Gründonnerstag

2017: Donnerstag 13. April

An Gründonnerstag denken Christen weltweit an das letzte gemeinsame Essen von Jesus mit seinen Jüngern. Es war das jüdische Sedermahl, auch Passahmahl genannt, an dem Jesus kurz vor seiner Festnahme und Kreuzigung das Herrenmahl (Abendmahl /Eucharistie) einsetzte. In ihm werden das Sterben und die Auferstehung von Jesus als Heilsereignis verkündigt und vergegenwärtigt.

Doch warum Grün?  

Der vor dem 15. Jahrhundert entstandene Name Gründonnerstag beschränkt sich im Prinzip auf das deutsche (und tschechische) Sprachgebiet und ist auch dort nur die üblichste neben mehreren anderen Bezeichnungen.

Es gibt vier gänige Thesen.

  1. Grün von virides („die Grünen“), den Büßern, die „dürres Holz“ gewesen waren und jetzt am Tag des Kirchenbußerlasses wieder lebendiges, „grünes Holz“ der Kirche wurden (nach Lukas 23,31) und wahrscheinlich in weißem Kleid vielleicht mit grünem Schultertuch zur Kommunion schritten.
  2. Oder die Herleitung aus der liturgischen Farbe Grün. Der heutige Farbenkanon des Römischen Ritus sieht aber Weiß als liturgische Farbe für den Gründonnerstag vor, dieser Farbenkanon war jedoch vor dem 16. Jahrhundert nicht verbindlich.
  3. Seit dem 14. Jahrhundert gibt es auch den Brauch am Gründonnerstag besonders grünes Gemüse (Grünkohl, Salate, Nesseln, junge Triebe) und grüne Kräuter zu essen.
  4. Andere sehen darin das „Greinen“ (ahd. grīnan, mhd. grînen, „lachend, winselnd, weinend den Mund verziehen“) der Büßer am Gründonnerstag.   Doch greinen ist eine Form des Quengelns. Dahinter steht nicht Trauer, sondern Müdigkeit. Da dieser Tag seit dem 4. Jahrhundert ein kirchlicher Freudentag war, an dem die zuvor Exkommunizierten nach Buße und Vergebung endlich wieder zur Kommunion zugelassen, also wieder „grünendes Holz“ am Stamm der Kirche nach Lukas 23,31 waren, erscheint die Annahme eines Klagedonnerstags sonderbar.

Der Begriff Gründonnerstag ist erst seit dem Hochmittalter als „grüen­doners­tac“ belegt (um 1340). Bereits damals sprach man vom „grünen Donners­tag“. Von Anfang an wird der Gründonnerstag also mit der Farbe Grün in Verbindung gebracht.

Es gibt ein Verb, das lautgesetzlich schnurgerade zum Gründonnerstag führt: das althochdeutsche „gruoan“ (aus germanisch „grō-„). Es bedeutet „wachsen, gedeihen“ und ist heute im Deutschen ausgestorben, im Englischen jedoch noch gebräuchlich: „to grow“.  Von diesem Verb ist auch das Farbwort grün in der Be­deu­tung wach­send, sprie­ßend ab­gelei­tet. (mehr Informationen)

Grün waren die bitteren Kräuter die Jesus ass. Ebenso der Garten in dem er an diesem Tag gebetet hatte. Im weitesten Sinne ist mit der Einsetzung des Neuen Bundes (Abendmahl) etwas Neues am wachsen.

In anderen Sprachen wird der Festtag meist „Heiliger Donnerstag“ genannt.

KarwocheMit dem Gründonnerstag beginnt das dreitägige Gedächtnis des Leidens, Sterbens, der Grabesruhe und der Auferstehung von Jesus an Ostern.

 

In der Katholischen Kirche gilt der Gründonnerstag auch als Fest der Einsetzung des Priestertums. Nach alter Überlieferung wird in den Gemeinden auch der Ritus der Fußwaschung (Mandatum) vollzogen, da Jesus am Sedermahl die Füße der Jünger gewaschen hatte. In Anlehnung an die überlieferte Nachtwache der Jünger Jesu am Ölberg finden in vielen Gemeinden Gebetswachen, auch Ölbergstunde genannt, statt, die mancherorts die ganze Nacht andauern.

In der Evangelischen Kirche wird der Gründonnerstag mit einem abendlichen Abendmahlsgottesdienst begangen.

 

In Coburg werden zum Teil noch heute die Ostereier schon am Gründonnerstag gesucht, gebracht vom „Grüa Hoas“ (Grünen Hasen).

In Teilen der Oberlausitz ziehen Kinder mit dem Spruch „Guten Morgen, guten Morgen zum Gründonnerstag, gebt mir was in’n Bettelsack …“ von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu bekommen.

In Mühlhausen in Thüringen sollte jeder Mühlhäuser an Gründonnerstag eine gebackene Brezel essen, da einem sonst Eselsohren wachsen können.

In vielen Regionen fanden Umzüge mit Ratschen und Klappern statt, deren Lärm die nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl schweigenden („nach Rom geflogenen“) Kirchenglocken ersetzen, aber wohl auch Dämonen und böse Geister vertreiben sollte. In der Eifel ziehen Kinder noch heute vom Gründonnerstag bis Karsamstag dreimal täglich ratschend durch die Dörfer.

In vielen Gegenden ist es Brauch, am Gründonnerstag etwas Grünes zu essen (In Österreich ist es vor allem Spinat mit Spiegelei), mancherorts bezieht sich dieser Brauch auf jeden Donnerstag.

Siehe auch Artikel: Gott persönlich kennenlernen      mega geliebt

 

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