In Gaza brodelt es

Niemand weiß, was in den nächsten Tagen im und rund um den Gazastreifen geschehen wird. Sicher ist nur: Der israelische Abzug aus dem Küstengebiet vor 14 Jahren hat keinen Frieden gebracht.

Für diesen Samstag rufen die Organisatoren, zu denen auch die Hamas zählt, zu einem „Eine-Million-Marsch“ auf. Aufgrund der Erfahrungen des vergangenen Jahres sowie der ohnehin höchst angespannten Lage ist mit schweren Gewalttaten mit hohem Eskalationspotenzial zu rechnen. Die bisherigen Aufmärsche wurden regelmäßig von gewalttätigen Angriffen begleitet.

Angesichts der möglichen Eskalation hat sich Israel auf umfangreiche Aktionen vorbereitet. Dies gab Israels Premierminister Benjamin Netanjahu am Donnerstag bekannt.

Die Islamisten wollen ihre Angriffe auf Israel nicht einstellen, weil sie ihnen die Möglichkeit bieten, von den internen Protesten abzulenken, die sie mit brutaler Gewalt unterdrücken.

Andererseits will die Hamas die Attacken auf Israel so dosieren, dass sie gerade noch nicht zu einem neuen Krieg führen. Im Falle eines Krieges mit all seinen Folgen stünde aber für sie selbst enorm viel auf dem Spiel, zumal sie aus dem verlustreichen Krieg im Sommer 2014 keinerlei nennenswerten Gewinn ziehen konnte. mehr Informationen

Die Hamas übernahm im Jahr 2007 die Kontrolle über den Gazastreifen, was Israel und Ägypten dazu veranlasste, eine Blockade über das Territorium zu verhängen, um zu verhindern, dass die militante Terrororganisation noch mehr Waffen anhäuft. Aber die Blockade und die drei Kriege gegen Israel – der jüngste im Jahr 2014 – konnte die Hamas nicht daran hindern, ihr Arsenal zu erweitern.

Gabi Siboni, ein israelischer Militäranalytiker, sagte, ‚dass die Hamas über eine Vielzahl an fortschrittlichen, präzisen und effektiven Waffen verfüge.‘ Dazu gehören, laut seiner Aussage, gelenkte Panzerabwehrraketen und schultergestützte Flugabwehrraketen, die beide von Russland produziert werden, sowie einige Drohnen.“

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Ein Sprecher der Hamas sagte, der Angriff am Montag auf Mishmeret sei ein „Fehler“, der durch „schlechtes Wetter“ ausgelöst wurde, während er Israel drohte, keine „Dummheiten“ zu begehen.

Die Drohung kam, nachdem Hamas-Führer Ishmail Haniyeh seine „palästinensischen“ Landsleute aufgerufen hatte, „einen umfassenden Angriff auf alle Fronten“ zu starten.

Während er sprach, begann die israelische Luftwaffe, Ziele der Hamas in Gaza zu bombardieren, was einen weiteren Raketenangriff auf den Süden Israels auslöste.

Die israelische Luftwaffe bombardierte Dutzende Hamas-Terror-Tunnel und andere militärische Einrichtungen im Gazastreifen, während die Terrorgruppen mit mindestens 60 Raketen reagierten, wodurch unter anderem ein Haus in der Grenzstadt Sderot erheblich beschädigt wurde.

Obwohl Netanyahu erklärte, er werde „alles tun, was wir tun müssen, um unser Volk und unseren Staat zu verteidigen“, erwarten nur wenige Beobachter, dass er eine militärische Operation mit dem Ziel des Sturzes des Hamas-Regimes in Gaza beginnen wird.

Tatsächlich war zur Zeit seiner Landung in Israel ein neuer inoffizieller Waffenstillstand in Kraft getreten, der im Grenzgebiet zum Gazastreifen zu einer angespannten Ruhe führte.

Ein weiterer Grund, warum Netanjahu sich gegen eine groß angelegte Militäroperation in Gaza entscheiden könnte, um die jahrelange Gewalt an der israelischen Grenze zu beenden, ist die Tatsache, dass ihm die derzeitige Spaltung zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas nicht stört, die eine Errichtung eines palästinensischen Staates zu verhindert.

Der erste Angriff mit einer Kornet-Panzerabwehrrakete auf einen Bus, der kurz zuvor eine Gruppe von 50 israelischen Soldaten an die Grenze des Gazastreifens verlegt hatte, wurde mit Hilfe der Hisbollah und des Iran durchgeführt, wie das „Meir Amit Intelligence and Terrorism“ Informationszentrum damals berichtete.

Der Iran hatte die Kornet-Rakete über die Hisbollah geliefert, während der islamische Jihad im Gazastreifen eine neue iranische Rakete mit einem großen Gefechtskopf verwendet hat, um ein komplettes Gebäude in Ashkelon im Süden Israels zu zerstören.

Der Raketenangriff auf den Moshav Mishmeret war kein Unfall, wie die Hamas anfangs behauptete, sondern ein sorgfältig vorbereiteter Angriff, den der Iran angeordnet hatte, berichtete ein hochrangiger Hamas-Beamter der israelischen Zeitung Israel Hayom.

Der Beamte behauptete, der Iran sei über die Köpfe der Hamas-Führung hinweg gegangen und hatte direkt eine islamische Jihad-Zelle in Gaza angewiesen, den Angriff durchzuführen, um das Ergebnis der israelischen Wahlen zu beeinflussen.

Führende ägyptische und palästinensische Beamte bestätigten später die Behauptung des Hamas-Beamten und sagten, sie hätten Beweise dafür, dass der Iran hinter der jüngsten Eskalation in Gaza stünde.

Die Hamas glaubte, dass der Angriff zwei Wochen vor den Wahlen nicht zu einer umfassenden militärischen Reaktion Israels führen würde, und war von den massiven Angriffen der israelischen Luftwaffe überrascht, die die militärische Infrastruktur der Hamas im Gazastreifen weiter dezimierten.

Die islamistische Terrorgruppe bettelte angeblich um die Wiederherstellung der sogenannten „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet“.  mehr Informationen

Irgendwie erinnert das Bild an ein absurdes Theaterstück. Da posiert Hamas-Chef Ismail Haniyeh am Mittwoch mit dem Victory-Zeichen vor den Trümmern eines Hauses, worin sich noch wenige Stunden zuvor sein Büro befand, und erklärt vollmundig: „Der Widerstand hat eine klare Ansage gemacht und Israel verstand die Botschaft. Ich gratuliere allen, die mit dazu beigetragen haben, der zionistischen Arroganz im Gazastreifen ein Ende zu setzen.“

Was genau soll der politische Gewinn für ihn und seine Hamas gewesen sein? Natürlich können die regierenden Islamisten sich nun damit brüsten, dass sie die Reisepläne von Ministerpräsident Benjamin Netanyahus durcheinandergewirbelt hatten und ihm seinen geplanten Auftritt auf der jährlichen AIPAC-Konferenz in Washington vermasseln konnten. Am Image von Netanyahu als „Mr. Security“ vermochten sie so ein weiteres Mal ordentlich zu kratzen. Sie wollen aller Welt zeigen, dass sie Israel ihre Bedingungen diktieren können. Und ihre Kritiker in Gaza können angesichts der drohenden israelischen Interventionen schnell als Verräter gebrandmarkt werden.

Laut einer Erhebung des TV-Senders Kan bewerten 53 Prozent der Israelis die militärischen Antworten auf die jüngsten Raketenangriffe aus Gaza als „zu schwach“, nur 29 Prozent bezeichneten sie als „angemessen“. Und laut Armeeradio sind 54 Prozent der Israelis mit dem Management der Gazakrise durch Netanyahu „unzufrieden“, 30 Prozent davon sogar „sehr unzufrieden“. Nur 35 Prozent erklärten ihre Zustimmung zu den aktuellen Gegenmaßnahmen. Vielleicht ist ja diese Botschaft, die Hamas-Chef Ismail Haniyeh am Mittwoch meinte. mehr Informationen

Das kommende Wochenende markiert den ersten «Jahrestag» der wöchentlichen Demonstrationen an der Gaza-Grenze. Bekannt wurden sie unter dem Namen «Marsch der Rückkehr». Im Zusammenhang mit diesen Demonstrationen veröffentlichten israelische Stellen nun folgende statistische Angaben.

Die Gesamtzahl der Grenzzwischenfälle seit dem 30. März 2018 beläuft sich auf 2199. Eingeschlossen sind:

  •  1233 Rakten und Mörsergranaten
    •    18 Feuerüberfälle aus dem Gazastreifen
    •    94 Zwischenfälle, bei denen ein oder mehrere Explosivkörper über die Sicherheitsgrenze geschleudert wurde
    •    600 Zwischenfälle mit Molotov-Cocktails
    •    152 Zwischenfälle von Brandstiftungen, brennenden Pneus, Schleudern diverser Gegenstände

1 Jahr "Marsch der Rückkehr"

Während Hamas-Terroristen eine weitere "friedliche Demonstration" zum Wochenende planen, werfen wir einen Blick auf die ereignisreichen letzten 12 Monate:• 1233 Raketen• 1963 Brandanschläge• 600 Molotow-Cocktails • 94 Sprengsätze

Gepostet von Israel in Deutschland am Freitag, 29. März 2019

Im November 2018 kam es zum stärksten Zuwachs der Zahl von Raketenangriffen aus dem Gazastreifen mit 460 bestätigten Zwischenfällen. Über 100 dieser Angriffe wurden vom IDF-Raketenabwehrsystem «Iron Dome» unterbunden, doch das Raketenfeuer hat Verluste gekostet: Ein Israeli starb, drei wurden ernsthaft verwundet, 123 erlitten mittelschwere bis leichte Verletzungen.

Auch gewaltsame Attacken am Zaun verursachten Personenschaden: Ein IDF-Soldat wurde getötet, vier erlitten ernsthafte und 12 leichte bis mittelschwere Verletzungen.
Die Brandballone und –drachen haben total 1963 Brände verursacht. Diese Feuer haben der Vegetation auf einer Gesamtfläche von rund 35 Quadratkilometern immensen Schaden zugefügt. Eingeschlossen in dieser Zahl sind 13 Quadratkilometer Naturreservate und 11 Quadratkilometer Wälder des Jüdischen Nationalfonds (KKL). Der Schaden durch Brandstiftung wird auf rund 35 Millionen Schekel geschätzt (10 Millionen CHF). mehr Informationen

Seit 30. März 2018 sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza bei Protesten an der Grenze mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. Die Demonstranten fordern unter anderem ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer. Außerdem verlangen sie ein Recht auf Rückkehr in Gebiete, die heute zu Israel gehören.

Momen Asis vom Nationalen Komitee des «Marsches der Rückkehr» sagte: «Die Demonstrationen werden friedlich sein.» Man werde den Teilnehmern sagen, dass sie sich vom Grenzzaun fernhalten sollen. Es werde zudem ähnliche Proteste in Israel, in Jerusalem und dem Westjordanland geben sowie in mehreren arabischen und europäischen Ländern. Dort werde man zu Konfrontationen mit israelischen Soldaten aufrufen. Zum Komitee des «Marsches der Rückkehr» gehören auch Vertreter der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Sie steht wegen der schlechten Lebensverhältnisse zurzeit unter Druck der eigenen Bevölkerung. mehr Informationen

Israel identifizierte mehrere Getötete als aktive Mitglieder von Terrororganisationen.

Demonstrationen gegen Hamas

Viele sehen in den palästinensischen Protesten gegen die Hamas bereits Vorboten eines „Arabischen Frühlings“ im Gaza-Streifen. Doch dieser Frühling könnte auch in einen tiefen Winter umschlagen.

Wir wollen leben (arabisch bidna naish) nennt sich die Jugendbewegung, die hinter den Demonstrationen in Gaza steht und von weiten Teilen der Bevölkerung und Fraktionen der PLO unterstützt wird. Was für ein kraftvolles Motto, was für ein fundamentaler Gegensatz zum „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“ der Jihadisten.  Demonstrationen gegen Hamas weiterlesen

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