Israelsonntag

2017:  Sonntag 20. August

Das Gedenken an die Zerstörung Jerusalems (Tischa BeAw) fand im christlichen Kalender Eingang am 10. Sonntag nach Trinitatis, auch «Israelsonntag » genannt. Luther setzte diesen Tag zu Beginn der Reformation ein, um sich mit den Juden solidarisch zu erklären. Zuerst wurde er «Jerusalem-Gedenktag» genannt.

Der Inhalt dieses Sonntags wurde in der Geschichte unterschiedlich verstanden. In der Nachreformation entwickelte sich eine Ablehnung gegenüber allem Nichtprotestantischen. So wurde der 9. Aw ein Tag der Mahnung, der aufzeigen sollte, wie Gott straft. Die Bibellese wurde dementsprechend gestaltet. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Evangelische Kirche Deutschlands eine Kommission ein, die die Texte und Lieder zum Israelsonntag überprüfte und veränderte. Auch wurde der Israelsonntag zeitweise benutzt, um sich gegenüber Israel abzugrenzen und sich selbst als neues Israel zu proklamieren. Deshalb werden in vielen Landeskirchen unterschiedliche Liturgien zum Israelsonntag verwendet.

Dabei könnte der Israelsonntag ein Tag der Solidarität mit dem Volk der Bibel, den Juden, sein – ein Tag der Trauer und Buße im Bekenntnis des eigenen Versagens, auch gegenüber dem jüdischen Volk. Gott selbst sagt: «Ich bin es, der euch tröstet» (Jesaja 51,12). Dazu fordert er auch uns auf: «Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet zum Herzen Jerusalems und ruft ihm zu, dass seine Frondienste vollendet, dass seine Schuld abgetragen ist! Denn es hat von der Hand des Herrn das Doppelte empfangen für all seine Sünden» (Jesaja 40,1).

Den Trost, den Christen in Jesus empfangen haben, gilt auch dem jüdischen Volk. Deshalb widmen einige Kirchen und Gemeinschaften den Israelsonntag der Solidarität mit den messianischen Juden, welche den Trost Gottes durch den Messias Jeschua (Jesus) erfahren haben.

Text: Hanspeter Obrist

Messianische Juden in Israel

Messianische Juden versammeln sich in eigenen Gemeinden und vereinen in ihrer religiösen Praxis jüdische und christliche Elemente. In Israel verletzt dieser Glaube ein Tabu: „Wer an Jesus glaubt, ist ein Christ, und ein Christ kann kein Jude sein.“ So sehen es orthodoxe Juden und auch der Staat Israel. Doch die messianischen Gläubigen in Jerusalem, Haifa …  weiterlesen

Die Messianische Bewegung und die römisch-katholische Kirche

Symposium zu diesem Thema in der päpstlichen Universität in Rom am 1. Juni 2017

Jesus aus jüdischer Sicht

Immer wieder gibt es Aufruhr oder Widerstand, wenn Juden glauben, dass Jesus der jüdische Messias ist. Weshalb? Wir nehmen das jüdische Weltbild unter die Lupe und betrachten biblische Geschichten und den eigenen Glauben aus einer anderen Perspektive. Das Judentum hat andere Schwerpunkte als das Christentum. Durch die Beleuchtung beider Seiten können wir die Konfliktpunkte zurzeit …  weiterlesen

Beitrag in „die Tagespost.de“ zum Israelsonntag

Eine Erlösung und Befreiung der Welt an Israel vorbei wird es nicht geben. Und das Stichwort „Sion“ wird so oder so für die Kirche der Zukunft, das Gottesvolk aus Juden- und Heidenchristen, maßgeblich bleiben. Denn Gott hält an seiner ersten Liebe fest.

Nur hier spricht er über die endgültige Versöhnung Gottes mit seinem eigenen Volk. Leider lässt unsere Lesung die entscheidenden Verse Römer 11,26–27 aus, so dass der Kirchgänger bis auf weiteres nichts über die konkreten Umstände dieser Versöhnung erfährt.

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