Ermordung des iranischen Musikers können Internetnutzer online üben

„Schuss auf den Apostaten“ heißt das Killerspiel, zu dessen Herunterladen die staatliche iranische Nachrichtenagentur „Farsnews“ laut der Zeitung „Berliner Morgenpost“ ausdrücklich aufruft. Und der Name ist Programm. Mit Mausklicks können Nutzer auf den immer wieder hinter einem Hindernis auftauchenden Najafi schießen. Der feuert zurück. Ziel ist es, den Musiker möglichst oft zu treffen, bevor er den Spieler selbst durch Schüsse tötet.

Das Spiel sei von der Stiftung „Kunst des reinen Islam“ entwickelt worden und solle den „Hass der Schiiten“ auf die Beleidiger des Islam sichtbar machen, heißt es bei der „Morgenpost“.

Najafi wird verfolgt, seit der iranische Großajatollah Ali Safi Golpayegani ein Todesurteil über Najafi ausgesprochen hat. Der Grund: Am 7. Mai hatte der 31-jährige Rapper Najafi das Lied „Imam Naghi“ veröffentlicht. Darin ruft er einerseits ironisch zu einer Wiederkehr des Imam auf und macht andererseits zahlreiche sexuelle Anspielungen. Imam Naghi starb vor über 1.100 Jahren. Er war der zehnte Imam und angeblich ein direkter Nachfahre des Propheten Mohammed. Das Cover der neuesten CD Najafis zeigt die Zeichnung einer runde Moscheekuppel, die gleichzeitig eine weibliche Brust ist. Auf deren Spitze steht eine Fahne in Regenbogenfarben – dem Symbol für die Homosexuellenbewegung. Nach dem Ausruf der Fatwa gegen ihn, steht Najafi unter Polizeischutz. Seine Europatournee musste er absagen und seine Wohnung verlassen. Derzeit versteckt er sich an einem geheimen Ort, irgendwo in Deutschland.

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