Die Tage der Welt sind gezählt, davon sind viele Menschen überzeugt

Drei von ihnen erzählen in der Migros Zeitung, wie sie sich auf das Ende vorbereiten.

Es wimmelt nur so vor Untergangsszenarien. Trotz aller Dementis der seriösen Maya-Forschung glauben nicht wenige, dass es bereits am 21. Dezember dieses Jahres zu Ende geht.  Sollte die Welt dieses Datum überstehen, droht ihr allerlei anderes Ungemach: Dabei gehören Finanzkollaps, Klimakatastrophe, atomare Verseuchung oder Virenpandemie noch zu den realistischeren Szenarien.

Für viele sind Untergangsängste mehr als reine Fantasie. Mit Survivalkursen bereiten sie sich auf den Zivilisationskollaps und das Überleben in den Wäldern vor. Oder sie wenden sich zu Jesus.

Laut Bruno Würtenberger (51), Esoteriker und Bewusstseinsforscher, haben viele alte Kulturen für Ende 2012/Anfang 2013 das Ende eines kosmischen Zyklus vorausgesehen, der immer rund 25’600 Jahre dauert. Man sehe ja jetzt schon, wie Proteste zunähmen, etwa gegen die Finanzindustrie, die früher oder später kollabieren werde. «Die Wahrheit wird viel schneller ans Licht kommen als bisher.» Doch die alten Kräfte würden möglicherweise nicht einfach so klein beigeben, sondern sich wehren. «Es kann zu größeren Unruhen kommen und auch zu logistischen Störungen bei den Lebensmittelläden und beim Geldfluss.» Daher könne es kein Nachteil sein, ein paar Dosen als Notreserve im Keller zu lagern, was er auch tut. Für wichtiger hält er es jedoch, als Vorbereitung auf die spirituelle Öffnung mit den eigenen Gefühlen ins Reine zu kommen und ihnen zu folgen. Für die Zeit danach sieht Würtenberger eine bessere, friedlichere Welt anbrechen, in der die Menschen glücklicher und zufriedener sind — etwas, worauf sich alle freuen können, so sie bereit sind, sich spirituell zu öffnen.

Die Angst vor dem Finanzkollaps ist heute weit verbreitet, aber Peter Trinkler beschäftigt sich schon sehr viel länger mit dem Thema — und er ist vorbereitet. «Ich halte den Kollaps nicht für unvermeidlich, und ich hoffe auch nicht, dass er passiert. Aber man muss damit rechnen, dass es in einem solchen Fall zu einem Bank-Run kommt, die Banken geschlossen werden und die Läden nach Panikkäufen rasch keine Lebensmittel mehr haben.»  Entsprechend hat der 48-Jährige immer etwas Bargeld vorrätig und auch sonst alles, was es braucht, um zwei, drei Monate Chaos zu überstehen. Die verderblichen Produkte konsumiert er nach und nach und stockt die Vorräte wieder neu auf. Trinkler verfügt zudem über ein Radio, dessen Akku mit einer Kurbel aufladbar ist, Petroleum, Teelichter sowie Pfefferspray, um sich und seine Vorräte notfalls verteidigen zu können. Reformen sind seiner Ansicht nach nötig, um einen Finanzkollaps zu vermeiden. «Krisen sind immer ein Signal, dass etwas verändert werden muss. Unser Finanzsystem funktioniert super, solange alles wächst. Aber es ist nicht darauf ausgelegt, mit der Schrumpfung klarzukommen, die uns bevorsteht.» «Die meisten Menschen glauben, dass es immer so weitergehen wird wie bisher », sagt Trinkler. «Die alten Römer hätten das auch niemals erwartet, aber passiert ist es trotzdem.»

Norbert Lieth legt die Bibel wörtlich aus und hofft auf die Rückkehr von Jesus noch zu seinen Lebzeiten. «Wann es passiert, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es passiert», sagt Norbert Lieth mit fester Überzeugung. Der Pastor und geistige Leiter des evangelikalen Missionswerks Mitternachtsruf in Dübendorf ZH spricht von der sogenannten Entrückung. Dies ist der Moment, an dem unmittelbar vor Jesus’ Rückkehr auf die Erde alle Rechtgläubigen sofort in den Himmel an die Seite Gottes aufsteigen, derweil die Ungläubigen auf der Erde zurückbleiben und durch eine längere «Trübsalszeit» gehen müssen, wie Lieth es nennt. Diese Phase wird gekennzeichnet sein von Naturkatastrophen, Wirtschaftseinbrüchen sowie Konflikten aller Art, und gemäß Lieths Bibelinterpretation wahrscheinlich sieben Jahre dauern. Besondere Vorbereitungen brauche man als Gläubiger nicht für den großen Tag. «Wenn es morgen passiert, bin ich bereit», sagt Lieth. Und auch alle anderen müssten nur eins tun, um gewappnet zu sein: an Jesus glauben. Lieth sagt, es sei ihm bewusst, dass sein Weltbild wie Science-Fiction klinge. «Aber ich glaube daran.» Dies, weil in der Bibel nachweislich vieles historisch korrekt sei. «Ein Professor hat kürzlich ausgerechnet, dass es im Alten Testament etwas mehr als 6000 Prophezeiungen gibt, mehr als die Hälfte davon ist bereits eingetreten. Also muss sich auch der Rest erfüllen.»

Vergleiche Artikel: Gott hält sich nicht an unseren Endzeitplan (Hanspeter Obrist)

Zum Artikel der Migros Zeitung

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