzigkeit (19,21), begnadet (43,59) und gesegnet (19,31). Er ist ein Vertrauter Allahs (3,45), spricht die Wahrheit (19,34) und Gottes Frieden ruht auf ihm (19,33). Er ist nicht gewalttätig oder böse (19,32) und von der Welt und in der Endzeit geehrt (3,45). Er hat auch Kenntnis über die Stunde des Gerichts (43,61). Er rechtfertigt auch seine Mutter (19,32) und ist einer der Guten (3,46). Er ist nun bei Gott im Himmel (3,55; 4,158) und wird von da wieder auf die Erde zurückkommen.

Jesus hat nach dem Koran folgende Wunder vollbracht:
1. Er sprach unmittelbar nach der Geburt (3,46; 5,110; 19,24).
2. Er bewies Schöpfermacht, indem er einen Vogel schuf (3,49; 5,110).
3. Ein Blindgeborener wurde geheilt, indem Jesus Augenlicht erschuf (3,49; 5,110). Zur Zeit der Bibel ein Zeichen für den Messias.
4. Aussätzige wurden geheilt (3,49; 5,110). Zur Zeit der Bibel ein Zeichen für den Messias.
5. Jesus erweckte Tote zum Leben (5,110).
6. Er hat übersinnliches Wissen und kennt die geheimen Dinge (3,49).
7. Jesus vollbrachte ein Speisungswunder, indem ein Tisch vom Paradies herab kam (5,112-115).
8. Er interpretierte das Gesetz von Mose neu und hob so die Verbote der jüdischen Gelehrten auf (3,50; 43,63). Damit hat er höchste Autorität.
9. Er erneuerte die Herzen seiner Nachfolger (3,55; 3,113-114; 5,82; 6,90; 57,27)
10. Seine Erscheinung ist ein Wunderzeichen (19,21)

Wo gibt es unterschiedliche Verständnisse von Jesus in der Bibel und Isa im Koran?
Muslime verstehen oft Sure 4,157 dahingehende, dass Jesus nicht gekreuzigt worden sei.

Wer sagt: „Wir haben Jesus getötet?“ Damit sind die Juden gemeint, das wird aus den Versen 154 und 155 ersichtlich. Die Juden haben tatsächlich Jesus nicht getötet, es waren die Römer, auch wenn sie dachten (erschien ihnen ähnlich), sie hätten es durch ihre Anklage bei Pilatus gemacht. Sie waren sich auch uneins über Jesus. Die Evangelien (Injil) stimmen mit dem eigentlichen Korantext überein (ohne Hinzufügungen durch Ausleger in den Übersetzungen in andere Sprachen). Jesus blieb auch nicht im Grab, sondern ist in den Himmel aufgefahren. Obwohl er getötet wurde, blieb er nicht tot. Man konnte ihn nicht „töten“.

Alles was in Klammern steht ist dem ursprünglichen Text des Korans durch Ausleger hinzugefügt worden.

157 „und (weil sie) sagten: „“Wir haben Christus Jesus, den Sohn der Maria und Gesandten Allahs, getötet.““ – Aber sie haben ihn (in Wirklichkeit) nicht getötet und (auch) nicht gekreuzigt. Vielmehr erschien ihnen (ein anderer) ähnlich (so dass sie ihn mit Jesus verwechselten und töteten). Und diejenigen, die über ihn uneins sind, sind im Zweifel über ihn. Sie haben kein Wissen über ihn, gehen vielmehr Vermutungen nach. Und sie haben ihn nicht mit Gewissheit getötet.“ 158 Nein, Allah hat ihn zu sich (in den Himmel) erhoben. Allah ist mächtig und weise.

Muslime lehnen die Sohnschaft von Jesus ab

17 mal pro Tag beten sie was in Sure 112 steht: Sure 112,1 Sag: Er ist Allah, ein Einziger, 2 Allah, der souveräne (Herrscher). 3 Er hat weder Kinder gezeugt, noch ist er (selber) gezeugt worden. 4 Und keiner kann sich mit ihm messen.

Auch hier könnte ein Missverständnis vorliegen. Gott hatte nach dem Injil (Evangelien) keinen Sex mit Maria, sondern schuf durch den Heiligen Geist in der Maria den Menschen Jesus. Jesus hat auch nie von sich behauptet, dass er Gott, der himmlische Vater sei. In der Thora und im Injil (Bibel) wird Vater oder der Begriff Söhne auch in einem übertragenen Sinn gebraucht. So wie man auch Söhne des Nils oder Söhne eines Landes sagt. Auch der Begriff Gott bedarf der näheren Bezeichnung. So sagte Jesus (Johannes 10,34-36) „Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter“? Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann nicht aufgelöst werden -, sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn?“

Jesus hat gesagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30). Er hat aber nicht gesagt, dass er der himmlische Vater sei. Diese Einheit von Gott Vater, Jesus und Heiligem Geist kann man nach dem Injil (Evangelium) mit menschlicher Logik nicht beschreiben. Jesus sagte deshalb: „Glaubt mir“ (Johannes 14,11). Diese Einheit ist letztlich ein göttliches Geheimnis. Auch ein Mensch kann Bruder, Vater und Sohn zugleich sein und noch viel mehr.

Nach muslimischem Verständnis ist der Muslim ein Sklave Allahs, dem er sich täglich unterwirft. Nach christlichem Verständnis ist der Glaubende ein Kind Gottes, der sich mit seinen Fragen und Nöten vertrauensvoll an den himmlischen Vater wenden kann.

Nach dem Koran ist Jesus lebendig und bei Gott im Himmel, Mohammed ist tot und in Medina begraben.

Text: Hanspeter Obrist

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