Gotteskrise

Wir haben eine Gotteskrise, was bedeutet, dass viele Menschen die behaupten zu glauben, faktisch gar nicht mehr an den Gott der Bibel glauben können. Und das nicht im Sinne eines moralischen Vorwurfes, sondern als nüchterne Feststellung. Dass es einen Gott gibt, der mit meinem Leben zu tun hat; das zu glauben ist für viele Jugendliche heute eine wahnsinnige Herausforderung, sagt  Jugendpfarrer Mike Kolb im Kölner Stadt Anzeiger.

Das heißt man rechnet kaum noch mit Gott. Und ich glaube, dass dies auch tief verwurzelt ist bei den Leuten, die jeden Sonntag in die Kirche gehen. Ich meine, dieses faktische Rechnen mit Gott, dass er mit meinem Leben zu tun hat, das ist bei den meisten Menschen nicht mehr vorhanden. Deshalb wird das, was Kirche äußert für immer mehr Menschen zu einer fremden Welt.

Aber ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass die Kirche nicht modern genug ist oder nicht mit der Zeit geht, was ja viele Menschen glauben. Der Punkt ist, dass man nicht mehr daran glaubt, dass Gott in meinem Leben präsent ist. Es gibt viele Dinge, die mir einleuchten und die ich glauben kann, weil sie präsent sind. Mein Smartphone ist präsent und es eröffnet mir per Fingerberührung die ganze Welt. Mein Computer ist präsent. Ich kann von jetzt auf gleich in Kommunikation treten mit beliebig vielen Menschen, und die mit mir. Das beschäftigt mich, das bestimmt mich und das eröffnet mir Möglichkeiten, die ich wählen kann oder auf die ich reagieren muss. Und da ist für einen Gott, den ich nicht sehe und nicht fühle kein Platz. In meinen Augen ist die bewusste Entscheidung für Gott die Herausforderung unserer Zeit.

Es gibt in der Kirche schon großen Reformbedarf, aber dieser Reformbedarf hat nicht das Ziel, dass wir attraktiver werden, sondern dass wir glaubhafter werden. Das Stichwort heute ist Authentizität und daran mangelt es in der Kirche. Ich erlebe, dass junge Menschen in die Kirche kommen, wenn sie eine Gemeinschaft erleben, die sie trägt und wenn sie Menschen kennenlernen, die glauben und die würdig sind ihnen zu glauben.

Zum einen glaube ich, dass die Kirche kleiner und ärmer wird und dass sich die Gemeinden verändern werden. Wir werden nicht mehr in jedem Dorf und jedem Stadtteil präsent sein. Andererseits: Wenn man die Geschichte der Kirche betrachtet, ist die Kirche gefühlte zig Mal vor die Hunde gegangen, aber es war immer der Hund der starb, nicht die Kirche. Und aus diesen Niedergängen sind ganz überraschende Blüten gewachsen. Da wo Menschenmaß versagt hat – denn nach Menschenmaß wäre die Reise zu Ende gewesen – hat Gottes Wirken eingesetzt. An das Wirken Gottes glaube ich auch für die Zukunft der Kirche.    mehr Informationen

 

Die mysteriöse Wasserflasche

Leseprobe Kapitel 1 aus dem Buch: Zu Fuß als Ehepaar nach Jerusalem (Hanspeter und Annemarie Obrist) Am Stephanstag 2010 sitzen wir beide mit leerem Wasserbeutel hinter einer geschlossenen Tankstelle. Zum ersten Mal seit Beginn unserer Wanderung sagt Annemarie: „Jetzt han ich abär würkli Durscht.“[1] Aber woher sollten wir Wasser nehmen? In Mazedonien haben wir uns …  weiterlesen

 

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