Islamisches Opferfest Eid al-Adha

Das Islamisches Opferfest 2017 beginnt am Abend vom Donnerstag 31. August und endet am Abend vom Montag, 4. September

Das Opferfest Īdu l-Aḍḥā ist das höchste und wichtigste islamische Fest. Arabisch heißt das Fest: „IDO-AL-ADHA“. Türkisch heißt es: „KURBAN BAYRAM“. Es wird zum Höhepunkt des Haddsch gefeiert, der Wallfahrt nach Mekka (vgl. Artikel der Haddsch). Aufgrund des islamischen Mondkalenders kann das Opferfest zu jeder Jahreszeit stattfinden, es verschiebt sich im Sonnenkalender rückwärts um meist elf Tage pro Jahr. Der «Haddsch» gilt als Pflicht eines jeden gläubigen Muslims. Für viele Muslime ist das Fest zugleich der Dank von Pilgern und Daheimgebliebenen für eine erfolgreiche Wallfahrt nach Mekka.

Beim Opferfest Eid al-Adha wird des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht, der nach muslimischer Überlieferung die göttliche Probe bestanden hatte und bereit war, seinen Sohn Ismael Allah zu opfern. Als Allah seine Bereitschaft und sein Gottvertrauen sah, gebot er ihm Einhalt. Ibrahim und Ismael opferten darauf voller Dankbarkeit im Kreis von Freunden und Bedürftigen einen Widder. Die Geschichte wird im Koran in Sure 37,99–113 erzählt, wobei der Name des Sohnes nie erwähnt wird und nicht Ismael sondern Isaak gesegnet wird. Die biblische Erzählung spricht von der Opferung Isaaks (1.Mose 22,1–19).

Es ist für alle gläubigen Muslime weltweit Pflicht, zur Feier des Festes ein Tier zu opfern, wenn sie es sich finanziell leisten können. Das Fleisch des Tieres sollen sie auch unter den Armen und Hungrigen verteilen. Es ist ein guter Brauch, allen Freunden und Verwandten zum Opferfest alles Gute zu wünschen und ihnen auch etwas vom Fleisch zu geben. Ein Drittel wird traditionell den Armen gegeben, ein anderes Drittel den Verwandten und ein Drittel ist für die eigene Familie.

Am ersten Morgen des Opferfestes wird die Moschee besucht, um dort das gemeinsame und besondere Gebet des Festtages zu verrichten. Sobald der erste Muslim die Moschee betritt, beginnt er mit dem Lobgesang für Allah. Es ist ein monotoner Gesang. Jeder, der danach kommt, fällt in diesen „Gesang“ mit ein. Die Besonderheit ist, dass die Ansprache nach dem Gebet, und nicht wie beim Freitagsgebet vor dem Gebet, erfolgt.

Meist schließt sich an den Besuch der Moschee ein Besuch des Friedhofs an, um seiner verstorbenen Verwandten und Bekannten zu gedenken und für sie Koranverse zu lesen und Bittgebete zu sprechen. Dieser Brauch entspricht aber nicht der Sunnah des Propheten, sondern hat sich vielmehr als Tradition in den Ablauf der Feier in verschiedenen Ländern eingeschlichen.

Der restliche Tag wird genutzt, um die Verwandtschaft und Bekanntschaft zu besuchen. Dabei werden meist in großer Runde diverse Gerichte und Getränke angeboten. Man macht sich gegenseitig und oftmals auch den Bedürftigen Geschenke. Sowohl die Männer als auch die Frauen ziehen sich besonders schöne oder neue Kleidung an. Auch das Haus ist festgemäß vollkommen aufgeräumt und gesäubert.

Hier ein Bespiel aus Tunesien / Achtung das Video zeigt unter anderem eine rituelle Schlachtung und ist in Englisch.

 

Zur Tradition in Jerusalem gehört der Besuch des Tempelplatzes für das Morgengebet. Die Männer beten rund um die Alaqsa-Mosche, die Frauen beim Felsendom. Anschiessend gehen einige Familien auf den Friedhof und bringen Palmblätter auf die Gräber, um den Toten Erleichterung zu geben. Dies hat den Ursprung in den Hadditen.

Während der ersten drei Tage des Festes sind die meisten arabischen Geschäfte geschlossen. Die Strassen im arabischen Viertel sind viel ruhiger. Dafür beginnt der Gesang am Morgen ca. eine Stunde vor Sonnenaufgang. Einige nutzen auch die freien Tage für ein Picknick.

Warum opfern Juden und Christen heute keine Tiere mehr?

Im Talmud heißt es: «Die Sühne erfolgt nur durch das Blut» und in 3. Mose 17,11: «Das Blut ist die Versöhnung, weil das Leben in ihm ist.» Das Blut musste auf den Sühnedeckel der Bundeslade gesprengt werden (3. Mose 16,15) und auf den Altar (Vers 18).

Nach der Zerstörung des Tempels, dem Ort der jüdischen Opferung, ersetzten die Juden den Opferdienst durch das dreimalige tägliche Gebet. Diese Praxis entstand im Exil und wurde schon von Daniel dem Propheten ausgeübt (Daniel 6,11).

Ein Opfer ist nach der Bibel nötig, damit der Mensch, der Gott und seinen Anweisungen nicht vertraute, zu ihm zurückkehren kann. Opfer können aber auch ein Ausdruck der Dankbarkeit oder des Gehorsams sein, wie im Falle von Abraham und Isaak.

Wenn man die Konsequenz eines Lebens ohne Gott anerkennt, indem man den stellvertretenden Tod von Jesus am Kreuz für sich in Anspruch nimmt, wendet man sich Gott zu und wird als sein Kind angenommen (Johannes 1,12; 3,16). So wurde die Opferung eines Tieres zur Sühnung zwischen Gott und Mensch im christlichen Glauben hinfällig. Der Mensch lebt nun mit Gott, nicht um von ihm angenommen zu werden, sondern weil er durch Jesus angenommen ist und aus Dankbarkeit mit ihm sein Leben gestaltet. Auch die Dankopfer wurden im Christentum geistlich übertragen. Wir drücken unseren Dank aus, indem wir etwas Gutes für Gott oder unsere Mitmenschen tun (vergleiche Artikel: Mega geliebt).

Meos Medien hat ein Video veröffentlicht, in dem der Zusammenhang zwischen dem muslimischen Opferfest und der christlichen Tradition erklärt wird.

Vergleiche Artikel:  Muslime auf der Pilgerreise – Der Haddsch

Abrahams eigenartiger Opfergang

Eine sonderbare Geschichte findet man in 1. Mose 22 und im Koran Sure 37,99-113. Abraham zieht mit seinem Sohn zum Berg Morija, um seinen Sohn dort auf Gottes Aufforderung hin zu opfern. In letzter Sekunde unterbricht Gott das Geschehen und stellt Abraham ein Opfertier zur Verfügung. Wenn man sich mit dieser Geschichte beschäftigt, tauchen immer …  weiterlesen

 

 

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