Feuer-Intifada

Schon seit Tagen wüten in Israel viele Großbrände – in der Hafenstadt Haifa hat sich die Lage am Donnerstag dramatisch zugespitzt. Nach Schätzungen mussten ein Vietel der Bewohner von Haifa die Häuser verlassen. Israels Polizei geht bei vielen der landesweiten Brände von Brandstiftung aus.

Nach Meinung des Ministers für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, sind mehr als Hälfte der Brände in den letzten Tagen durch Brandstiftung verursacht worden. Israelische Medien sprachen bereits von einer ‚Feuer-Intifada‘ von Palästinensern.  mehr Informationen

Einige Arber feiern das Feuer und ander Helfen beim Löschen der Brände.

Seit ca. drei Wochen herrscht hier extrem trockenes Wetter, und Anfang dieser Woche kamen sehr starke Winde mit zum Teil 90 km Geschwindigkeit dazu. Das ist ideales Wetter für Feuer.
Die Hamas hat öffentlich gratuliert zu den Feueranschlägen.  mehr Informationen
Im Fernsehen verbreitete Aufnahmen von Überwachungskameras am Rande der israelischen Siedlung Ariel zeigten am Freitagmorgen drei offenbar arabische Jugendliche, die in der Nacht zum Freitag die Böschungen mit Molotowcocktails entzündeten. Sie wurden festgenommen, die Flammen konnten gelöscht werden.  Einige der Festgenommenen sollen über Facebook dazu aufgerufen haben, Unterholz auf israelischem Territorium anzuzünden. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas interpretierte die Brände als eine „Rache Allahs“ für das von der israelischen Regierung vorbereitete Muezzin-Gesetz, das die Lautstärke der megafonverstärkten Gebetsrufe in Wohngebieten regulieren will. Der wichtigste Imam Kuweits, Mischari Raschid Al Afasi, wünschte den Feuern in einer zehntausendfach geteilten Internetbotschaft „alles Gute“.   Die palästinensische Autonomiebehörde hingegen rief zur Zusammenarbeit mit Israel auf. Sie bat die Palästinenser, bei der Bekämpfung der Feuer zu helfen.   mehr Informationen
Mittlerweile habe sich die islamistische Terrorgruppe „Al-Qaida“ zu diesen Terrorakten „bekannt“, wie u.a. der „Independent“ berichtet.

Die Großbrände in Israel und im Westjordanland sind nach Angaben der Rettungskräfte unter Kontrolle. Es gebe keine aktiven Brandherde mehr, teilte die israelische Feuerwehr am Sonntag 27.11.16 mit. Behördenangaben zufolge entstanden Schäden in Höhe von 120 Millionen Dollar, mehr als 570 Häuser waren unbewohnbar. Die israelische Polizei vermutet, dass mehrere Brände absichtlich gelegt wurden. Sie nahm 35 Menschen fest und befragte sieben weitere Verdächtige. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dankte dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas am Samstag für die Hilfe bei der Flammenbekämpfung. Die Palästinenser hatten acht Feuerwehrfahrzeuge und 40 Einsatzkräfte nach Israel geschickt.  mehr Informationen

Mena-Watch fasst die Reaktion der deutschen Bundesregierung folgend zusammen: „Aufschlussreich ist auch die Reaktion der deutschen Bundesregierung: Tagelang war nichts von ihr zu der Feuerkatastrophe im jüdischen Staat zu vernehmen – kein Hilfsangebot, keine Solidaritätsadresse, nicht einmal eine förmliche Betroffenheitsbekundung. Dann nahm das Auswärtige Amt doch noch Stellung zu Israel – aber nicht zu den Bränden, sondern zur Entscheidung der Jerusalemer Stadtverwaltung, das Planungsverfahren für die Erweiterung einer Siedlung in Ost-Jerusalem wieder aufzunehmen. Diesen Beschluss verurteilte das Außenministerium als „völkerrechtswidrig“. Erst am Freitag rang es sich dazu durch, in einer kurzen Erklärung seiner „allergrößten Sorge“ über die Flächenbrände Ausdruck zu geben und seine Bereitschaft, Hilfe zu leisten, zu verkünden.“  mehr Informationen

Über 500 Wohnungen und Häuser sind vollkommen vernichtet worden. 3.000 Hektar Wald in Haifa und Jerusalem sind verbrannt.

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