Der Schlüssel zum Herzen der Hdi

Als Wycliffe-Mitarbeiter Lee Bramlett damit begann, sich mit der Sprache des Hdi-Volks in Kamerun zu beschäftigen, war er zutiefst davon überzeugt, dass Gottes Wesen irgendwo in der Hdi-Kultur erkennbar sein musste. Wo waren Fußspuren Gottes in der Geschichte oder im täglichen Leben dieses Volkes zu finden? Welchen Hinweis hatte Gott in ihrer Kultur verankert, damit sie erkennen könnten, wer er ist und dass er sich nach einer Beziehung zu ihnen sehnt? Doch so sehr Lee auch suchte, er konnte einfach keinen Anknüpfungspunkt finden.

Eines Nachts forderte ihn Gott in einem Traum auf, sich das Hdi-Wort für „lieben“ noch einmal genauer anzusehen. Lee und seine Frau Tammi hatten bereits herausgefunden, dass die Verben der Hdi-Sprache stets mit einem von drei möglichen Vokalen enden, nämlich „i“, „a“ und „u“. Für nahezu jedes Verb gibt es alle drei Endungen. Aber am Ende des Wortes für „lieben“ fanden sie nur entweder „i“ oder „a“. Warum kein „u“?

Lee wandte sich an die Männer aus dem Hdi-Volk, die ihm beim Übersetzen halfen – darunter einige sehr einflussreiche Älteste – und fragte sie: „Kann man seine Frau ‚dvi’-en?“ „Ja“, antworteten sie, das bedeutet, dass jemand seine Frau mal geliebt hat, die Liebe aber verflogen ist.

„Kann man seine Frau ‚dva’-en?“ „Ja“, kam die Antwort, diese Art von Liebe hängt vom Verhalten der Frau ab. Man liebt sie, solange sie treu bleibt und sich gut um ihren Ehemann kümmert.

„Kann man seine Frau ‚dvu’-en?“ Alle lachten. „Auf keinen Fall! Wenn du das sagst, müsstest du deine Frau jederzeit lieben, egal was sie getan hat, sogar wenn sie dir nie Wasser bringt und nie Essen für dich zubereitet. Selbst wenn sie dich betrügen würde, wärst du dazu verpflichtet, sie unverändert weiter zu lieben. Nein, wir würden niemals ‚dvu’ sagen. Das ist einfach nicht möglich.“

Dann wandte er sich wieder an die Männer: „Kann Gott die Menschen ‚dvu’-en?“ Für ein paar Minuten herrschte vollkommene Stille. Dann flossen Tränen über die wettergegerbten Gesichter dieser alten Männer. Schließlich antworteten sie tief berührt: „Weißt du, was das bedeuten würde? Das würde bedeuten, dass Gott uns immer und immer weiter geliebt hat, Jahrtausende über Jahrtausende, während wir die ganze Zeit seine unendliche Liebe zurückgewiesen haben. Das würde bedeuten, dass er sich daran gebunden hat, uns zu lieben, obwohl wir die größten Sünder unter allen Völkern sind!“

„Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns seine Liebe geschenkt. Er gab uns seinen Sohn, der alle Schuld auf sich nahm, um uns von unserer Schuld freizusprechen.“ 1. Johannesbrief 4,10

Ein einziger Vokal verändert die Bedeutung von „ich liebe dich“ so grundlegend! Nicht mehr: „Ich liebe dich, abhängig davon, was du tust oder wer du bist“, sondern „ich liebe dich, abhängig davon, wer ich bin.

Auch Bibelstellen wie Epheser 5,25 haben für die Hdi seither eine völlig neue Bedeutung: „Männer, ‚dvu’-t eure Frauen, so wie Christus die Gemeinde ge-‚dvu’-t hat…“.

Gott hat einen Hinweis auf seine bedingungslose Liebe direkt in die Hdi-Sprache hineingelegt.

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