Ich und der Vater sind eins – Sonntag Trinitatis

2017: 11. Juni  Das Dreieinigkeitsfest wird am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert.

Jesus sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10,30).

Jesus offenbarte uns den Vater (Mt. 6,9), und dieser sandte den Heiligen Geist (Joh. 15,26). Der Geist gibt Zeugnis vom Sohn (Joh. 15,26), und der Sohn vertritt den Vater (Joh. 14,9). Vater, Sohn und Heiliger Geist sind unterschiedlich, doch sie sind eins.
Wer den Heiligen Geist aufnimmt, empfängt auch den Vater und den Sohn (Joh. 13,20). Keiner tut etwas, was der andere nicht tun würde. Eine für uns nicht nachvollziehbare Dimension von Einheit.

Jesus sagte deshalb: „Glaubt mir“ (Joh. 14,11). Wir können diese Einheit mit unserem Verstand nicht erfassen. Wenn der Heilige Geist kommt, verheißt Jesus: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch“ (Joh. 14,20). „Und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen“ (Joh. 14,23). Diese Einheit ist letztlich ein göttliches Geheimnis.

Das Fest, das um die erste Jahrtausendwende bei den Benediktinerklöstern in Frankreich aufkam, wurde 1334 durch Papst Johannes XXII. in den Römischen Kalender eingeführt und ist der Verehrung von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist gewidmet.

Die Sonntage von Trinitatis bis zum Ende des Kirchenjahrs werden in der evangelischen Kirche als „x-ter Sonntag nach Trinitatis“ gezählt. Zuvor zählt man die Sonntage nach Epiphanias (Erscheinung des Herrn, 6. Januar).

Die katholische Kirche hingegen zählte bis zur Liturgie-Reform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil diese Sonntage als „x-ter Sonntag nach Pfingsten“. Seitdem werden sie als „Sonntage im Jahreskreis“ gezählt, welcher mit der Taufe des Herrn beginnen und nur die Sonntag ohne weitere Bedeutung zählt.

Bei den orthodoxen Kirchen gilt hingegen das Pfingstfest selbst als Fest der Dreieinigkeit. Der Sonntag nach Pfingsten wird dort als Allerheiligen-Fest begangen.

Text: Hanspeter Obrist

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