Die Liste Deutschlands umstrittener Geschäfte wächst weiter

Die Empörung um den Verkauf von deutschen Panzern nach Saudi-Arabien ist kaum abgeebbt, da folgt schon der nächste Waffenverkaufsskandal: Deutschland soll zwei U-Boote an die ägyptische Marine verkauft haben.

U-Boote der Klasse 209 werden von der Kieler HDW-Werft und den Emdener Nordseewerken ausschließlich für den Export gebaut. Die Boote werden zwar schon seit mehr als 40 Jahren produziert, wurden aber immer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Rund 60 U-Boote der 209er-Klasse wurden bereits in zwölf Länder exportiert.

Der ägyptische Marine-Kommandeur hatte am Freitag auch die Beschaffung von vier in den USA produzierten Raketenschnellbooten bis Mitte 2013 angekündigt. Er betonte dem Zeitungsbericht zufolge, dass die ägyptische Flotte schon jetzt in der Lage sei, jeglichen Angriff im Mittelmeer oder im Roten Meer zu beantworten. „Trotzdem sind wir stets bestrebt, mit den neuesten Innovationen Schritt zu halten.“

Deutschland hat auch Israel bereits mehrere U-Boote der moderneren „Dolphin“-Klasse geliefert. Bis 2017 sollen es insgesamt sechs sein. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die deutschen U-Boote als „sehr wichtig“ für die Sicherheit seines Landes bezeichnet. Israel befürchtet dem Bericht von „Jediot Achronot“ zufolge nun, mit seinen Seestreitkräften ins Hintertreffen zu geraten.

Deutschland gilt als drittgrößter Waffenexporteur weltweit. Mit dem möglichen U-Boot-Deal mit Ägypten wächst die Liste umstrittener Geschäfte weiter: Saudi-Arabien will Berichten zufolge mindestens 270 Leopard-2-Kampfpanzer haben, Indonesien hat 100 dieser Panzer bereits beantragt, Katar hat auch Interesse am Leopard.

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