Entsalztes Wasser in den See Genezareth

Israel will in den See Genezareth entsalztes Wasser fließen lassen, um gegen wachsende Wasserknappheit zu kämpfen. Für dieses Vorhaben bewilligte das Kabinett am Sonntag 10.6.18 einen Notfallplan. Aufgrund einer intensiven und anhaltenden Dürre soll erstmals entsalztes Wasser in den nordisraelischen See geführt werden.

Ab kommendem Jahr sollen kleine Mengen entsalztes Wasser in den weltweit tiefstgelegenen Süßwassersee gepumpt werden. Geplant ist, innerhalb von vier Jahren ein jährliches Volumen von 100 Kubikmetern zu erreichen, berichtet die Zeitung „Jerusalem Post“.

„Jetzt bringen wir entsalztes Wasser in den See Genezareth, denn wenn wir im Winter Wasser entsalzen, […] gibt es dafür keine Verwendung“, erklärte Premierminister Benjamin Netanjahu. „Wir machen den See Genezareth zu einem Reservoir für entsalztes Wasser.“

Am 1. Juni betrug der Wasserstand 213,46 Meter unter dem Meeresspiegel. Das ist fünf Meter unter der sogenannten roten Linie. Der Trockenrekord von 2001 liegt bei 214,87 Metern unter dem Meeresspiegel. Dieser Stand wird „schwarze Linie“ genannt. Sinkt das Wasser darunter, könnte ein erhöhter Säuregehalt zu ökologischen Problemen führen, die das Abpumpen des Wassers erschweren, heißt es in dem Bericht der „Jerusalem Post“.

Eine Entsalzungsanlage soll in Sorek in den Judäischen Bergen stehen und die andere im westlichen Galiläa. Bis ins Jahr 2030 soll sich die Menge des entsalzten Wassers verdoppeln auf insgesamt 1,1 Milliarden Kubikmeter. Denn bei einer andauernden Wasserknappheit seien unterschiedliche Wirtschaftszweige negativ betroffen.

Da der Norden Israels die schwerste Dürre seit rund 100 Jahre erlebt, hatte die israelische Wasserbehörde mit „Israel trocknet wieder aus“ Anfang Juni eine erfolgreiche Werbekampagne neu aufgelegt. Diese soll Israelis zum Wassersparen animieren.  mehr Informationen

„Im Norden ist die Wassersituation die schlechteste seit Beginn der Messungen“, sagte der Sprecher der Wasserbehörde, Uri Schor, der Online-Zeitung „Times of Israel“. Die aktuelle Dürre dauert mittlerweile fünf Jahre an.

Dadurch kommen selbst Israels hochmoderne Entsalzungsanlagen an ihre Grenzen. Die Werke entsalzen Meerwasser und decken mittlerweile 70 Prozent des israelischen Trinkwasserbedarfs.

Der Erfolg vergangener Kampagnen stimmt für die aktuelle Wassersparkampagne optimistisch: 2009 etwa verringerte sich der Wasserverbrauch israelischer Haushalte um 18 Prozent.

Dann jedoch folgte die „Entsalzungs-Euphorie“, wie es Professor Alon Tal von der Universität Tel Aviv gegenüber „Times of Israel“ ausdrückt. „Seit es die Entsalzung gibt, hat sich der persönliche Verbrauch erhöht.  Israels Bevölkerung wächst auch alle zehn Jahre um etwa 1,5 Millionen Menschen. mehr Informationen

Antike Wasserspeicherung im Negev En Avdat – Staudämme halten das seltene Regenwasser zurück und lassen es versickern. Dadurch können einige Pflanzen in der Wüste überleben.

Zu wenig Regen in Israel

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