Es mangelt nicht an Wasser und Strom in Israel

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat kürzlich einen Stein ins Rollen gebracht mit seiner ungeprüften Behauptung, wonach einem Israeli 70 Liter täglich zur Verfügung stünden, während der Palästinenser sich mit knappen 17 Litern begnügen müsse.

Es mangelt nicht an Wasser sondern an einer zuverlässigen Übersicht mit offiziellen Zahlen und einheitlicher Berechnungsmethode. So hat die Weltbank einen von Amnesty International und anderen Organisationen vielzitierten Wasserbericht veröffentlicht, der dem Trinkwasser auf israelischer Seite geklärtes Schmutzwasser hinzugerechnet hat, obgleich es nur für Bewässerung in der Landwirtschaft verwendet wird, während bei Palästinensern über 30 % Verluste durch kaputte Infrastruktur abgezogen wurden.

Die israelische Seite klagt über einen riesigen palästinensischen Schuldenberg für unbezahlte Strom- und Wasserrechnungen.

Die noch offene Stromrechnung beläuft sich nach palästinensischen Angaben auf 400 Mio. Schekel (etwa 80 Mio. Euro/100 Mio. CHF), während der Schuldenberg gemäss israelischer Rechnung sogar 1,3 Mrd. Schekel (ca. 270 Mio. Euro/329 Mio. CHF) beträgt und monatlich um 13 Mio. Euro anwachse. Nur knapp 70% der Palästinenser zahlen ihre Stromrechnungen fristgerecht. Gemäss anderen Quellen zahlen die Bewohner von Flüchtlingslagern und im Gazastreifen gar nichts.

Mit der Wasserrechnung verhalte es sich ähnlich. Es gebe nicht nur einen enormen Verlust durch lecke Rohre. In vielen palästinensischen Haushalten seien nicht einmal Wasseruhren installiert. Wer Wasser oder Strom kostenlos bezieht, muss damit auch nicht sparsam umgehen.

Wasser wie Strom sind heutzutage eine Geldfrage. Dank Entsalzungsanlagen kann Israel seinen gesamten Eigenbedarf decken, und zusätzlich Wasser an die Palästinenser und sogar an Jordanien liefern. Gleiches gilt für Strom.

Hisham al-Omari, Leiter der „Jerusalem Distrikt Stromgesellschaft“,  hat gegenüber Ma’an nicht nur die unbezahlten Stromrechnungen seiner palästinensischen Kunden bemängelt, sondern auch gefordert, den Kilowatt-Preis auf die in Israel üblichen Tarife „anzuheben“. Damit widersprach er der Propaganda, wonach ein Palästinenser mehr zahle als ein Israeli.

Seit Jahren, so Gideon Eshet in einem Kommentar bei Ynet, habe die israelische Stromgesellschaft „auf eigene Kosten“ subventionierten Strom an Millionen Menschen geliefert, die nicht einmal Staatsbürger Israels seien, und ohne das Recht zu haben, die Lieferungen einstellen zu dürfen.

Was wird wohl passieren, wenn die Palästinenser einen eigenen Staat haben? Dieser paradiesische Zustand wird wohl enden. Denn dann müssten sie ihre Rechnungen zahlen. Denn jedem säumigen Israeli wird auch der Strom gesperrt. Ist das einer der Gründe warum weiter auf Zeit gepokert wird?

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