Erdogans Traum-a

Der türkische Präsident Erdoğan sieht sich als Weltvertreter aller Muslime und artikuliert sich immer deutlicher: Da sind die Muslime – und die Feinde der Muslime.

Klar erkennbar geht Erdoğans Führungsanspruch inzwischen weit über sein Land hinaus, stößt aber international auch an Grenzen.

Frustriert kehrte der Präsident vorzeitig von der Trauerfeier für Muhammad Ali aus Amerika zurück, wo es ihm nicht gelang, sich als Weltvertreter aller Muslime zu profilieren. Man muss dazu sagen, der verstorbene Boxer wird in der Türkei auch als „Faust des Islams“ gerühmt, und Erdoğan in der regierungsfreundlichen heimischen Presse mehrfach mit dem Idol verglichen wurde. Sein Wunsch, am Sarg des verblichenen Kraftmenschen ein Stück vom Stoff der Kaba – des höchsten islamischen Heiligtums in Mekka – abzulegen und dazu aus dem Koran zu rezitieren, wurde abgewiesen. Von der Rednerliste der Trauerfeierlichkeiten war der Angereiste auch gestrichen worden.

Erdoğan will ein größeres Einflussgebiet schaffen und hat es auch langsam in den ehemaligen russischen Republiken oder in arabischen Ländern erreicht. Die Türkei ist ein starkes Land, und Erdoğan pflegt seine Illusion von einer Großmacht. Er redet fast permanent von Auferstehung, vom Aufwachen.

Kritiker setzen Erdoğan gerade unter Druck, ihr Argument: Erdoğans Studienabschluss aus dem Jahr 1981 genüge nicht den Kriterien, die die türkische Verfassung anlegt, wenn es um das Staatsoberhaupt geht. In der amtlichen Biographie Erdoğans wird ein Abschluss nach vier Studienjahren an der Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften der Marmara-Universität erwähnt, dem ging offenbar eine Art Fachabitur für islamische Geistliche – Imame – voraus.

Zu den Voraussetzungen einer Kandidatur für das Präsidentschaftsamt gehören nach der türkischen Verfassung laut Paragraf 101 einige Punkte, so das vollendete vierzigste Lebensjahr, die türkische Staatsbürgerschaft, ein Parlamentsmandat (oder zumindest eine mögliche Wählbarkeit zum Parlamentsabgeordneten) und eben eine abgeschlossene Hochschulausbildung.

Nach westlichen Medienberichten hat der Präsident sage und schreibe 44 Ehrendoktortitelmehr Informationen

 

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