Gefängnis wegen Gotteslästerung für den Gouverneur von Jakarta

Ein indonesisches Gericht hat den christlichen Gouverneur von Jakarta zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er habe den Islam beleidigt, entschieden die Richter. Um seine Wiederwahl zu verhindern, zitierten Muslime eine Sure, dass man keinen Christen als Freund und Anführer haben dürfe. Er warf diesen Missbrauch des Koran vor und kassierte ein Urteil wegen Blasphemie. Im Wahlkampf betonte der Politiker, der in der Stichwahl zur Wiederwahl für das Gouverneursamt einen muslimischen Gegenkandidaten hatte, dass man den Koran nicht für Wahlkampfzwecke missbrauchen dürfe und natürlich auch Muslime für einen Nicht-Muslim wie ihm stimmen dürfen.

Seit drei Jahren regiert der indonesische Politiker Basuki Tjahaja Purnama, genannt „Ahok“, die Hauptstadt Indonesiens. Doch wenn seine Amtszeit im Oktober abläuft, könnte er bereits im Gefängnis sitzen. Der Grund: Blasphemie. Ein Gericht verurteilte den Politiker zu zwei Jahren Haft – und ordnete seine umgehende Verhaftung an.

Der Vorwurf der Gotteslästerung sei erwiesen, stellten die fünf Richter fest. Ahok hatte im Wahlkampf um eine weitere Amtszeit als Gouverneur Jakartas erklärt, der Koran verbiete es Muslimen nicht, für einen Nicht-Muslim zu stimmen. Wer das glaube, lasse sich in die Irre führen. Diese bedienten sich der Sure 5,51, in der es heißt: »Ihr, die ihr glaubt: Nehmt nicht die Juden und die Christen zu Freunden!« Dabei wird das letzte Wort manchmal auch mit »Führer« oder »Schutzherren« übersetzt.

Der Politiker gehört der christlichen Minderheit im mehrheitlich muslimischen Indonesien an.

Bei der Bemessung des Strafmaßes ging das Gericht sogar über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren gefordert. Der vorsitzende Richter begründete dies damit, dass Ahok sich „nicht schuldig gefühlt“ habe. Mit seiner Tat habe er „Angst geschürt und Muslime verletzt„.  mehr Informationen

Indonesien gilt als ein tolerantes weltoffenes muslimisches Land.

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