Glauben unter Druck

Der Kirchen- und Religionsbeauftragte der Union, Hermann Gröhe, hat die erneute Inhalftierung des iranischen Pastoren Youcef Nadarkhani scharf kritisiert. Dies sei „ein schwerer Schlag für die Religionsfreiheit“ im Land.

Gröhe erklärte in einer Pressemitteilung: „Die erneute Verhaftung von Pastor Nadarkhani ist ein schwerer Schlag für die Religionsfreiheit im Iran und entbehrt jeder rechtlichen Grundlage.“ Der Geistliche mache „lediglich von seinem Menschenrecht auf Religionsfreiheit Gebrauch, das sowohl durch die iranische Verfassung als auch von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen geschützt wird“

Der Fall von Pastor Nadarkhani erlangte internationale Aufmerksamkeit, nachdem er 2010 wegen des Übertritts zum Christentum zum Tode verurteilt worden war. 2017 erhielten Nadarkhani und drei weitere Gemeindeleiter ein Strafmaß von jeweils zehn Jahren. Das Urteil im Berufungsverfahren steht nach wie vor aus. mehr Informationen

Nach Sanktionsdrohungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump wegen eines Pastors, der seit mehr als eineinhalb Jahren in der Türkei festgehalten wird, hat Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit Empörung reagiert. «Niemand macht der Türkei Vorschriften. »

Noch am Mittwoch hatte es nach einer Entspannung ausgesehen. Ein türkisches Gericht hatte die Untersuchungshaft des amerikanischen Pastors in Hausarrest umgewandelt. Brunson werde aus dem Gefängnis entlassen, dürfe aber sein Haus in Izmir nicht verlassen, berichtete der Sender CNN Türk unter Berufung auf das Urteil.

Brunson, der eine kleine Kirchengemeinde in der westtürkischen Stadt Izmir geleitet hatte, werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und zur Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Die türkische Führung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte in der Vergangenheit einen Austausch von Gülen gegen Brunson vorgeschlagen. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 35 Jahre Haft für Brunson. Die nächste Gerichtsverhandlung ist am 12. Oktober. mehr Informationen

Dem Pastor drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis, weil er „im Namen von Terrorgruppen“ Verbrechen begangen haben soll, sowie weitere 20 Jahre wegen Spionage. „Brunson ist ein unschuldiger Mann, es gibt keine glaubwürdigen Beweise gegen ihn“, sagte Pence. Der Pastor wurde am Mittwoch nach mehr als anderthalb Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus der Untersuchungshaft entlassen. Er steht aber weiter unter Hausarrest.

Erst vor einer Woche war ein Antrag auf Haftentlassung Brunsons gescheitert. Trump erklärte daraufhin via Twitter, der Geistliche werde schon viel zu lange als Geisel gehalten; das sei eine Schande. Präsident Recep Tayyip Erdoğan solle etwas unternehmen, um „diesen wundervollen christlichen Ehemann und Vater zu befreien“. Zuvor hatte Erdoğan vorgeschlagen, Brunson gegen den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen auszutauschenmehr Informationen

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