Geheiligt werde Dein Name

Geheiligt werde Dein Name (Mt 6,9b).

Wie kann man einen Silberlöffel silbrig machen? Silber ist schon silbrig und muss nicht silbrig gemacht werden. So ist auch Gottes Name von selbst heilig und braucht von uns keiner Heiligung. Was möchte Jesus aber mit der Bitte „Geheiligt werde Dein Name“ aufzeigen?

Ein Silberlöffel ist ein Silberlöffel. Doch zu seiner Ehre kommt er nur, wenn er richtig gebraucht wird. Heiligung und Entheiligung des Namens Gottes geschieht durch den Gebrauch, den wir von ihm machen. Mit den Worten „Geheiligt werde Dein Name“ beten wir, dass Gottes Name auch uns heilig werde.

Gottes Namen heiligen durch unser Leben
Jeder von uns trägt einen Namen. Der Vorname ist unser persönlicher Name. Den Nachnamen haben wir mit allen gemeinsam, die aus der gleichen Familie stammen. Jedes Kind trägt den Namen seiner Eltern. Durch sein Verhalten kann es nun Ehre oder Schmach über eine Familie bringen. Stellen wir uns vor, jemand gewinnt an einer Olympiade eine Goldmedaille. Der Name wird überall genannt und ehrfürchtig wird von dem sagenhaften Sieg gesprochen. Und da sagt einer zum anderen: Siehst Du, das sind die Eltern oder die Geschwister vom großen Gewinner.
Wenn ein Kind jedoch auf Abwege gerät, bringt es den Familiennamen auch ins Gerede, aber ganz anders.
Wir Christen tragen Gottes Namen mit uns. Wir gehören zu seiner Familie. Durch unser Leben heiligen oder entheiligen wir Gottes Namen. Entweder wir ehren Gottes Namen mit unserem Leben oder wir verunehren ihn.
Viel Unehre kommt über Gottes Namen, wenn unsere Taten eine ganz andere Sprache reden als unsere Worte. So verdunkelt sich der himlische Vater für andere Menschen. Es ist, wie wenn ein Silberlöffel anläuft und nicht mehr aufstrahlen kann.

Jemand hat einmal gesagt: Indem wir um die Heiligung von Gottes Namen durch uns bitten, gestehen wir ein, dass wir Gott nicht ehren, wie wir sollten. So demütigt uns die erste Bitte.

Wir bringen mit der Bitte, „Geheiligt werde Dein Name“, zum Ausdruck: Gott, wir tragen deinen Namen und dennoch bringen wir dir durch unser Leben dir viel Unehre. Reinige uns und gib uns deine Kraft, damit du durch unser Leben geehrt wirst.

In einer Geschichte im Neuen Testament griff Gott selbst ein, weil ein Ehepaar seinem Namen Unehre brachte. Damals brauchte die Gemeinde sehr viel Geld, um all den Menschen zu helfen, die Nachfolger von Jesus geworden waren. Es gab Leute, die hatten zu wenig, um zu leben. So verkauften viele ihr Hab und Gut und gaben es in eine gemeinsame Kasse. Ein Ehepaar wollte sich auch daran beteiligen. So verkauften sie freiwillig eines ihrer Grundstücke. Einen Teil des Geldes legten sie für sich auf die Seite und den anderen Teil brachten sie zu den Aposteln. Das Ganze wäre ja so auch in Ordnung gewesen, doch die beiden behaupteten, sie hätten das ganze Grundstück für diesen Preis verkauft und nun alles Geld zu den Aposteln gebracht. Gott hat ziemlich radikal eingegriffen und beide starben auf der Stelle, weil sie Gott und seine Jünger belügen wollten (Apg. 5,1-11).
Gottes Name soll durch seine Kinder nicht verunehrt werden. In der Bitte um die Heiligung seines Namens, bringen wir zum Ausdruck, dass Gott uns aufzeigen soll, was in unserem Leben nicht in Ordnung ist. Gott soll uns reinigen.

Gottes Namen heiligen durch Anbetung
Es gibt einen wunderbaren Vers in der Bibel: „Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit durch seinen Heiligen Geist“ (2.Kor 3,18).
Versuchen wir uns einmal in die Situation von jemandem zu versetzen, der verliebt ist. Es ist schon komisch, wie sich diese zwei Menschen verändern. Sie werden so richtig verwandelt, wenn sie sich in die Augen schauen. Auf einmal bringt der eine dem anderen eine kleine Überraschung mit. Das ganze Verhalten ändert sich. Es ist, wie wenn man sich die Wünsche von den Augen ablesen könnte.
Genauso ist es bei Gott. Wenn wir ihn anschauen, verändert sich unser Leben. In der Anbetung schauen wir in Gottes Angesicht.
Anbetung ist keine moderne Erfindung. Es ist interessant, dass die ältesten Lieder, die wir heute noch kennen, Anbetungslieder sind. Die ersten Christen priesen Gott nicht nur in den Katakomben und Gottesdiensten, sondern auch in den Kerkern und selbst dann, wenn sie auf die schrecklichste Art und Weise wegen ihrem Glauben hingerichtet wurden. Als einer der Kaiser sich bei seinen Leuten nach der Stimmung der Christen erkundigte, bekam er die Antwort: „Majestät, sie singen ihrem Gott„.

Geistliche Erneuerungsbewegungen sind gleichzeitig eine Bewegung des Singens und Lobens. So war es auch am Anfang der Gemeinschaftsbewegung. Etwas außergewöhnlich war Zinzendorf (1700-1760). Er dichtete über 2000 Lieder. Fehlte ihm ein Lied zur Predigt, dann dichtete er während der Veranstaltung ein neues Lied, sagte es der Gemeinde Zeile um Zeile vor und die Gemeinde sang gleich mit.
Durch die Anbetung Gottes werden wir veränderte Menschen. Indem wir Gottes Namen hochhalten und ehren, werden wir selbst durch Gottes Geist geprägt.

Anbetung geschieht nicht nur in den Gottesdiensten. Anbetung soll überall geschehen. Dort, wo wir sind, können wir Gott staunend sagen oder singen, was wir für ihn empfinden. Dies kann beim Velofahren, beim Duschen, auf einem Spaziergang oder sonst irgendwo sein.

Anbetung ist für mich, wie wenn man einen Silberlöffel poliert. Je mehr ich es tue, um so mehr glänzt er.

Text: Hanspeter Obrist

Fortsetzung

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