Ist Jesus Gott?

F: Jesus „wahrer Mensch und wahrer Gott“  ist eine Lüge. Wer den Sohn Gottes zu seinem Gott macht, bricht dadurch das 1te, 2te, 3te und 9te Gebot und ist kein Christ.

Hallo F

Zuerst möchte ich festhalten, dass Jesus nicht der himmlische Vater ist.

Der Begriff Gott ist wie der Begriff Mensch ein offener Begriff und braucht eine nähere Definition.

Die Bibel spricht von Gott dem Vater, dem einzigen Sohn Jesus und dem Geist Gottes (Heiliger Geist).

Alle drei erscheinen bei der Taufe von Jesus (Markus 1,10-11): 10 Und sobald er aus dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabfahren. 11 Und eine Stimme kam aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

Wie das Verhältnis von Vater, Sohn und Geist genau aussieht ist für uns Menschen nicht nachvollziehbar, deshalb gab es schon viele Diskussionen darüber. Ein Versuch es zu beschreiben ist die die Formulierung „Jesus ist Gott und zugleich ganz Mensch“. Sie kann jedoch das Geheimnis auch nicht ganz beschreiben. Weil sich Jesus in seinem irdischen Leben freiwillig auf die menschlichen Möglichkeiten unter der Leitung des Heiligen Geistes beschränkte.

Jesus sagte auch:

Ich und der Vater sind eins (Joh. 10,30).

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich (Joh. 8,58). Jesus fragte auch die Pharisäer, wie David den Messias (Christus) seinen Herrn nennen könne, wo dieser doch sein Nachkomme sei (Matth. 22,41-46).

Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen (Joh. 14,9).

Jesus wurde verurteilt, weil er es nicht ablehnte eins mit Gott und sein Sohn zu sein.  Johanne 19,7:  „Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.

Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Joh. 20,28 (Jesus hat ihm nicht widersprochen)

In 1. Mose 18 erschien Gott dem Abraham (JHWH, Verse 1.13.14.17.18). Es wird beschrieben, dass Abraham drei Männern begegnete (V.2.16). Später gingen zwei Männer weg nach Sodom (V.22), einer blieb zurück. Es heißt dann: „Abraham blieb stehen vor dem HERRN (JHWH)“ (V.22b). Folglich muss der verbliebene Mann Gott (JHWH) gewesen sein. Offensichtlich ist Gott hier Abraham als Mensch erschienen und war zeitgleich im Himmel und auf der Erde (1.Mose 19,24). Wenn das möglich war, warum sollte es Gott nicht möglich sein, Mensch zu werden?

Nach Psalm 2,7 wird der Messias von Gott gezeugt. Hier lesen wir: „Kundtun will ich den Ratschluss des HERRN (JHWH). Er hat zu mir gesagt: ‚Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt‘.“ Die Rabbiner beziehen diesen Vers auf den Messias. Der Messias wird also von Gott gezeugt. Bei der Zeugung verschmelzen sich zwei zu einem. Weshalb sollte der Messias nicht Mensch und Gott zugleich sein?

In Jesaja 9,5 steht: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.“ Dieses Kind wird den Thron Davids festigen bis in Ewigkeit. Diese Titel sind ausschließlich Gott vorbehalten, was auch Juden bestätigen. So lässt der Text keine andere Deutung zu, als dass ein Kind geboren wird, das mit Gott identifiziert wird. Oder eben dass Gott Mensch wird. Jesus sagte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh. 14,9).

Mit unserer menschlichen Logik ist dies nicht erklärbar. Die verschiedenen Stellen im Tanach (Alten Testament) lassen aber nur den Schluss zu, dass der Messias gleichzeitig Mensch und Gott ist. Jesus sagte: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10,30). Im Menschen Jesus wurde Gott für uns Menschen erlebbar. Jesus war ganz Mensch, mit menschlichen Eigenschaften wie Hunger, Durst, Müdigkeit und Trauer. Gleichzeitig war er aber auch eins mit dem himmlischen Vater. Deshalb ist in seinem Reden und Handeln Gott, der Vater, erkennbar. Letztlich können wir dieses Wunder nicht erklären, sondern nur im Glauben annehmen (Joh. 14,11.20):

11 Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen!

20 An jenem Tag (wenn der Heilige Geist kommt) werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. 

In Johannes 14 liegt nach meinem Verständnis der Schlüssel. Ich kann die Drei-Einigkeit (Nicht Dreifaltigkeit oder Trinität) menschlich nicht nachvollziehen, weil wir Menschen nie eins sind. Doch was der Vater tut, machen der Sohn und der Heilige Geist. So kann Jesus sagen: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh. 14,9).

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist sind eins. Dennoch drei und alle Gott in Abgrenzung zu Engeln und Menschen. Wobei sich der Sohn als einziger für eine beschränkte Zeit in eine menschliche Existenz einbinden ließ. Nach Johannes 2,7 ist das Bekenntnis, dass Jesus der Messias im Fleisch gekommen ist, zentral.

Herzliche Grüße Hanspeter

PS: Siehe auch den Artikel:

Schma Israel – Höre Israel
Das jüdische Glaubensbekenntnis steht in 5. Mose 6,4: „Höre, Israel, JHWH (Adonai) ist unser Gott, JHWH ist einer.“ Dies ist das zentrale Bekenntnis des jüdischen Glaubens und zeigt nach rabbinischer Auffassung auf, dass es nur einen Gott gibt.

Einheit Gottes
Mehr als irgendeine andere Bibelstelle betont dieser Vers die Einheit Gottes. Bei näherer Betrachtung stellt man  jedoch fest, dass damit keine absolute Einzahl, sondern eine zusammengesetzte Einheit gemeint ist. Anstatt weiterlesen

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