Gaza Update Woche 8

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Gaza Update Woche 8

Samstag 30.8.14

Seit die Palästinenser am 26. August beschlossen haben, den Beschuss auf Israel einzustellen, herrscht eine Waffen-Ruhe. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu glaubt nach einem Interview mit dem Sender «Channel 10», dass der jüngste Gaza-Krieg eine neue Möglichkeit für Friedensgespräche mit den Palästinensern eröffnet haben könnte.

Freitag 29.8.14

Die peruanische, chilenisch und brasilianische Regierungen haben beschlossen, ihre Botschafter nach Tel Aviv zurückzusenden.

Donnerstag 28.8.14

Ismail Hanije sagte: Sie bereiten sich nun für die „endgültige Schlacht“ zur Befreiung Palästinas vor. Die militärische Stärke der palästinensischen Organisation sei noch intakt. Der ehemalige Regierungschef im Gazastreifen hatte die Zeit der Offensive in einem unterirdischen Bunker verbracht. Abu Ubaid ein Hamas -Sprecher betonte, es handele sich bei seinen Worten um keine „Siegesrede“. Denn: „Unsere Verabredung mit der Siegesrede wird im Innenhof der Al-Aksa-Moschee (in Jerusalem) sein. Dies war nur ein unvermeidlicher Schritt auf dem Weg dorthin.“ In einer Umfrage unter Palästinensern im Gazastreifen bekundeten unterdessen 88,9 Prozent der Teilnehmer Unterstützung für einen Raketenbeschuss auf Israel. Nur 2,4 Prozent sprachen sich gegen solche Angriffe aus. Was wir erleben ist also kein Friede sondern ein Sammeln für die nächste Schlacht.

Mittwoch 27.8.14

Die Waffenruhe hält. Sie wurde am 50. Tag der gegenseitigen Auseinandersetzung geschlossen. Fünfzig ist eine besondere Zahl im Judentum. Denn in 3. Mose 25,10 steht: „Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt eine Freilassung ausrufen im Lande für alle, die darin wohnen; es soll ein Erlassjahr für euch sein. Da soll ein jeder bei euch wieder zu seiner Habe und zu seiner Sippe kommen.“

Die Hamas hat eine militärische Niederlage erlitten. 32 geheime Tunnel wurden zerstört, statt 10.000 Raketen verfügen die Terrorgruppen nun noch ca. 2000. 5-17’000 Häuser im Gazastreifen wurden je nach Quelle zerstört. Dennoch sind sie die psychologischen Gewinner. Das Geld fliesst wieder und sie kündigten sogleich an, die Waffenruhe sei nur ein Schritt, um ihr Ziel zu erreichen: die „Befreiung“ Jerusalems und ganz Palästinas von den „zionistischen Besatzern.“ „Das nächste Mal werden wir Jerusalem und den Boden von ganz Palästina erobern“, versprach Sami Barhum, einer von vier Hamas-Sprechern.

Umfragen zeigen, dass die Zustimmung innerhalb der israelischen Bevölkerung zur Politik Netanjahus drastisch gesunken ist. Oppositionsführer Isaac Herzog (Arbeiterpartei) forderte umgehend Neuwahlen.

Die Hamas hat Terroristen, die im Krieg mit Israel ums Leben kam, in offiziellen Statistiken als getötete Kinder angegeben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des israelischen Geheimdienstes.

Dienstag 26.8.14

Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich Israel und die Palästinenser auf einen dauerhaften Waffenstillstand im Gaza-Konflikt geeinigt. Zwischen 5 pm und 7 pm schossen die Hamas nochmals 60 Raketen nach Israel. Ab 7 pm gilt der Waffenstillstand für einen Monat. Während diesem Monat sollen die Gespräch weitergehen. Die Bewohner feierten ab 7 Uhr den Waffenstillstand. Rafah soll geöffnet werden und auch die anderen Übergänge sollen für Baumaterial und Hilfe geöffnet werden.

4,564 Rakten wurden nach Israel geschickt. Der Iron Dome holte 735 vom Himmel. 5,263 Ziele wurden von der IDF im Gazastreifen beschossen.   Nach palästinensischen Angaben kamen 2133 Palästinenser ums Leben, mehr als 11’000 wurden bei den Angriffen verletzt. Die UNschätzen zudem, dass mehr als 17’000 Wohnhäuser zerstört und rund 100’000 Menschen obdachlos wurden. Auf israelischer Seite kamen 70 Menschen ums Leben, darunter sechs Zivilisten. Israel hat hohe Kosten für den Iron Dom zu bezahlen, der vor Schäden in den Städten bewahrte.

Zwei Israelis starben als im Kibbutz Nirim eine Rakete einschlug. Ze’ev Etzion (55) und Shahar Melamed (43) waren mit dabei, als beschädigte Elektroleitung geflickt wurden. Als der Alarm kam, erreichten sie den Schutzraum nicht rechtzeitig.

Nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe für den Gazastreifen haben sich ranghohe Vertreter der dort herrschenden Hamas und der Gruppierung Islamischer Jihad erstmals seit Beginn des Konflikts mit Israel öffentlich gezeigt. Anführer beider Organisationen hielten am Dienstagabend Siegesreden vor tausenden Anhängern in Gaza. «Wir haben geschafft, was all die arabischen Armeen nicht geschafft haben», sagte ein Sprecher der Hamas. Damit bezog er sich auf frühere Niederlagen arabischer Staaten im Kampf gegen die israelische Armee. Das Abkommen sieht unter anderem eine teilweise Aufhebung der Blockade des Gazastreifens vor – was eigentlich nichts Aussergewöhnliches ist, wenn Ruhe herrscht.

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben erneut eine Raketensalve auf mehrere israelische Städte abgefeuert. In Aschkelon sei eine Rakete in einem Haus eingeschlagen und habe es schwer beschädigt und dutzende Menschen verletzt, darunter mehrere Kinder.  Der bewaffnete Flügel der Hamas bekannte sich offiziell zu dem Anschlag: „Wir haben R160-Raketen auf Haifa und M75-Raketen auf Tel Aviv abgefeuert.“ Seit der letzten Waffenruhe, die vergangenen Dienstag von der Hamas gebrochen wurde, wurden vom Gazastreifen aus mehr als 800 Raketen auf Israel abgefeuert. Israelische Medien hatten zuvor über eine mögliche neue Waffenruhe mit den militanten Palästinensergruppen berichtet. Demnach sollen für mindestens einen Monat alle kriegerischen Handlungen eingestellt und die Grenzübergänge für Hilfslieferungen und die Einfuhr von Baumaterial geöffnet werden. Ein Vertreter der ägyptischen Regierung, die seit Wochen um eine Beendigung der Kämpfe bemüht ist, bestätigte, dass die Vermittler sowohl Israel als auch den Palästinenserfraktionen neue Vorschläge unterbreitet haben. Laut einer palästinensischen Umfrage wollen 87 Prozent der Palästinenser in Gaza dringend einen Waffenstillstand. Gleichzeitig sind 92 Prozent gegen eine Entwaffnung der Hamas. Eine kleine Terrorgruppe bestimmt mit ihrem Raketenbeschuss das Leben in Israel. Die Hamas registriert zufrieden das Murren im israelischen Volk.

Zum zweiten Mal binnen zwei Tagen waren am Montagabend zwei aus dem Libanon abgefeuerte Raketen in Israel eingeschlagen. Eine Rakete sei in der Nähe der Grenzstadt Kiriat Schmona und eine weitere in der Nähe der Grenze eingeschlagen. Israelische Artillerie bombardierte nach Militärangaben den Abschussort. Es handelt sich um den dritten Tag in Folge, an dem Geschosse aus dem Libanon oder Syrien im Norden Israels einschlagen. Bislang hatte Israel nicht auf die Angriffe reagiert.

Im Rückblick erwies sich die Kettenreaktion, die von diesen Ereignissen ausgelöst wurde, als Glücksfall für Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) in Ramallah. Die Massenverhaftung von Hamas -Angehörigen im Juni in der Westbank in Kombination mit dem Einmarsch der israelischen Armee Mitte Juli in den Gazastreifen haben nämlich zwei groß angelegte Operationen der Hamas vorzeitig offengelegt. Zum einen war ein Mega-Anschlag vorbereitet worden, bei dem Hunderte von Hamas -Kämpfern durch Tunnel nach Israel hätten eindringen sollen. Eine erfolgreiche Ausführung dieses Plans wäre ein furchtbares Blutbad geworden. Zum anderen offenbarten die Verhöre der verhafteten Hamas -Mitglieder ein Komplott zum Sturz der Palästinensischen Autonomiebehörde. Doch jeder Tote und Verletzte, sei er nun Palästinenser oder Israeli, ist ein Erfolg aus Sicht der Hamas und ein Versagen der israelischen Regierung. Was der Staat Israel, seine Bevölkerung und Politiker mit nachweisbar überwältigender Mehrheit wollen, kann mit einem Wort auf den Punkt gebracht werden: Ruhe! Was die Hamas will, kann ebenso gut und schriftlich nachweisbar zusammengefasst werden. Das erklärte Ziel der Hamas ist die Vernichtung des jüdischen Volkes als jüdisches Volk weltweit. „Die Palästina-Frage ist keine nationale Frage“, hatte mir Hamas -Scheich Najef Radschub am 24. Januar 2006 in Dura erklärt. Vielmehr gehe es der Hamas um den weltweiten Herrschaftsanspruch des Islam – und den durchzusetzen sei Aufgabe eines jeden Muslims. Allen Umfrageergebnissen und Umständen zum Trotz genießt die Hamas auch aktuell eine überwältigende Popularität unter der palästinensischen Bevölkerung. mehr Informationen

Montag 25.8.14

Ägyptische Vermittler dringen nach palästinensischen Angaben auf eine bedingungslose Feuerpause, die zunächst einen Monat gelten solle. Zudem bereitete die PLO-Führung einen Vorstoß im UN-Sicherheitsrat vor, der auf eine Fristsetzung zur Beendigung der israelischen Besatzungspolitik im Westjordanland zielt.

Ein längerer Waffenstillstand scheiterte bisher an den Maximalpositionen der Konfliktparteien. Die Palästinenser verlangen, dass zuvor die achtjährige Blockade des Gazastreifens komplett aufgehoben wird, was den Bau eines Flughafens und eines Handelshafens einschließt; Israel verlangt seinerseits, dass zunächst die bewaffneten Gruppen in dem Palästinensergebiet alle Angriffswaffen abrüsten.

Nur noch 0,25 Prozent: Die israelische Notenbank fürchtet die wirtschaftlichen Folgen der Gaza-Krise und senkt die Zinsen nun auf ein Rekordtief.

Militante Palästinenser feuerten nach israelischen Angaben mindestens 60 Raketen nach Israel, die keinen Schaden angerichtet hätten. Am Sonntagabend zerstörte die Luftwaffe nach Armeeangaben eine Abschussrampe, von der aus eine Rakete auf Jerusalem abgefeuert worden sei.

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