Hamas probiert einen Neuanfang

Die Hamas will aus einer weitgehenden Isolation ausbrechen. So plant die Gruppe die baldige Anerkennung eines palästinensischen Staates in den Grenzen vor dem Sechstage-Krieg von 1967. Dies soll im April formell im Rahmen einer Novelle der Hamas-Charta verkündet werden.

Die Islamisten sprechen damit zwar weiterhin keine Anerkennung für einen jüdischen Staat aus. Aber bis jetzt war ein palästinensischer Staat auf dem gesamten Territorium zwischen Mittelmeer und Jordan das zentrale Ziel der Gruppe. Die neue Formel würde Israel also zumindest indirekt anerkennen. (Jedoch Ostjerusalem mit dem Tempelplatz und der Altstadt für ich beanspruchen).

Die Abkehr von dem ursprünglichen Ziel kam auf einer Tagung der Hamas-Führung in Doha, Katar, zustande. Dort erklärte die Organisation auch einen vollständigen Bruch mit der Muslim-Brüderschaft in Ägypten. Auch dies stellt fast eine Revolution dar: Die Hamas entstand 1988 in Gaza als Ableger der Ende der 1920er Jahre in Ägypten gegründeten Muslimbrüder. Damit sendet die Hamas vor allem ein Signal an die Militär-Regierung in Ägypten, welche die demokratisch gewählte Regierung der Muslim-Brüder 2013 nach einer kurzen Amtszeit gestürzt hat.

Seit Jahresbeginn reisen Vertreter der Organisation nach Kairo, um die Beziehungen mit den Ägyptern zu verbessern. Ein neuer Waffengang mit Israel käme einem Selbstmord für die Hamas gleich. Auf Unterstützung Ägyptens dürfte die Gruppe dabei keinesfalls rechnen können.  mehr Informationen

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