Gaza Update Woche 7

Woche 1+2     Woche 3     Woche 4     Woche 5     Woche 6    Woche 7     Woche 8

Gaza Update Woche 7

Sonntag 24.8.14

Israel hat heute einen Finanzexperten der im Gazastreifen herrschenden Hamas gezielt getötet. Die israelische Armee teilte mit, Mohammed al-Ghoul sei für die Überweisung von Geldern für Terrorzwecke zuständig gewesen.

Iran hat den Abschuss einer angeblich israelischen Drohne über einer seiner Atomanlagen verkündet. Eine israelische Aufklärungsdrohne soll sich einer iranischen Atomanlage genähert haben. Revolutionsgarden schossen den Flugkörper nach eigenen Angaben ab.

Israel ist am Wochenende von drei Seiten unter Raketenbeschuss geraten. Während die Palästinenser ihre Angriffe aus dem Gaza-Streifen fortsetzten, schlugen auch Geschosse aus dem Libanon und aus Syrien ein.

Die Hamas verfügt schätzungsweise noch über rund 3000 Raketen (von 10 000).

Samstag 23.8.14

Eine (oder zwei) aus dem Libanon abgefeuerte Rakete ist am Samstag nach Angaben der israelischen Armee im Norden Israels eingeschlagen. Wie die Armee weiter meldete, schlug die Rakete östlich der Stadt Akko ein.

Vier weitere Personen sind im Gazastreifen hingerichtet worden. Mit öffentlichen Hinrichtungen haben sich die in schwarz gekleideten und vermummten Männer der Hamas auf eine Stufe mit den IS-Terroristen gestellt, die mit einem Messer den amerikanischen Journalisten James Foley geköpft haben. Auf einem Zettel über den gefesselten und mit einem Sack über dem Kopf verhüllten Todeskandidaten stand, dass „Kollaborateure“ im Felde entledigt würden, weil keine Zeit für Gerichtsverfahren bleibe. Damit gestand die Hamas einen Verstoß gegen die eigenen Gesetze ein. Denn bei den Palästinensern steht zwar auf „Kollaboration mit Israel“ die Todesstrafe. Aber nur nach einem ordentlichen Prozess. Die Hamas hat zu Beginn des Gazakriegs Dutzende Fatah-Leute unter Hausarrest gestellt. Wer sich nicht daran hielt, dem schossen Hamas-Leute in die Knie oder brachen ihnen Beine und Arme.

Freitag 22.8.14

Daniel Turgeman, ein vierjähriger Junge war am Nachmittag bei einem Granatenangriff in Südisrael getötet worden. Das aus dem Gazastreifen abgefeuerte Geschoss schlug nach Angaben der Armee in der Nähe eines Kindergartens in Sdot Negev ein. Netanjahu übermittelte der Familie des Kindes über seinen Sprecher sein Mitgefühl.

Ein hochrangiger israelischer Offizieller erklärte in einem Fernsehinterview, dass die Gespräche in Ägypten über eine erneute Waffenruhe mit der Hamas und weiteren Terrorgruppen nicht zum Stillstand gekommen seien. Ägypten sei momentan „die einzige Chance“ für den Frieden, so der israelische Regierungsvertreter. Deutschland, Frankreich und Grossbritannien setzen sich für eine UNO-Beobachtermission im Gazastreifen ein. Der Entwurf einer entsprechenden Resolution liege dem UNO-Sicherheitsrat vor, sagte ein UNO-Diplomat am Donnerstag. Eine militärische Mission ist allerdings nicht vorgesehen; Blauhelm-Soldaten würden nicht stationiert.

Der bewaffnete Flügel der Hamas hat am Donnerstag und Freitag insgesamt 18 Palästinenser hinrichten lassen. Elf Menschen seien am Morgen nahe einer Polizeistation in Gaza erschossen worden, berichtete der Hamas-nahe Fernsehsender Al-Aksa TV. Sieben weitere wurden demnach vor einer Moschee getötet. Weitere Leichen wurden vor der Al-Azhar-Universität gefunden. Damit stieg die Zahl der innerhalb von zwei Tagen getöteten angeblichen Spione auf 21.

Ägypter und Beduinen berichten, der Schmuggel durch Tunnel zwischen Ägypten und Gaza habe stark zugenommen. Der Bedarf der Terroristen an Waffen und Munition sei enorm. Das ägyptische Militär hatte erklärt, es habe 1370 Tunnel zerstört. Doch dies waren bei weitem nicht alle: Ein Beduine berichte der Nachrichtenagenur Reuters, derzeit seien rund 500 kleine Tunnel in Betrieb. Durch sie gelangten weiterhin Waffen und Munition nach Gaza. (mehr Informationen)

Donnerstag 21.8.14

Das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel fängt die meisten Angriffe ab. Mindestens die kommenden knapp zwei Wochen bis zum Beginn des neuen Schuljahrs halten die Israelis noch gut durch. Die Regierung weicht von der Forderung einer Entmilitarisierung des Gazastreifens nicht mehr ab. Die Hoffnung, dass das möglich ist, wird genährt durch die Tatsache, dass die Hamas derzeit international isoliert ist. Den Islamisten droht zudem das Geld auszugehen, auch die Rüstungsvorräte schrumpfen. Netanjahus einziges Interesse ist Ruhe an der Südfront, unabhängig vom politischen Prozess mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Netanjahu will strikt zwischen dem Problem mit dem Gazastreifen und dem Westjordanland trennen. (mehr Informationen)

Israels Minister Naftali Bennett meint: „Wenn man eine Terrororganisation besiegen will, so muss das mit einem Knock Out gemacht werden. Aber wenn man mit einer Terrororganisation verhandelt, so bekommt man noch mehr Terror!“ (mehr Informationen)

Hamas wird von der Türkei, Katar und dem Iran unterstützt. Intressant was die iranische Webseite irib.ir meldete: Ayatollah Ali-Akbar Haschemi-Rafsandschani sagte: Zwietracht unter der Bevölkerung eines Landes oder Anhängern von Religionen und Glaubensrichtungen ist eine unheilvolle Politik der Kolonialisten im Laufe der Geschichte gewesen, die sie zur Ausbeutung der Ressourcen der Völker angewendet haben. Rafsandschani erklärte: Die islamische Lehre warnt die Muslime vor jeglichem Konflikt. Dort, wo Fanatismus und Dummheit zusammenwachsen, wird Radikalismus zur Grundeinstellung. Bedeutet das nun, dass der Iran toleranter und weniger radikal wird?   mehr Informationen

Mittwoch 20.8.14

Kämpfer der Hamas haben Reporter der Nachrichtenagentur Reuters durch ihre Tunnel geführt. Sie wollten damit zeigen, dass ihr Untergrundnetzwerk trotz des israelischen Bombardements weiter besteht. „Wir sprechen heute zu euch aus einem dieser Tunnel, die Israel angeblich zerstört hat. Unsere Männer operieren immer noch in diesen Tunneln, die für alle Vorfälle präpariert sind“, sagte einer der maskierten und bewaffneten Hamas -Kämpfer. Es habe viele Abzweigungen in verschiedene Richtungen gegeben. Den Männern fiel außerdem auf, dass kein Verkehrslärm oder Lärm israelischer Drohnen zu hören gewesen sei.  (mehr Informationen)

In Israel hat niemand verstanden weshalb die Hamas Israel wieder mit Raketen angegriffen hat, da in palästinensischen und arabischen Medien eine andere Stimmung zu spüren war. Heute früh berichtete die arabische Zeitung Al Hayat was hinter den Kulissen passierte und warum die Verhandlungen in Kairo platzten. Gemäß der Zeitung forderte Emir Scheich Tamim Bin Hamad Thani von Katar vom Hamaschef Khaled Maschal die Verhandlungen zum Scheitern zu bringen, weil die Verhandlungen von Ägypten geleitet werden und nicht von Katar. Das bringt ans Licht, dass der Hass unter den arabischen und palästinensischen Parteien viel größer ist als gegen Israel. mehr Informationen

Katar finanziert islamischen Terror weltweit. Das Hamasregime im Gazastreifen, die Islamisten in Libyen, die Al-Qaida-Rebellen in Syrien und auch IS-Terroristen in Syrien. Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain haben aus diesem Grund ihre Botschaften in Katar geschlossen. Ein guter Grund 2022 die Fußball WM in Katar abzuhalten.

Nach dem Scheitern der Feuerpause im Gazakonflikt hat die radikal-islamische Hamas den internationalen Flughafen von Tel Aviv ins Visier genommen. Internationale Fluggesellschaften sollten den Flughafen meiden, sagte ein Hamas-Kommandant. Den israelischen Behörden zufolge ging der Betrieb dort zunächst ohne Störung weiter.

Am Dienstag-Abend seien aus Gaza mindestens 50 Raketen auf den Süden Israels abgeschossen worden, meldeten israelische Beamte. In der ganzen Region sowie den Städten Tel Aviv und Jerusalem heulten die Alarmsirenen auf. Als Reaktion auf den Beschuss aus dem Gazastreifen flog Israels Luftwaffe mindestens 25 Luftangriffe.

Bei einem Gegenschlag von israelischer Seite sind zwei Frauen und ein zwei Jahre altes Mädchen in Gaza-Stadt umgekommen, berichtete der palästinensische Arzt Aschraf al-Kidra. Ein ranghoher Führer der Hamas identifizierte die Toten als Frau und Kind von Mohammed Deif, dem Militärchefs der radikalislamischen Gruppe. Israel hat inzwischen den Versuch einer gezielten Tötung des Militärchefs der Hamas bestätigt. Israelische Medien berichteten, die Identität eines dritten Toten bei dem Angriff sei noch unklar. Mohammed Deif gilt in Gaza als einer der wichtigsten Drahtzieher, er hat schon mehrere Attentate durch Israel überlebt.

Wunschbild von Hamas von ihrer Webseite.

Dienstag 19.8.14

Zwei weitere Raketen werden von Iron Dom heruntergeholt.

Acht Stunden vor dem Ende einer Waffenruhe wurden drei Raketen aus dem Gazastreifen am Dienstagnachmittag abgefeuert. Damit haben die Palästinenser eine 24-Stunden Waffenstillstand Erweiterung (bis 24 Uhr Lokalzeit) verletzt. Die Raketen schlugen im offenen Gebieten in der südlichen israelischen Stadt Beerscheba ein.

Im Schatten der Verhandlungen in Kairo, haben Israels Sicherheitskräfte 93 Hamasmitglieder in Judäa und Samaria verhaftet, die laut israelischen Militärangaben einen Putsch gegen Mahmoud Abbas`s Fatah-Regierung in Ramallah planten. Anscheinend plante die Hamas eine dritte Intifada. Alle Beweise wurden der Fatah Regierung überliefert, die hinter den Kulissen von dem Vorhaben ihrer Hamas Geschwister erschreckt waren. Aus dem Büro von Abbas in Ramallah wurde gemeldet, dass dieser Putschplan der Hamas durchaus gefährlich war. Hamas -Anhänger hätten gestanden, dass sie eine Serie massiver Attentate geplant hätten, unter anderem auf dem Tempelberg in Jerusalem. Israel sollte dadurch zu harten militärischen Reaktionen provoziert werden, die wiederum einen bewaffneten Aufstand der Palästinenser im Westjordanland auslösen sollten. Am Ende sei der Sturz der Palästinensischen Autonomiebehörde geplant gewesen.

Israel willigt in den vorgeschlagenen 24 Stunden Waffenstillstand ein. Beide Seiten bräuchten mehr Zeit, um eine Einigung zu erzielen, sagten palästinensische Unterhändler dem Fernsehsender al-Jazeera am Montagabend. Kurz zuvor hatten palästinensische Medien berichtet, die Unterhändler hätten sich auf eine mehrwöchige Feuerpause geeinigt. 

Nach Angaben des palästinensischen Politikers Aschraf al-Adschrami wurde eine grundsätzliche Einigung in Stichpunkten erzielt. Diese Einigung habe eine Verlängerung der Feuerpause im Gazakrieg um weitere 24 Stunden ermöglicht, sagte er dem israelischen Armeesender. «Die Punkte sind der Wiederaufbau des Gazastreifens, die Aufhebung der Blockade, die Öffnung der Grenzübergänge, die Lösung der Stromprobleme, die Einfuhr von Baumaterialien unter internationaler Kontrolle und die Ausweitung der Fischereizone im Gazastreifen». Al-Adschrami sagte, die Einigung enthalte nicht die israelische Forderung nach einer Entmilitarisierung des Gazastreifens. Stattdessen habe man sich unter US-Vermittlung auf Mechanismen geeinigt, die eine Wiederbewaffnung der radikal-islamischen Hamas verhindern sollten.

Verteidigungsminister Moshe Yaalon sagte, die vor sechs Wochen begonnene Offensive im Gazastreifen sei noch nicht abgeschlossen. Es werde der radikal-islamischen Hamas nicht gelingen, Israel in einen Zermürbungskrieg zu verwickeln, sagte er.

Die UN hat die Zeit Einschüsse von Israel genau zu dokumentierendoch wo sind die Dokumentationen von Syrien und dem Irak, wo wesentlich mehr Menschen leiden?
Die Vereinten Nationen haben einen Gaza-Krisen-Atlas veröffentlicht. Im über 100-seitigen Dokument werden Schäden und Zerstörung nach den israelischen Angriffen auf den Küstenstreifen detailliert aufgezeigt. Hier geht es zum PDF des Gaza-Krisen-Atlas

Montag 18.8.14

22 Uhr Lokalzeit: Ein Mitglieder der palästinensischen Delegation sagt, dass die Palästinenser einem Waffenstillstandsplan zugestimmt haben. Jetzt wird mit Spannung der Inhalt und die Antwort vom Israelischen Kabinett erwartet.

Heute um 24 Uhr Lokalzeit läuft die Waffenruhe aus.

Aus palästinensischen Quellen geht hervor, dass sich Fatah und Hamas innerhalb der palästinensischen Delegation in Kairo streiten. Was eigentlich abgemacht war, hat die internationale Hamasführung zurückgenommen und besteht wieder auf einem offenen Hafen und dem Aufheben der ägyptischen und israelischen Blockade um den Gazastreifen.

Ein Hamas-Vertreter teilte nach Angaben israelischer Medien vom frühen Montagmorgen auf seiner Facebook-Seite mit, Israel habe mit Änderungen am Papier der ägyptischen Vermittler die Verhandlungen wieder an den Anfang zurückgeworfen. Ohne Ergebnis werde es womöglich keine erneute Verlängerung der Waffenruhe geben. Hamas Sprecher Sami Abu Zuhri sagte am Sonntag, dass das erst der Beginn der Befreiung war und die nächste Schlacht auf dem Boden von Ashkelon stattfinde und nicht mehr in Gaza.

Palästinenserchef Mahmoud Abbas (Fatah) verlangt von Hamas, einer 30-tägigen Feuerpause zuzustimmen, in der Israel und Hamas sich über die Streitpunkte einigen.

„Wenn die Hamas glaubt, sie könnte eine militärische Niederlage in einen diplomatischen Erfolg verwandeln, dann irrt sie“, sagte Netanjahu. Israel werde auch künftig hart auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen reagieren und sich von der Hamas nicht einschüchtern lassen. Im israelischen Volk steigt die Kritik gegen die Regierung, die es nicht schafft, den militärischen Erfolg in ein politisches Finale umzuwandeln. Die Menschen im Süden Israels sind des ewigen Raketenbeschusses müde. Sie wollen eine stabile Lösung – entweder auf dem Verhandlungsweg oder militärisch.

Der israelische Geheimdienstminister Juval Steinitz bezeichnete einen von der Hamas geforderten See- und Flughafen in Gaza am Sonntag als „Duty-Free-Shop für Raketen„. Israel dürfe die Forderung nach einer Entmilitarisierung des Gazastreifens nicht aufgeben.

Israel bereitet sich darauf vor, dass keine Vereinbarung gefunden wird, womit Israel die Freiheit hat, sofort auf Raketen- und Tunnelangriffe zu reagieren.

Die Tourismusbranchen Israels und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) leiden unter den Gaza-Kämpfen. Es kamen im Juli rund 20 Prozent weniger Touristen als im Vorjahr. Auch im Westjordanland litt der Tourismus. Seit der Kämpfe ist der Tourismus um 60 Prozent gesunken, sagte der palästinensische Tourismusminister Rula Maajah der Nachrichtenagentur „Ma‘an“.

Hamas gibt zu, dass Journalisten bedroht und deportiert wurden

„Die Berichterstattung durch ausländische Journalisten im Gazastreifen war unbedeutend im Vergleich zu ihrer Berichterstattung innerhalb der israelischen Besatzung“, sagte Israa al-Mudallal am Donnerstag dem libanesischen Fernsehsender „Al-Majadin“. Die Journalisten, die nach Gaza kamen, seien „auf die Idee des Friedens und auf die israelische Darstellung fixiert“ gewesen, beklagte die Hamas -Sprecherin. Die ausländische Presse habe sich darauf konzentriert, „die Orte zu filmen, von denen aus Raketen abgeschossen wurden. Auf diese Weise kollaborierten sie mit der Besatzung“.

Weiter sagte Al-Mudallal: „Diese Journalisten wurden aus dem Gazastreifen ausgewiesen. Die Sicherheitsbehörden gingen hin und führten ein Gespräch mit diesen Leuten. Sie gaben ihnen etwas Zeit, um ihre Botschaft zu ändern, auf die eine oder andere Weise.“ Einige der Journalisten, die den Gazastreifen betraten, hätten unter Beobachtung durch die Sicherheitskräfte gestanden. „Selbst unter diesen schwierigen Umständen schafften wir es, sie zu erreichen und ihnen zu sagen, was sie täten, sei alles andere als professioneller Journalismus, und außerdem unmoralisch.“  (mehr Informationen)

 

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someonePrint this page

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.