Ein gewisses Islamverständnis das wir benennen müssen

„Wir Muslime müssen in der Lage sein, den Jugendlichen, der neuen Generation, eine Religion anzubieten, die ohne Wenn und Aber hinter der Demokratie und Menschenrechten steht„, appellierte Psychologe und Islamismus-Experte Ahmad Mansour in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ .

„Ich schäme mich, mit den Tätern eine Sprache, eine Religion und ein Buch zu teilen„, sagte er. „Ich finde keine Worte, um dies zu beschreiben, außer dieser ganz starken Scham.“

In der Talkshow stellte er nun die oft geäußerte Behauptung in Frage, dass islamistischer Terror nichts mit dem Islam als Religion zu tun habe. „Es gibt ein gewisses Islamverständnis, das wir endlich, endlich benennen müssen„, so Mansour. Er selbst stand als Jugendlicher kurz davor, Terrorist zu werden.

„Wir haben uns nicht die Frage gestellt, wie solche Ungeheuer im Namen unsere Religion entstehen.“

Er nannte als Beispiel die Vorstellung von einem Gott, der die Menschen entmündige und dessen Regeln man sich unterwerfen müsse und eine Konzentration auf das Jenseits, die unterstellt, dass dieses Leben unbedeutend sei.  Dies erleichtere es Terroristen, Menschen zu Selbstmordattentaten zu überreden: „In einer Sekunde bist du bei Gott und bekommst alles, was du willst.“

Verschärft würde dieses Problem durch linke Politiker, die Muslime „wie Kuscheltiere“ behandeln. mehr Informationen

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In einem Artikel in focus.de schreibt Ahmad Mansour (hier nur Auszüge):

„Ich mich schäme, mit den Tätern eine Sprache, eine Religion, ein Buch zu teilen. Ich schäme mich, dass das, was mich teilweise ausmacht, ein Ungeheuer schaffen konnte. Ich will mich entschuldigen – und trotzdem denke ich: Es kann doch nicht sein, dass ich nur das tun kann.“

Nach jedem Anschlag diskutieren wir über Ursachen und Gründe. Je nach Anschlag wird von einsamen Wölfen oder von Strukturen, Helfer und Unterstützer gesprochen. All dies wird jedoch nur bedingt helfen, solange wir die Wurzel des Terrorismus nicht erkennen.

Salafisten erkennen Zeitfenster für Radikalisierung besser als Sozialarbeiter. Sie kümmern sich, zeigen Interesse, schaffen Bindung und kämpfen um diese Jugendlichen.  Denn sie machen sinnstiftende Anbegote, welche die Jugendlichen nirgends anders so leicht bekommen.

Islamistische Fanatiker geben den orientierungslosen Jugendlichen Halt und klare Regeln. Sie finden starke Ersatzväter, haben das Gefühl, zu einer heimlichen Elite zu gehören und endlich eine Identität gefunden zu haben. Sie glauben daran, sich einem höheren Zweck angeschlossen zu haben, regelrecht erleuchtet zu sein. Ein einfaches Schwarz-Weiß-Muster teilt die Welt in Gut und Böse, in Gläubige und Ungläubige, Opfer und Feind auf.

Erst ein Islamverständnis, das Menschen entmündigt und zu Gehorsam zwingt, ihnen starke Opfer- und Feindbilder lehrt und nur die Angst als pädagogisches Mittel kennt, ermöglicht den fundamentalen Islamismus.

Das Leben im hier und jetzt ist unwichtig, da das „echte“ Leben erst nach dem Tod beginnt. Mann wird im Paradies landen. Hier bekommst man alles, was man im diesseitigen Leben nicht bekommen konnte: Glück, Gesundheit und Frauen. Für unzufriedene Menschen ist das ein Ausweg.

Wenn ich nun aber Selbstmordgedanken habe, depressiv bin und mein Ableben nicht abwarten kann, dann schafft mir Terrorismus einen Ausweg.

Mit einem Sprengstoffgürtel und dem Tod einiger Ungläubiger bin ich sofort bei Allah! Mein Leiden hat ein Ende und ich bekomme alles, was ich in diesem Leben nicht gehabt habe.

Wenn muslimische Kinder vom Schwimmunterricht oder von Klassenreisen befreit werden, dann tut man niemandem einen Gefallen. Es ist nicht tolerant, sondern rassistisch, damit einverstanden zu sein, dass ein muslimisches Kind weniger lernen sollte, als ein nicht-muslimisches Kind. Relativierungsversuche wie dieser tragen dazu bei, dass religiöse Fundamentalisten an Einfluss gewinnen.

Bei meiner Arbeit erlebe ich seit Jahren Jugendliche, die fehlgeleitete Begriffe im Kopf haben. Sie wachsen mit einem traditionellen Islamverständnis auf, das auch in unseren deutschen Moscheen gelehrt wird. Es wird eine ganze „Generation Allah“ herangezogen, die nicht mit den demokratischen Werten unserer Gesellschaft konform geht.

Viele Informationen holen sich die Jugendlichen heutzutage im Internet. Dort entstehen regelrechte Paralleluniversen, in denen Unwahrheiten sowie Verschwörungstheorien verbreitet werden. Salafisten beherrschen auf diesem Gebiet das Internet, ihre Angebote sind leider immer noch wesentlich attraktiver als andere.

Auch die muslimischen Verbände, die großen Einfluss auf die Generation Allah und ihre Eltern haben, stehen hier in der Pflicht, sich zu ändern. Momentan vertreten sie nur ein formales und oberflächliches Bekenntnis zur Demokratie und sperren sich der innerislamischen Debatte über Werte.

Doch wir Muslime müssen uns kritische Fragen stellen und die Modelle unserer Väter überdenken, denn sie passen nicht mehr in unsere moderne Zeit. Es muss begonnen werden, den Koran historisch-kritisch auszulegen und aufgehört werden, die Welt in Muslime und Nicht-Muslime zweizuteilen.   mehr Informationen  

 

Lässt sich der Islam reformieren? Hamed Abdel-Samad & Rachid

 

Es braucht nicht eine Distanzierung vom Terrorismus, sondern ein besseres Lebenskonzept. Es braucht Vertrauen, Hoffnung und Liebe.

Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte“ (Bibel 1.Korinther 13,13).

Vergleiche: mega geliebt

 

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2 Gedanken zu „Ein gewisses Islamverständnis das wir benennen müssen“

  1. Die Terminologie, die Ahmad Mansour in der „Lanz-Sendung“ verwendet, scheint von der Hoffnung getrieben, es gäbe einen „anderen Islam“ – es gäbe die Chance einer aufgeklärten Reformation. Nach aller Lektüre der vermeintlich geoffenbarten Texte halte ich diese „Hoffnung“ für zutiefst illusorisch.
    Die Juden und Christen, die Mohamed höchst selbst geschlachtet und beraubt hat, waren klüger, als ein bemühter Ahmad Mansour und sein klatschendes Publikum: sie hatten schlichtweg erkannt, dass M. KEIN Prophet in der Linie eines Mose, Jesaja, Jesus … war. Sie haben zugleich die Demut gehabt, an der Erkenntnis festzuhalten, dass es keine Erkenntnis Gottes gibt, außer durch Selbstoffenbarung (u.A. durch Propheten, deren Autorität sich durch die Bestätigung ihres Gotteswortes in der Wirklichkeit von Raum und Zeit entfaltete). Konsequenter Weise war der Islam für sie in sich und in Gänze eine irreführende und zutiefst gottesverachtende Lehre. Daran hat sich in den letzten 1400 Jahren nichts geändert! Mit anderen Worten, im Blick auf den Islam kann es keine „Reformation“ geben – allenfalls eine „Reinvention“ … und das funktioniert nicht.

    1. Ein Problem könnte sein, das Mohammed der letzte Prophet war und so Neuerungen nicht im System angedacht sind. Die Christen hatten noch ein Apostelkonziel und Lehrer (Paulus) sowie Propheten die konktete Dinge voraussagen konnten (Agapus). Damit können gewisse Dinge als zeitgeschichtlich interpretiert werden. Die Juden können ihren Glauben auch an den veränderten Umständen anpassen. So zum Beispiel der Glaube auch ohne Tempel.

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