Die Nacht des Schicksals

2017:  21./22. Juni (26./27. Ramadan)

Die „Nacht der Bestimmung“ oder „Nacht des Schicksal“, zuweilen auch „Nacht der Macht“ genannt, ist die bedeutendste Nacht im islamischen Kalender und markiert die Nacht, in der das Schicksal des einzelnen Menschen verändert werden kann.

Lailat al Qadr, die „Nacht der Bestimmung“ gehört zu den Höhepunkten des Fastenmonats Ramadan und ist gleichzeitig die heiligste Nacht im islamischen Kalender.

„Im Ramadan gibt es eine solche Nacht, die besser ist als Tausend Monate. Wer den Segen dieser Nacht nicht nutzt, dem ist nicht mehr zu helfen.“ (Nasâî)

Den Termin der Nacht der Bestimmung hat Prophet Muhammed nur näherungsweise erläutert. Sie befindet sich in den letzten fünf ungeraden Nächten des Monats Ramadan, wobei die ersten drei davon bei Schiiten als die Wahrscheinlichsten gelten. Das sind die Nächte vom 18/19., 20/21. und 22/23. im Monat Ramadan. Scheich Saduq kommt nach seinen Recherchen zu dem Schluss, dass die größte Wahrscheinlichkeit in der Nacht 22/23. des Monats Ramadan liegt. In schiitischen Gemeinden werden diese drei Nächte mit besonderen Zeremonien erfüllt. In sunnitischen Ländern (80% der Muslime) wird hingegen in der Regel die Nacht vom 26. zum 27. Ramadan festgelegt.

Diese Nacht ist für jeden Muslim von großer Bedeutung, da seine Bittgebete in jener Nacht besondere Erfüllung erhalten und der Mensch eine besondere Nähe zu seinem Schöpfer verspüren kann. Denn im Gegensatz zum Ritualgebet, in der der Betende idealerweise zur Himmelfahrt „aufsteigt“, steigen in der Nacht der Bestimmung die Engel auf Gottes Geheiß herab.

In der Sure Kadr heißt es: „Wir haben ihn wahrlich in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht des Schicksals ist? Die Nacht des Schicksals ist besser als Tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist mit ihres Herrn Erlaubnis herab, mit jeglichem Auftrag. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.“ (Sure Kadr, 97:1-5)

Die „Nacht der Macht“ ist nach muslimischer Auffassung in besonderer Weise von Licht und von Segenskraft erfüllt. Viele Muslime erhoffen, in dieser Nacht ein Licht zu sehen, vergleichbar dem Licht, das damals die Herabsendung des Korans angezeigt haben soll.

Die Muslime bemühen sich, in den letzten zehn Nächten des Ramadān zu suchen, was vom Propheten angeordnet wurde, auf die Belohnung hoffend. Geschieht es, dass jemand diese Nacht gläubig im Gebet und nach Belohnung strebend verbringt, dann wird er die Belohnung erhalten, selbst wenn er nicht weiß, dass es die Laylat al-Qadr war. Der Prophet  sagte: „Wer auch immer die Laylat al-Qadr aus Gläubigkeit heraus und nach Belohnung strebend im Gebet verbringt, dessen vorherige Sünden werden vergeben.“
Gemäß einem anderen Bericht heißt es: „Wer auch immer die Nacht im Gebet verbringt, nach Laylat al-Qadr suchend und sie dann auch erreicht, dessen vorherige und zukünftige Sünden werden vergeben.“

Nach der Bibel gibt es im christlichen Glauben keine bestimmten Tage, sondern an jedem Tag kann der Mensch Gott um Vergebung bitten.  »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht« (Hebr. 4,7).  „Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit“ (1. Joh. 1,9).

In der Lailat al Qadr sah eine indonesische Jugendliche Jesus. Der Film ist in indonesisch mit englischen Untertitel (Lailat al Qadr Min. 19-23).

 

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