In Syrien steigt der Unmut

Gebiete, die derzeit vom Regime kontrolliert werden, verfügen über nahezu keine Elektrizität, kein Wasser, keine Treibstoffe und keine Babymilch. Zusätzlich leidet das Land gerade unter einer Schlechtwetter-Phase mit Schneefällen, dem Zusammenbruch der Wirtschaft, dem Verlust der Kaufkraft der Syrer und massiv steigendenden Preisen.

Es bilden sich lange Schlangen von Menschen, die verzweifelt hoffen, in diesen kalten Wintertagen wenigsten an eine Gasflasche zu kommen. Meist ein hoffnungsloses Unterfangen. Das Land ist weitgehend zerstört und de facto bankrott.

In einer an Assad gerichteten Nachricht fragte Nabil Hamdan aus Lattakia, ein Mitglied der Physiotherapie-Vereinigung: ‚Herr Präsident, sehen Sie nicht die Hilferufe der Menschen, die unter der schrecklichen Situation in diesem Land leiden? Herr Präsident, gibt es jemanden in Ihrer Regierung, der friert, der ohne Gas, ohne Strom, ohne Kraftstoff, ohne Wasser, ohne Babymilch leben muss oder unter den hohen Preisen leidet? Können Sie uns, die Familien der Märtyrer, wirklich nicht wahrnehmen?

Hamdan drohte mit Selbstmord, sollte keine Lösung für die Krise gefunden werden, die in den vom Regime direkt kontrollierten Gebieten herrscht.

In Suweida etwa scheinen sich erneut bewaffnete Oppositionelle zu organisieren, die erst kürzlich eine Kaserne überfallen haben.

Aus De’ra, der Stadt, in der 2011 die Massendemonstrationen gegen das Assad-Regime ihren Ausgang nahmen, gab es vor kurzem einen Anschlag auf einen hohen Offizier der syrischen Armee.

Unterdessen verschlimmert sich die Lage im Rukban-Flüchtlingslager an der jordanischen Grenze, in dem dem 50 000 Menschen seit Jahren unter katastrophalen Bedingungen vor sich hinvegetieren, eingeschnürt zwischen der Grenze, die für sie geschlossen ist, und der syrischen Armee, geschützt von ein paar US-Soldaten in der Nähe, die wohl auch bald abziehen werden.

Das alltägliche Leiden und Sterben in Syrien geht also unvermindert weiter – und nichts deutet darauf hin, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird.  mehr Informationen

Perspektiven- und Hoffnungslosigkeit sind die Nährböden für neue gewaltsame Konflikte. Wenn man nichts mehr zu verlieren hat, warum nicht in den Kampf ziehen?

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