Erdogan fördert den Islam, wo er kann

Der türkische Präsident beabsichtigt den Einfluss seiner Religion in der ganzen Region zu verstärken.

Der Sieg der türkischen Armee im Norden Syriens ist ein Gewinn nicht nur für Erdoğan, sondern, aus seiner Sicht, auch für den Islam. Die Türkei hat regionale Aspirationen, ähnlich wie Iran. Es ist deshalb nicht damit zu rechnen, dass sich Präsident Tayyip Erdoğan bald aus dem eroberten Gebiet zurückziehen wird. Die Türkei wird sich nicht nur für die Sicherheitskräfte zuständig erklären, sondern auch für Schulen. Erdoğan unterhält auch beste Beziehungen zur radikal-islamischen Hamas. In Katar, Somalia und im Sudan zeigt er militärische Präsenz und baut sich Stützpunkte auf.

Auch auf dem Balkan verstärkt er seinen Einfluss, wie das Beispiel Albanien zeigt. In der Hauptstadt Tirana finanziert die Türkei die größte Moschee auf dem Balkan. In einem Land, in dem sich rund 70 Prozent der Bevölkerung zum Islam bekennen, wäre das eigentlich kaum der Rede wert. Aber Albanien ist bekannt für seinen Islam light. Kleidervorschriften für Frauen kennt man in Albanien nicht, und der intellektuelle Diskurs kennt keine religiösen Scheuklappen.

Albaniens Muslimenchef Mucaj will die Menschen jetzt aber davon überzeugen, dass es gut für sie ist, den Weg der Religion zu befolgen. Nach seinen Aussagen, lasse sich bereits feststellen, dass in Albanien immer mehr Frauen ein Kopftuch tragen.

Ohne ausländische Hilfe hätte sich Albanien den Bau der neuen Mega-Moschee „Namazgja“ nicht leisten können. Dankbar nahm Mucaj deshalb das Angebot der Türkei an, das 30 Millionen Euro teure Projekt zu finanzieren. Für die Grundsteinlegung war Erdoğan aus Ankara angereist. Im Volksmund nennt man das neue Statussymbol des Islam denn auch «Erdoğan-Zentrum». Hier werden ab 2018 4000 Gläubige beten – 3000 im Innern, 1000 draußen. Integriert werden zudem ein Konferenzzentrum und eine Bibliothek. Der Islam türkischer Prägung ist damit institutionalisiert.

Erdoğan versucht in Albanien, wo sich der Islam traditionell tolerant und nicht kämpferisch gibt, seine strengen Vorstellungen vom Islam durchzusetzenmehr Informationen

 

Das Neo-Osmanisch-Türkische Reich fordert ein

Erdoğan meint: „Diejenigen, die meinen, wir hätten das Land, aus dem wir uns vor hundert Jahren (siehe Karte unten) unter Tränen zurückgezogen haben, aus unseren Herzen getilgt, haben Unrecht.“ „Wir sagen bei jeder Gelegenheit, dass Syrien, Irak und andere Orte der Geographie in unseren Herzen nicht anders sind als in unserer eigenen Heimat. Wir kämpfen … weiterlesen

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