Hosanna dem Sohn Davids – Palmsonntag

Der Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern (2017: 9. April). Mit ihm beginnt die Karwoche, in der man sich an die Leiden von Jesus, Abendmahl (Pessachfeier), den Kreuzestod und die Auferstehung von Jesus von den Toten erinnert.

Am Palmsonntag erinnert man sich an den Einzug von Jesus Christus (Christus = hebräisch Messias) auf einem Esel in Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums jubelte das Volk ihm „Hosanna dem Sohn Davids!“ zu und streute Zweige von den Bäumen und Kleidungstücke auf den Weg. (Mt. 21,8-9).

In Israel waren Palmzweige ein Symbol für die Unabhängigkeit und den siegreichen König (1. Mak. 13,51). Der Esel wiederum war nach Sach 9,9 ein Sinnbild des gewaltlosen Friedenskönigs und der Bescheidenheit. Auch Salomo ritt bei seiner Einsetzung als König auf einer Mauleselin (1.Könige 1,33). Der Ausdruck „Sohn Davids“ war ein Ehrentitel für den kommenden jüdischen Messias (2.Samuel 2,17 / Mt. 22,42). Jesus lehrte in den Tagen vor dem Pessachfest im Tempel.

Am Palmsonntag werden in der katholischen Palmweihe Palmbuschen, Palmstöcke, auch echte Palmwedel, Ölzweige, Palmkätzchen oder Buchsbaumbüschel, mit Weihwasser gesegnet und in der kirchlichen Prozession als „Zeichen des Lebens und des Sieges“ mitgetragen, und anschließend in den Wohnungen hinter das Kruzifix gesteckt.

Die Palmweihe gehörte zu den heidnischen Gebräuchen. Die geweihten Zweige sollten nicht nur das Haus bis zur nächsten Erneuerung vor Blitz und Feuersgefahr schützen, sondern sie wurden auch mit den Schalen der Ostereier und den Kohlen der Osterfeuer in den Ecken der Felder eingesteckt oder vergraben, um diese fruchtbar zu machen.

Eine besondere Prozession findet in Jerusalem statt. Tausende schließen sich mit Palmen und Instrumenten den Franziskanern an, und pilgern vom Ölberg durch das Löwentor in die Altstadt von Jerusalem. In der St. Anna-Kirche wird dann traditionell der Segen gespendet.

St. Anna-Kirche mit Teich Bethesda

Ein Palmbuschen ist ein Gebinde aus (traditionellerweise) sieben Naturmaterialien:

  • „Palmkätzchen“, auch „Weidenkätzchen“, die graugrünen, walzenförmigen Blütenstände der männlichen Sal-Weide
  • Buchsbaum
  • Wacholder (Kranewitt)
  • Stechpalme (Schredler)
  • Eibe
  • Zeder
  • Sadebaum (Segenbaum, Sebenstrauch)

Das Familienmitglied, das am Palmsonntag als letztes morgens aufsteht, wird in vielen Gegenden als „Palmesel“ bezeichnet.

Im Hessischen Ried, in Rheinhessen und im Odenwald ist es Brauch, dass an Palmsonntag der sogenannte Palmhase kommt. Er bringt meist ein bis zwei gekochte braune Eier und eine kleine Nascherei, immer häufiger auch kleine Geldgeschenke. Er ist ein kleiner Vorgeschmack auf den Osterhasen.

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