Immer mehr iranische Christen werden verfolgt

Die Verfolgung von Christen im Iran hat 2018 ein neues Ausmaß erreicht wie aus einem ausführlichen Bericht hervorgeht, der gemeinsam von Open Doors, Middle East Concern, Article 18 und Christian Solidarity Worldwide veröffentlicht wurde.

von Majid Rafizadeh, iranisch-amerikanischer Politikwissenschaftler, auf audiatur, hier gekürzte Version

„Ende 2018 kam es zu einer beispiellosen Welle von Razzien auf private Hausgemeindenversammlungen, was zu einer grossen Zahl von Verhaftungen führte. Viele Christen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt oder erhielten vom Berufungsgericht bestätigte Urteile“, heißt es im Bericht.

Trotz solcher ungeheuren Schikanen und Angriffen auf Christen, die in erheblichem Umfang unterdrückt werden, bezeichnet die internationale Gemeinschaft die von Präsident Hassan Rouhani geführte iranische Regierung weiterhin als „gemäßigt“.

Erstaunlich ist, dass die iranischen Behörden zwar damit prahlen, dass Christen und andere religiöse Minderheiten unter dem Islam fair behandelt werden, aber das iranische Regime in Wirklichkeit zunehmend auf Christen abzielt, nur weil sie es wagen friedlich ihren Glauben auszuüben.

So wurden beispielsweise in einer einzigen Woche in jüngster Zeit mehr als 100 Christen verhaftet.

Der Missbrauch hört nicht mit der Überwachung und Verhaftung auf; diesen unschuldigen Bürgern wird dann ein faires und ordnungsgemäßes Verfahren oder der Zugang zu ihrem eigenen Anwalt verweigert. Zur Erlangung eines Geständnisses wenden die Vernehmer Gewalt an und greifen laut Open Doors auf Einzelhaft und eine Reihe von physischen und psychologischen Foltertechniken zurück.

Die Aktionen der iranischen Revolutionsgarden beschränken sich nicht auf Einzelpersonen. Sie hat wiederholt ganze Kirchen geplündert, geschlossen oder das Eigentum von Christen beschlagnahmt. Als Folge dieser Pein haben immer mehr Christen ihren Glauben privat in ihren Häusern praktiziert, eine Praxis, die als „Hausgemeinden“ bekannt ist. Selbst wenn man zu Hause ist, gibt es keine Sicherheit.

Die Behörden des Regimes erstellen dann in der Regel erfundene Anklagen gegen Christen, wie z.B. „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ des Landes. Shamiram Issavi Khabizeh, die Frau von Pfarrer Victor Bet Tamraz, wurde beispielsweise wegen „Mitgliedschaft in einer Gruppe mit dem Ziel, die nationale Sicherheit zu stören“ zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Sharia-Gericht fügte ihrer Strafe wegen „Versammlung und Absprachen zur Begehung von Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ weitere fünf Jahre Gefängnis hinzu. Der einzige Beweis für diese Anklage war, dass sie bei der Ausübung ihrer Religion erwischt wurde. Wie kann das Lesen eines Evangeliums im eigenen Haus eine so grosse Bedrohung für die nationale Sicherheit eines Landes sein?

Die Strategie der Revolutionsgarden scheint zu sein den Druck auf die christliche Gemeinschaft fortzusetzen, um die Zahl der im Iran lebenden Christen zu verringern, so dass der Anteil der Muslime steigen kann und die Mehrheit dadurch ein noch größeres Maß an Kontrolle erhält.

Nach dem Völkerrecht ist die iranische Regierung verpflichtet, die Religionsfreiheit zu achten. Doch wie lange wird die internationale Gemeinschaft noch schweigen, während die Rechte der Christen im Iran in einem noch nie da gewesenen Ausmaß verletzt werden?  mehr Informationen

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