Ein europäischer Islam ist unrealistisch

Die europäische Gesellschaft hat es sich zur Angewohnheit gemacht, wenn Probleme auftauchen, nicht bei sich selbst nach Ursachen und Lösungen zu suchen. Daher wir die Forderung nach der Kreation eines eigenen „europäischen Islams“ laut.

Heute leben über 16 Millionen Muslime allein in der Europäischen Union. Weit über 90 Prozent der Flüchtlinge, die 2015 und 2016 nach Europa gekommen sind, sind muslimischen Glaubens. Schätzungen zufolge erhöhte sich der Anteil der Muslime an der deutschen Bevölkerung 2015 auf 5,4 bis 5,7 Prozent. In Österreich liegt er noch etwas höher. Der Österreichische Integrationsfonds geht sogar davon aus, dass der Anteil der Muslime in der Alpenrepublik bei acht Prozent liegt. 7,5 Prozent sind es in Frankreich.

Doch die Integration geht nur schleppend voran, sie verschiebt sich immer mehr auf spätere Generationen. Dazu kommt, dass sich auch islamische Organisationen beispielsweise im Bereich des Kindergarten- und Schulwesens oft als wenig kooperationsbereit zeigen. Die Folge sind gesellschaftliche Spannungen und Auseinandersetzungen.

Vor kurzem hat Papst Franziskus, wie das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtete, bei einer Privataudienz für eine kleine Gruppe von Katholiken aus Österreich aufhorchen lassen. Er ließ die Anwesenden wissen, dass er „nichts von falsch verstandener Toleranz“ halte und ihm „das Missionarische bei dieser Debatte“ fehle. Seine größte Sorge sei nicht die Ausbreitung des Islams selbst, sondern die indifferente Haltung“ der Katholiken zu ihrem eigenen Glauben, auf der diese falsch verstandene Toleranz beruhe.

Tatsächlich hält man im Vatikan, wie von einem Insider dazu ergänzend zu erfahren war, wenig von einem „europäischen Islam“. Eine europäische Version des Islam zu fordern oder gar zu kreieren, sei nämlich eine nicht gar nicht realistische Vorstellung. Tatsächlich gibt es nämlich DEN Islam nicht, sondern es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen „Traditionen“. Diese Zersplitterung macht es auch so schwierig, mit dem Islam in einen Dialog zu treten. Was man sich von Europa erwartet, heißt es dazu aus der unmittelbaren Papst-Umgebung, wäre sehr wohl eine intensive Auseinandersetzung mit dem Islam. Diese würde allerdings mehr Selbstbewusstsein im Auftreten, eine offensive Auseinandersetzung mit der muslimischen Glaubenslehre und deren Repräsentanten sowie eine Festigkeit, ja Glaubwürdigkeit im eigenen christlichen Glauben verlangen.

Hinter der leisen Kritik des Papstes verbirgt sich auch Kritik an den Vertretern der europäischen Kirchen, denen eine gewisse Laschheit vorgehalten wird. Nicht umsonst heißt es im Vatikan, dass Europa der sekularisierteste aller fünf Kontinente sei.

In den altehrwürdigen Gemächern der päpstlichen Residenz hält man wenig von der These, dass sich der Islam eine eigene Version für Europa zulegen sollte. Man fordert nun auch nicht eine Art „heiligen Krieg“ sondern man verlangt, dass die Kirche ihre Position im so genannten christlichen Abendland nicht nur verteidigt, sondern entschlossen vertritt.

Hier würden die katholische Kirche, aber auch deren Vorfeldorganisationen viel zu weich agieren. Das heißt, man muss von den neu zugewanderten Bürgern nicht nur erwarten sondern verlangen, die europäische Werteorientierung, die Menschenrechte, das Rechts- und Demokratieverständnis zu achten und zu übernehmen. Und das bei voller Wahrung der Religionsfreiheit.

Es geht nicht darum, die muslimischen Glaubensbrüder zum Christentum zu bekehren, sondern darauf zu bestehen, dass sie sich den geltenden Normen der europäischen Gesellschaft anpassen. mehr Informationen

Im September 2016 übte der Vatikan schon Kritik:

Das Problem beginnt bereits damit, dass die Ursprünge beider Religionen höchst unterschiedlich sind. Während Jesus auf die Welt kam, um für Frieden in der Familie, in der Gemeinde, im Staat, in der Welt zu sorgen, hatte der Prophet Mohammed ganz andere Motive. Er wollte zuerst Christ werden, machte sich dann aber auf den Weg um eine Oase nach der anderen kämpferisch zu erobern, Herrschaft über viele Clans zu gewinnen. Nicht das Wort sondern das Schwert wurde zum tragenden Element seiner Botschaften.

Es gibt eben keine eindeutige Interpretation des in arabischer Sprache verfassten Schriftwerks (Koran) und daher auch keine gültigen Übersetzungen.

Ein besonderes Problem stellt auch die Tatsache dar, dass es – sieht man von ein paar Rechtsgelehrten ab – keine Ansprechpartner gibt, die auch über die entsprechenden Befugnisse verfügen. Von daher ist es nicht möglich, einen umfassenden, weder politischen noch wissenschaftlichen Dialog ernsthaft zu führen oder gar allseits gültige Vereinbarungen zu treffen. Denn, im Grunde genommen kann jeder Imam einer islamischen Gemeinde seine eigenen Interpretationen der Lehre Mohammeds und deren Umsetzung in den Alltag verkünden.

Was letztlich auch dazu führt, dass der Islam weltweit sehr unterschiedliche Ausformungen erfährt.

Europa gilt in den Augen der Weltkirche (Afrika und Südamerika sind die am stärksten wachsenden „Glaubensmärkte“, Asien ein „Hoffnungsmarkt“) als der augenblicklich sekularisierteste Kontinent.

Die Europäer haben es verlernt, sich mit Glaubensfragen auseinanderzusetzen, sie sind schwach in der Argumentation und der Verteidigung der Wurzeln jener Gesellschaft geworden, in der sie groß geworden sind.  mehr Informationen

Die Botschaft der Bibel

Was ist eigentlich die gute Nachricht (Evangelium) der Bibel?

Gott liebt uns, weil wir sind, und nicht, weil wir etwas getan haben. Er liebt sogar   weiterlesen ….   

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