Glaube wird zur Privatsache

Immer weniger amerikanische Christen sehen sich in der persönlichen Verantwortung, anderen ihren Glauben weiterzugeben – zu diesem Ergebnis kommt das kalifornische Institut Barna in seiner neuen Studie „Spiritual Conversations in the Digital Age“ (Geistliche Gespräche im digitalen Zeitalter). Das Institut hatte rund 1.700 US-Amerikaner befragt.

Die Publikation vergleicht Umfrageergebnisse mit einer ähnlichen Studie von 1993. Das Ergebnis: Vor einem Vierteljahrhundert bejahten noch 89 Prozent der befragten Christen die Frage, ob jeder Christ die Verantwortung habe, seinen Glauben anderen Menschen mitzuteilen. Heute sind es nur noch 64 Prozent.

Den Grund sieht das Institut vor allem in der kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung. Christen befänden sich heute in einem Spannungsfeld zwischen Jesu Gebot, die gute Nachricht weiterzugeben, und einem gesellschaftlichen Misstrauen gegenüber Absolutheitsansprüchen.

In der Folge sehen fast 30 Prozent Evangelisation heute als Aufgabe der Ortsgemeinde – und nicht des einzelnen Gläubigen. 1993 waren es nur etwa 10 Prozent. Auch sprachen vor 25 Jahren noch 78 Prozent von den Vorteilen einer persönlichen Entscheidung für Jesus – heute sind es 50 Prozent. Die Bibel wird ebenfalls zu 22 Prozent weniger zitiert (von 59 Prozent zu 37 Prozent). Die meisten Gespräche über den Glauben finden nach wie vor spontan statt (heute 61 Prozent, damals 75 Prozent).

Auch Nichtchristen hat das Institut zu ihrer Wahrnehmung solcher Gespräche befragt. Das Ergebnis: Öfter als Christen halten sie sie für unangebracht. mehr Informationen

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