Die Nacht der Himmelfahrt Mohammeds

27. Tag vom Monat Radschab: 2017: 24. April (Beginnt am Vorabend, also Sonntag auf Montag)

In der vorangehenden Nacht erinnern sich Muslime an die nächtliche Himmelfahrt Mohammeds. In Sure 17,1 steht: „Gepriesen sei der, der mit seinem Diener bei Nacht von der heiligen Kultstätte nach der fernen Kultstätte, deren Umgebung wir gesegnet haben, reiste, um ihn etwas von unseren Zeichen sehen zu lassen!“

Die Nachtreise des Propheten
Die islamischen Gelehrten sind sich darüber einig, dass die Nachtreise des Propheten körperlich, seelisch und im wachen Zustand statt gefunden hat und von Mekka über Jerusalem ans Ende vom Universum durch die sieben Himmel zu Allah führte.

Folgendes geschah nach ihren Angaben: Gegen Ende einer ruhigen Nacht, zerbrach das Dach des Hauses des Propheten und der Engel Gabriel trat ein. Er ging zum Propheten und öffnete seine Brust, nahm sein Herz heraus, um es dann mit Wasser vom Zamzam Brunnen zu reinigen, bevor es wieder zurückgelegt wurde.

An der Kaaba traf dann der Prophet auf ein fremdes Tier, das nicht von dieser Welt stammte. Sein Name war Buraq. Muslim berichtet: „Buraq wurde mir gebracht. Ich stieg darauf, bis ich Jerusalem erreichte. Dort band ich das Tier an dem Türgriff an, der von den anderen Propheten benutzt wird. Danach betrat ich die Moschee, verrichtete darin zwei Rak`a (Gebete) und dann trat ich heraus.“

Die Reise führte den Propheten über Madinah, Maydan, Tur Sina und Baytu Lahm (Bethlehem) in denen er je betete. Er sah auch Satan (Iblis) am Rande des Weges. Satan war vor seiner Abtrünnigkeit ein muslimischer Djinn (Geistwesen), der aber dem Befehl Gottes widersprochen hat und aus dem Islam (Gottergebenheit) austrat.

Anschließend erreichten der Prophet Mohammed und der Engel Gabriel die Aqsa-Moschee, in Baytul-Maqdis (Jerusalem). Dort stieg der Prophet ab und band das Tier an der Tür der Masdschid al-Aqsa an. Dann betrat er die Moschee und betete zwei Rakat. Als er fertig war, bemerkte er eine Gruppe von Propheten, die auch ihr Gebet verrichteten. Unter ihnen waren Musa (Mose), Isa (Jesus) und Abraham. Der Prophet wurde aufgefordert sie im Gebet zu führen.

Anschiessend brachte der Engel Gabriel zwei Gefäße und gab sie dem Propheten. Eines war mit Wein gefüllt, und das andere mit Milch. Buchari berichtet: “Mir wurden dann zwei Gefäße gebracht. In dem einen gab es Milch und in dem anderen Wein. Mir wurde gesagt: Nimm, was du willst! Ich nahm die Milch und trank sie. Da sagte er (Gabriel): Alles Lob gebührt Allah, dass er dich zu der natürlichen Veranlagung (arab.: Fitra) rechtgeleitet hat. Hättest du den Alkohol genommen, so wäre deine Umma (Gemeinschaft) irregegangen!

Die Himmelfahrt ist im Koran nicht eindeutig erwähnt. Der Engel Gabriel begleitete Mohammed, bis er aus dem Sonnensystem heraustrat. Sie verließen sehr schnell unsere Galaxie und rasten durch weitere Galaxien, bis sie das Ende des Universums erreichten.

Als sie in den untersten Himmel eintraten, sah der Prophet einen Mann mit einer großen Gruppe von Menschen auf seiner rechten und linken Seite. Sah der Mann die Menschen auf seiner rechten Seite an, lachte er, sah er jedoch die Menschen auf seiner linken Seite an, weinte er. Der Prophet fragte Engel Gabriel, wer der Mann sei. Engel Gabriel antwortete: „Dies ist dein Vater Adam, so grüße ihn.“ Als der Prophet dies tat, sagte Adam: „Willkommen, oh guter Sohn und guter Prophet!“ Engel Gabriel sagte: „Die Menschen auf seiner rechten und linken Seite sind seine Nachkommen. Auf seiner linken Seite sind die Bewohner des Höllenfeuers, so dass er weint, wenn er nach links schaut und lacht wenn er nach rechts schaut.“

Engel Gabriel brachte ihn daraufhin zum zweiten Himmel, wo er die Propheten Jesus (arab.: ‚Isa) und Johannes (arab.: Yahya) traf. Im dritten Himmel traf er dann den Propheten Joseph (arab.: Yusuf), im vierten den Prophet Idris, im fünften Aaron (arab.: Harun) und im sechsten den Propheten Moses (arab.: Musa). Als der Prophet an ihm vorbeiging, weinte Musa, woraufhin er ihn fragte, weshalb er denn weine. Musa antwortete: „Ich weine, weil ein junger Mann, der nach mir Prophet wurde, mehr Anhänger hat, die ins Paradies eintreten als ich.“

Danach ging der Prophet mit Engel Gabriel weiter zum siebten Himmel, wo er den Propheten Ibrahim (Abraham) traf, der sich mit dem Rücken an einem Haus des Gottesdienstes anlehnte. Dies ist ein geehrtes Haus, welches für die Bewohner der Himmel, d.h. die Engel, wie die Ka’aba für die Bewohner der Erde ist.

Engel Gabriel führte den Propheten zum Lotusbaum, der an der Grenze stand. Der Baum hat Blätter in der Größe von Elefantenohren und Früchte, die so groß sind wie Steinkrüge. Der Lotusbaum markiert die Grenze, die noch nicht einmal Engel Gabriel übertreten darf.

Doch Allah erlaubte dem Propheten, die Grenze zu überschreiten, um direkt mit ihm sprechen zu können. Allah machte das Gebet fünfzig Mal am Tag zur Pflicht. Auf seinem Rückweg traf der Prophet wieder Moses, der ihn fragte, welche Pflichten ihm auferlegt worden waren. Moses schickte Mohammad zurück schlussendlich konnte die Zahl der Gebete auf fünf reduziert werden.

Der Prophet wurde dann ins Paradies gebracht. Das Paradies befindet sich über dem siebten Himmel. „Ich war im Paradies und sah, dass die Mehrheit seiner Bewohner Arme sind“ (nach Buchari und Muslim). Der Prophet Muhammad sah im Paradies die Al-Hurun-‚Ain. „Wir sind gute und schöne Ehepartner für die Bewohner des Paradieses“ (auch als ewige Jungfrauen beschrieben).

Auch wurde er in die Hölle gebracht. Er sah, wie die Menschen in der Hölle die schlimmsten Bestrafungen für die verschiedensten Sünden bekamen. Der Prophet Mohammed sah den Menschen, deren Köpfe mit schweren Gegenständen zerschmettert wurden und anschließend ihre ursprüngliche Form annahmen. Daraufhin sagte der Engel Dschibriel: “Das sind diejenigen, deren Köpfe schwerfällig waren, um das Gebet zu verrichten.“

Der Prophet fuhr mit dem Engel Gabriel wieder hinab zur al-Aqsa. Dort stieg er wieder auf Buraq und kehrte zurück nach Mekkah, wo er sein Bett immer noch gewärmt vorfand.

Soweit der Bericht nach islam-pedia.de

Interessant ist, dass Musa (Mose), Isa (Jesus) und Abraham sowohl in Jerusalem, wie auch im Himmel waren.

Die Wahl von Mohammed statt Alkohol Milch zu trinken, ist nach islamischem Verständnis die Rettung dass Muslime, dass sie nicht verloren gehen.

Spannend ist auch, dass in der Erzählung das Tier an die Tür der Moschee gebunden wird. In Jerusalem wird aber ein Loch an der Südwestecke der Mauer als Ort angegeben. Interessant ist auch, dass zur Zeit Mohammeds auf dem Tempelplatz nur die Ruine der Marienkirche war. Die al-Aqsa-Moschee wurde 79 Jahre nach dem Tod vom Propheten und rund 20 Jahre nach dem Felsendom durch Abd el-Walid (705-715) im Jahre 711 erstellt.

Fragen wirft auch auf, warum Mose im Himmel weint, weil ein anderer Prophet mehr Leute in den Himmel bringt, anstatt sich darüber zu freuen.

Allah ist nach muslimischer Version ausserhalb der Himmel.

Das fünfmalige Gebet ist nach der muslimischen Tradition eine Pflicht. Im Koran werden nur drei erwähnt.

Nach den Berichten über Mohammed sind im Paradies arme Menschen, die meisten Frauen sind in der Hölle und jeder Muslim erhält 72 Jungfrauen und 4 Ehefrauen und 80 000 Sklaven. Im Paradiese gibt es Essen und Wein. Das Vergnügen steht im Vordergrund. Allah ist im Paradies nicht im Fokus der Menschen.

An arabischen Schulen in Israel gibt es am Tag der Nachtreise schulfrei, ansonsten ist es aber ein ganz normaler Tag. In Jerusalem gibt es noch eine Besonderheit Die Süßigkeit „Muschabbak“, das geflochtene rotgelbe Zuckerwerk, gibt es neben dem „Prophetengeburtstag“ nur zur „Nachtreise“ zu kaufen.

Weil Mohammed von Jerusalem die Welt umrundet hat, sollen die „Halbmonde“ auf der Al Aksa Moschee und dem Felsendom und dem kleinen Nebengebäude geschlossen sein.

Jermond

Text: Hanspeter Obrist

 

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