Die Lage in Afghanistan wird immer prekärer – nicht einmal mehr afghanische Diplomaten wollen in ihrer Heimat leben

Bis zu 100 Entsandte, die nach einem Auslandseinsatz an den Hindukusch zurückkehren sollten, haben sich jetzt abgesetzt. Insgesamt 105 afghanische Diplomaten sollten am Samstag im Außenministerium in Kabul ihren Dienst antreten. Ihre Entsendung ins Ausland war turnusmäßig vorbei, es war an der Zeit, in die Zentrale in Kabul zurückzukehren. Doch genau fünf sind bisher wieder aufgetaucht. Aus Kreisen des afghanischen Außenministeriums hieß es nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen, die Mitarbeiter der Botschaften hätten mitgeteilt, sie würden in ihren jeweiligen Gastländern jeweils Asyl beantragen oder zumindest eine Verlängerung ihres Dienstes bis zur Präsidentenwahl im Frühjahr 2014 beantragen.

Die meisten Afghanen rechnen Umfragen zufolge damit, dass das Land in Chaos und Gewalt versinkt. Und dass ein Bürgerkrieg ausbricht, sobald die westlichen Truppen Ende 2014 abgezogen sind.

Auch Stiftungen und Organisationen, die Bildungsreisen und Konferenzen für Afghanen ins Ausland organisieren, sind zurückhaltend geworden in den vergangenen Wochen und Monaten. Sie wissen, dass immer häufiger Reiseteilnehmer abtauchen. Von einer von der Bundesregierung organisierten Reise für afghanische Lehrerinnen seien einige nicht nach Afghanistan zurückgekehrt.

Unter den Flüchtlingen sind vor allem gut Ausgebildete, die noch vor einem Jahr deutlich optimistischer in die Zukunft schauten. Auch Minister, Abgeordnete und ranghohe Militärs versuchen, ihre Familien aus dem Land zu bringen.

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Ein Gedanke zu „Die Lage in Afghanistan wird immer prekärer – nicht einmal mehr afghanische Diplomaten wollen in ihrer Heimat leben“

  1. Das stimmt nicht dass afghanische diplomaten wollen nicht. Das stimmt uberhaupt nicht. Ich bin auch diplomat und bin zurueck in afghanistan. Unglaublich ist das.

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