Der Himmel

Sadhu Sundar Singh (1889 bis 1929), ein indischer Wanderprediger wurde in Visionen bis in den dritten Himmel entrückt. Er berichtet folgendes:

„Im Himmel sehe ich nicht leiblich, sondern mit Geistessaugen. Christus, sein Haupthaar ist wie Gold, wie glühendes Licht. Sein Gesicht ist wie die Sonne, aber sein Licht blendet nicht. Hier sind wir alle eins. Seine Herrlichkeit ist weit herrlicher. Untereinander ist der Grad der Herrlichkeit verschieden, so wie die Farben verschieden sind. Dort gibt es mehr Farben als in dieser Welt. Nichts hier auf Erden ist so schön, selbst Diamanten nicht und kostbare Steine. Wenn sie zu mir sprechen, so dringen ihre Gedanken in einem einzigen Augenblick in mein Herz. Ich brauchte die Sprache der geistigen Welt nicht zu lernen. Ich sehe und höre dort Dinge, sie in Worten auszudrücken, würde vergeblich sein, weil sie ihre Schönheit verlören, wenn sie aus jener Welt herausgenommen und in diese versetzt würden.

Ein anderes Merkmal dieser Welt besteht darin, dass man ihrer nie müde wird, sich niemals etwas anderes wünscht. Allein das Überraschendste in dieser himmlischen Welt ist, dass ich mich dort immer zu Hause fühle. Nichts könnte ich mir dort anders wünschen, nichts bedrückt dort. Man sagte mir, dass, wenn in jener Welt zwei noch so weit voneinander entfernte Wesen zusammen zu kommen wünschten, sie das im Augenblick des Denkens vermöchten.

Wer auch nur eine Sekunde dort war, sagt sich: Dies ist die Stätte an der mein Herz hängt, hier bin ich vollkommen befriedigt. Kein Kummer, kein Schmerz, nur Liebe, vollkommene Glückseligkeit. Dort verwirklichen sich Begehrungen, von deren Vorhandensein wir nicht einmal wussten. Dort habe ich volle Genüge, dort bleibt nichts mehr zu wünschen übrig. Es ist wundervoll. Dort ist unsere Heimat.“ (Der Sadu, Stuttgart 1923, S.95-98)

Jesus sagte zu seinen Jüngern: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“ (Johannes 14,2-3)

Paulus schrieb zu den Korinther von sich selbst: „Ich weiß von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren – ob im Leib, weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es -, dass dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiß von dem betreffenden Menschen – ob im Leib oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es -, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht. “ (2.Korinther 12,2 -4)

Johannes schreibt in der Offenbarung 21 und 22: „Ich sah, wie die Stadt Gottes, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam. Eine gewaltige Stimme hörte ich vom Thron her rufen: „Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst in ihrer Mitte leben. Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klage und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei.“ Wer durchhält und den Sieg erringt, wird dies alles besitzen. Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Kind sein.

Die Stadt erstrahlte im Glanz der Herrlichkeit Gottes. Sie leuchtete wie ein Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis. Die Stadt war aus reinem Gold gebaut, klar und durchsichtig wie Glas. Die zwölf Tore bestanden aus zwölf Perlen, jedes Tor aus einer einzigen Perle. Und die Straßen waren aus reinem Gold, klar und durchsichtig wie Glas. Nirgendwo in der Stadt sah ich einen Tempel. Ihr Tempel ist der Herr selbst, der allmächtige Gott, und mit ihm das Lamm. Die Stadt braucht als Lichtquelle weder Sonne noch Mond, denn in ihr leuchtet die Herrlichkeit Gottes und das Licht des Lammes.

Nun zeigte mir der Engel den Fluss, in dem das Wasser des Lebens fließt. Er entspringt am Thron Gottes und des Lammes, und sein Wasser ist so klar wie Kristall. An beiden Ufern des Flusses, der neben der großen Straße der Stadt fließt, wachsen Bäume des Lebens. Sie tragen zwölfmal im Jahr Früchte, jeden Monat aufs Neue. Mit den Blättern dieser Bäume werden die Völker geheilt. In der Stadt wird nichts und niemand mehr unter dem Fluch Gottes stehen. Denn der Thron Gottes und des Lammes steht in ihr, und alle Einwohner werden Gott dienen. Sie werden Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, und seinen Namen werden sie auf ihrer Stirn tragen. Dort wird es keine Nacht geben, und man braucht weder Lampen noch das Licht der Sonne. Denn Gott, der Herr, wird ihr Licht sein, und sie werden immer und ewig mit ihm herrschen.“

Der Himmel ist der Ort, wo Gott ist. Mit irdischen Worten lässt sich das nicht richtig beschreiben. Dort ist Gottes Gegenwart das alles Bestimmende. Dieser Ort ist nicht an Raum und Zeit gebunden. Es befindet sich in einer anderen Dimension. Aus dieser Welt hat sich Gott immer wieder offenbart und er hat in Jesus uns seine Liebe gezeigt. Wer sich mit Jesus verbindet, der erlebt schon heute ein Stück Himmel auf Erden. Unsere Zeit auf dieser Erde dient dazu, dass wir vorbereitet werden auf das himmlische Jerusalem. Wir Jesus erkennen, Gemeinschaft mit ihm pflegen, damit er uns kennt (Matthäus 25,12).

Paulus sagt es so in Römer 8: „Wer nun mit Jesus Christus verbunden ist, wird von Gott nicht mehr verurteilt. Gottes Geist selbst gibt uns die innere Gewissheit, dass wir Gottes Kinder sind. Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir zurzeit erleiden, nichts ist, verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken möchte. Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dem Tod ausgeliefert. Sollte er uns da noch etwas vorenthalten? Wer wollte es wagen, sie zu verurteilen? Keiner, denn Christus ist für sie gestorben, ja noch mehr: Er ist vom Tod auferweckt worden und hat seinen Platz an Gottes rechter Seite eingenommen. Dort tritt er jetzt vor Gott für uns ein. Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod? Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“

Wer ein Kind Gottes geworden ist, für den steht eine Wohnung im Himmel bereit. Ein Kind Gottes wird man, indem man eins wird mit Gottes Aussagen.

Was muss man tun, um eine Beziehung zu Gott aufzubauen? weiterlesen

Text: Hanspeter Obrist

Vergleiche Artikel:
Leben nach dem Tod
Jesus spricht als Erster von Himmel oder Hölle
Konzepte der Erlösung bei Juden, Muslimen und Christen

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