Die Kirche braucht echte innere Umkehr

Der meiste Teil der Predigt des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki zur erschütternden Studie über innerkirchlichen Missbrauch in der Frühmesse bei der DBK-Vollversammlung 26. September 2018 erfolgte schweigend. Vor den in Fulda versammelten Bischöfen hatte er zuvor gesagt, dass die Erkenntnisse aus der Studie ihn fassungslos gemacht hätten. Er schäme sich für das, was durch die Kirche geschehen ist. Er selbst wolle nicht durch Wegsehen, Vertuschen oder Bagatellisieren ein Mittäter werden, so der Kölner Erzbischof. Er rief zu Umkehr und Buße auf.  mehr Informationen

Ein kirchentreues Jugendmediennetzwerk fordert Aufklärung mit der Initiative Pontifex. Darin steht unter anderem:

Es ist uns bewusst, dass gerade die Missbrauchsfälle auch innerhalb der Kirche spaltende Positionen hervorrufen. Gerade deshalb halten wir es für unabdingbar, dass die Kirche die Rettung nicht in oberflächlichen weltlichen Strukturreformen sucht, sondern in echter innerer Umkehr!

Das Ausmaß des Missbrauchs im Klerus zeugt von einer unermesslichen Glaubensleere und Gottesferne unter Priestern. … Mit dem offensichtlichen Glaubensmangel der Priester geht eine ausgeprägte Ausrichtung auf das Diesseits einher. Macht und Sex, sowie weltliche Anerkennung scheinen eine höhere Bedeutung zu haben, als rein und heilig vor Gott zu treten. Die Verdrängung der Dimension des gerechten Gerichts Gottes aus Predigt und Katechese, sowie die häufig bemerkbare vorrangige Ausrichtung der Kirche in Lehre und Liturgie auf den Menschen, anstatt auf Gott sind Gründe dieser fatalen Entwicklung.

Dazu ist es eine unbedingte Voraussetzung und auch eine Hilfestellung, wenn die Kirche offen, mutig und vollständig lehrt und verkündet, wozu die Sexualität da ist und wie sie so gelebt werden kann, dass sie dem Menschen hilft, zu Gott zu kommen. Das wurde in den letzten Jahrzehnten häufig unterlassen.

Wer ein geistliches Amt hat, hat immer auch Macht über andere, nämlich in Form von Verantwortung, je höher, desto mehr. Wenn er diese Macht nicht als Dienst versteht, sondern als Verfügungsgewalt über andere, pervertiert die göttliche Struktur der Kirche.

Der Teufel existiert. Während er sich in den letzten Jahrzehnten erfolgreich versteckt hielt und uns hat glauben machen, dass er nicht existiere, während er unbemerkt im Verborgenen sein Unwesen trieb, zeigt er sich heute in seiner ganzen Hässlichkeit und lacht triumphierend über die verkrüppelt erscheinende Braut Christi, die er von innen zerfressen hat. Dieses offene Auftreten ist unsere Chance zu sehen, was er zerstört hat und mit dem Wiederaufbau zu beginnen.

Christus ist Sieger. …   Auch wenn es so aussieht, als wäre die Kirche am Ende. Christus vergisst seine Braut nicht, er liebt sie, er rettet sie. Er hat schon gesiegt!   mehr Informationen

Papst Franziskus meinte zu den Missbrauchsfällen: Unabhängig von den Statistiken zu Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche sei es bereits abscheulich, „wenn auch nur ein einziger Priester einen Jungen oder ein Mädchen missbraucht, da dieser Mann von Gott auserwählt wurde, dieses Kind ins Himmelreich zu führen“. Dass die Mehrheit der Missbrauchsfälle bereits Jahrzehnte zurückliege, zeige, dass die Kirche erkannt habe, dass sie Missbrauch bekämpfen müsse. mehr Informationen

Papst Benedikt XVI. sagte 2010: „Die größte Verfolgung der Kirche erwächst aus den Sünden der Kirche“ (11.5.2010). Und Gott vergibt unsere Sünden nur, wenn wir sie zuerst bekennen.

Weiter schreibt die Tagespost.de: Niemand kann so blind sein zu behaupten, Welt und Gesellschaft brauchten nicht länger Gottes erlösendes Heil. Wenn aber der Bote unglaubwürdig ist, wer wird dann das Evangelium annehmen? mehr Informationen

Die Idee der Neuevangelisierung, wie sie die katholische Kirche will, ist den Menschen in Russland unverständlich. Dieser Ansicht ist Clemens Pickel, Bischof der russischen Diözese Saratow. In Russland lebe man in dem Verständnis, das Land sei immer orthodox gewesen. Die Katholiken, die im Kommunismus ausgehalten haben, sind dem Bischof zufolge der Meinung, dass man selbstverständlich neu anfangen müsse. mehr Informationen

Nach der bundesweiten Veröffentlichung der Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche haben am Dienstag zahlreiche Bistümer diözesane Ergebnisse der Untersuchung präsentiert und Konsequenzen angekündigt. Katholisch.de gibt einen Überblick. mehr Informationen

Die Zahlen der Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland liegen auf dem Tisch – und das bereits seit der Vorabveröffentlichung von „Spiegel“ und „Zeit“ vor rund zwei Wochen: 3.677 betroffene Kinder und Jugendliche auf der einen, 1.670 beschuldigte Kleriker auf der anderen Seite. Das sind 4,4 Prozent aller Kleriker aus dem untersuchten Akten im Zeitraum von 1946 bis 2014. Bei den Beschuldigten gab es in 14 bis 19 Prozent der Fälle Hinweise auf eine homosexuelle Orientierung. mehr Informationen

Die von den deutschen Bischöfen in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie hatte die bei Diözesen angestellten Priester und Diakone im Blick. Ordensmänner wurden nur erfasst, wenn sie in einem Bistum arbeiteten – Ordensfrauen oder von Orden betriebene Schulen wurden hingegen gar nicht berücksichtigt. Laut Studie wurden 159 Ordensmänner, die in der Gemeindeseelsorge oder bistumseigenen Schulen arbeiteten, des Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt. Die Vorsitzende der Deutschen Ordensoberenkonferenz (DOK), Schwester Katharina Kluitmann: „Die Erneuerung der Kirche steht bestenfalls am Anfang: zu viel Macht, zu wenig Evangelium.“ Die DOK vertritt als Zusammenschluss der Oberen von Orden und Kongregationen nach eigenen Angaben etwa 4.000 Ordensmänner und 15.000 Ordensfrauen – die in sehr unterschiedlichen Formen zusammenleben. Die Täter sexuellen Missbrauchs seien überwiegend Männer; Frauen hätten eher in Heimen Gewalt ausgeübt. Es gebe auch Gemeinschaften, die nie in Arbeitsfeldern gearbeitet hätten, in denen es zu Missbrauch im dienstlichen Kontext kommen konnte. Andere Orden seien „in einem derartigen Sterbeprozess, dass die letzten im Altenheim gepflegt werden. Da ist weder Aufarbeitung möglich, noch Prävention nötig“, so die DOK-Vorsitzende. „Es ist aber zu fragen, ob ein Ausschluss aus der Ordensgemeinschaft sinnvoll ist.“ Die meisten Täter könnten durch Verjährung nicht mehr strafrechtlich belangt werden. „Ein allein lebender Täter ist aber gefährlicher, als ein Täter, auf den die Ordensgemeinschaft ein Auge hat“. mehr Informationen

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