Durch meine Blindheit lernte ich mich erst richtig kennen

Als Jennifer Rothschild aufgrund einer Krankheit als Teenager erblindet, erkennt sie, dass ihre Blindheit sie nicht definiert – und lernt Gott und sich selbst auf ganz neue Art kennen.

     Jennifer Rothschild

Als Kind konnte Jennifer Rothschild gut sehen. Doch mit 15 Jahren änderte sich das mit einem Mal: Sie wurde ungeschickter und ihre Noten sackten ab, weil sie die Tafel nicht mehr so gut erkennen konnte. Als ihre Mutter eines Tages darauf aufmerksam wurde, brachte sie ihre Tochter in eine Augenklinik. Die Diagnose: Retinitis Pigmentosa, eine Degeneration der Netzhaut. Die Ärzte erklärten, dass sie komplett erblinden würde.

Doch statt sich über ihr Schicksal zu beklagen und Gott, den sie seit früher Kindheit kannte und liebte, dafür zu beschuldigen, schaute sie nach vorn. «Durch den Einfluss meiner Eltern und meines Glaubens war ich stets nach vorne hin ausgerichtet, so dass meine erste Reaktion nicht die Frage war ‚Warum ich? Das ist nicht fair‘, sondern vielmehr: ‚Ok, so ist das. Was machen wir jetzt damit?‘ Und ich bin sehr dankbar dafür!»

«Durch meine Blindheit lernte ich mich erst richtig kennen. Ich verstand, dass ich meine Blindheit nicht ändern kann, aber ich kann meine Perspektive ändern; wenn meine Augen dankbar sind, dann kann ich Güte und Gnade sehen.» Gerade ihr Glaube wurde durch die Krankheit gestärkt. «Ich war schon immer gläubig gewesen, aber als die Blindheit in mein Leben kam, wurde dies zu meinem Klassenzimmer … Meine Beziehung zu Gott gab mir Licht in der Dunkelheit, einen Grund zur Hoffnung. Dadurch führte mich das, was wie ein Verlust aussah und wovor Menschen Angst haben, letztlich zum Leben meiner Träume.»

Heute ist Jennifer nicht nur glücklich verheiratet, sie hat auch zwei Kinder. Dabei hätte sie früher nie gedacht, dass sie je heiraten würde. «Ich dachte wirklich: ‚Wer möchte schon eine blinde Frau heiraten?‘ Ich dachte, dass, wenn ich einen Mann finden würde, er jemanden suchte, der ihn unterstützt, kocht und Auto fährt – und jetzt ist er derjenige, der meine Kleider bügelt.»

Aus ihrer Erfahrung heraus hat sie bereits elf Bücher geschrieben. Das neueste trägt den Titel «Invisible – How you feel is not who you are» (Unsichtbar – Wie du dich fühlst, ist nicht, wer du bist).

Unsicherheit basiert darauf, was du über dich selbst denkst und glaubst. Es basiert auf etwas, wovon du denkst, dass es dir fehlt. Und ich möchte dem Leser zeigen, dass ihm oder ihr nichts fehlt. Warum? Du bist von Gott geliebt, akzeptiert, du bist vollkommen und es gibt jemanden, der dich durch und durch kennt. Selbst, wenn dir das nie jemand gesagt hat.»

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